2,45 Millionen Euro für neue Endoskopie
Leitender Oberarzt Dr. Jürgen Biermann führt durch die Räume der neuen Endoskopie in den Harzkliniken Goslar. Die Abteilung wurde für 2,45 Millionen Euro erneuert. Foto: Stade
Goslar. Das Krankenhaus Goslar richtet derzeit eine neue Endoskopie ein. 2,45 Millionen Euro hat Asklepios in die Untersuchung unter anderem von Magen, Darm, Bauch und Galle investiert.
Goslar. Das Krankenhaus Goslar richtet derzeit eine neue Endoskopie ein. 2,45 Millionen Euro hat Asklepios in die Untersuchung unter anderem von Magen, Darm, Bauch und Galle investiert.
Die kernsanierte Abteilung in einem Krankenhausflügel wird Schritt für Schritt in Betrieb genommen und gilt mit einer Alarmanlage als der am besten gesicherte Bereich der Klinik. Die teuren Endoskopie-Geräte gelten bundesweit als begehrtes Diebesgut, wie der leitende Oberarzt Dr. Jürgen Biermann während eines Klinikrundgangs mit Mitgliedern des Vereins „Pro Goslar“ berichtete.
Rund 3200 Endoskopie-Untersuchungen wurden 2017 mit Schläuchen und Sonden in den Asklepios-Harzkliniken in Goslar pro Jahr vorgenommen, berichtete Biermann weiter. Die Behandlungs- und Untersuchungsmethode hat den Vorteil, dass keine größeren Schnitte erforderlich sind.
Zur Ausstattung der Abteilung gehören drei Aufbereitungs- und Reinigungsmaschinen, die wie Spülmaschinen aussehen. Sie werden mit einem Scanner bedient, sodass die Reinigung penibel dokumentiert wird. Eine Maschine kostet laut Klinik 180.000 Euro.
„Pro Goslar“ hatte zu dem Klinikbesuch eingeladen. Vereinsvorsitzender Uwe Schwenke de Wall nannte Asklepios mit vier Kliniken im Landkreis Goslar einen „ganz wichtigen Player“ und „Infrastrukturbaustein“. Der Ruf sei aber angekratzt. „Die Harzkliniken stehen manchmal am Pranger. Das ist für die Region nicht gut“, sagte er. Asklepios-Regionalgeschäftsführerin Adelheid May berichtete ausführlich über die Entwicklung der Häuser mit Standorten in Goslar, Bad Harzburg, Clausthal-Zellerfeld und Seesen. Sie räumte eine „Arbeitsverdichtung in der Pflege“ ein und sagte: „Wir haben ein Problem.“
May erwähnte den Fachkräftemangel, 16 Stellen seien in Goslar, Bad Harzburg und Clausthal-Zellerfeld unbesetzt. Sie sprach dann aber besonders die Krankenhausfinanzierung an. Während die Betriebskosten über die Fallpauschalen durch die Krankenkassen beglichen würden, seien für die Investitionen die Länder verantwortlich. Die Krankenhäuser seien bundesweit chronisch unterfinanziert. Niedersachsen liege mit seinen Klinikinvestitionen unter dem Durchschnitt der Bundesländer.
Immer wieder geraten die Harzkliniken in die Kritik. Meist geht es um Probleme in der Pflege, die hohe Arbeitsbelastung oder wie zuletzt um sich häufende Kündigungen von Ärzten in Seesen. Die Klinik wolle mit „Fakten versus Emotionen“ antworten, sagte May. Die Personalausstattung sei sogar überdurchschnittlich, ein Gutachten belege dies.
Die Klinik gehe offensiv mit Beschwerden und Kritik um. Jedem Fall werde nachgegangen. Den rund 19.000 Patienten im Jahr 2017 in den Kliniken Goslar, Bad Harzburg und Clausthal-Zellerfeld stünden 283 Beschwerden gegenüber. Nur ganz wenige würden Probleme betreffen, die nicht tolerierbar seien.