19-Lachter-Stollen in Wildemann: Unter-Tage-Führungen ab Samstag wieder möglich
Ab Samstag können Gäste den 19-Lachter-Stollen wieder erkunden und in den 261 Meter tiefen Ernst-August-Schacht blicken. Eine Anmeldung ist jedoch erforderlich. Foto: Potthast
Wildemann. Als das größte Tunnelbauwerk der Welt galt im 19. Jahrhundert der Ernst-August-Stollen, eine der wichtigsten Anlagen des einstigen Oberharzer Silberbergbaus war der 19-Lachter-Stollen. Von beiden ist noch einiges erhalten und wird ab Samstag wieder im Besucherbergwerk Wildemann gezeigt. Viele Wochen waren Begehungen aufgrund der Corona-Pandemie nicht möglich.
Ehrenamtliche des Bergwerks- und Geschichtsvereins Wildemann haben in vielen Jahren viel renoviert, installiert, ergänzt und wieder erreichbar gemacht, auch mit Hilfe von Mitarbeitern der Kurbetriebsgesellschaft (KBG) „Die Oberharzer“. Helmut Kaiser, zweiter Vorsitzender des Vereins, und Helmut Kröner, KBG-Angestellter, Museums-Aktiver und Bergbau-Ingenieur, sind Stollenführer.
Rund 500 Meter Strecke kann der Besucher begehen, er kommt in eine Radstube, in der noch Reste eines Kehrrades erhalten sind, und er steht auf einer Brücke über dem261 Meter tiefen Ernst-August-Schacht. In die Präsentation aufgenommen sind auch Neuerungen, die während des Projektes „Trafo: „Harz/Museen/Welterbe – Weltkultur transformiert eine Region“ entwickelt worden sind.
Sie hätten bereits im März vorgestellt werden sollen, doch die Covid-19-Pandemie verhinderte das. Das Museum musste geschlossen werden – wie auch die Einrichtungen andernorts und die Trafo-Partner: in Clausthal-Zellerfeld das Bergwerksmuseum, in St. Andreasberg die Grube Samson sowie in Bad Grund die Schachtanlage Knesebeck. Nach und nach hatten sie sich in den vergangenen Wochen auf Besucher vorbereitet und wieder geöffnet. Hygienekonzepte mussten berücksichtigt werden. Nicht überall war eine Umsetzung gleich schnell möglich. Einige der Museums-Mitarbeiter gehören der Infektions-Risikogruppe an.
Für den 19-Lachter-Stollen ist nun ein Wieder-Beginn eingeläutet. Öffentliche Führungen finden von Dienstag bis Sonntag jeweils um11 Uhr und 14 Uhr statt, montags ist Ruhetag, außer in den niedersächsischen Ferien. Eine Anmeldung ist erforderlich.
Das Hygienekonzept ist laut KBG-Geschäftsführerin Bettina Beimel mit dem Gesundheitsamt des Landkreises Goslar sowie mit dem Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie abgestimmt. Von der Welterbestiftung hätten sie überdies Unterstützung bekommen. Der 19-Lachter-Stollen ist Teil der Oberharzer Wasserwirtschaft, die 2010 den Welterbestatus erhielt und seitdem zur Welterbestätte „Bergwerk Rammelsberg, Altstadt von Goslar und Oberharzer Wasserwirtschaft“ gehört.
Geregelt ist, dass sich ein Museums-Mitarbeiter sowie maximal drei Gäste im umgestalteten und mit Trafo-Objekten ausgestatteten Kassenraum aufhalten dürfen, und dass ein Stollenführer mit neun Gästen unter Tage sein darf. Er weist die Besucher auf die Abstandsregeln hin und platziert sie an bestimmten Stellen im Stollen, wenn er ausführlicher erklären muss. Desinfektionsmittel-Spender – die Ständer dazu haben KBG-Handwerker gefertigt – sind über Tage aufgestellt im Kassenraum und im Toilettentrakt. Dieser werde regelmäßig gereinigt und desinfiziert. Der obligatorische Spuckschutz ist am Kassentresen angebracht. Die für das Hygienekonzept erforderlichen Materialien habe erst einmal die KBG bezahlt, erklärt Bettina Beimel, Aber der Verein habe die Möglichkeit, über die Welterbestiftung Fördergelder zu bekommen.
Anmeldungen sind möglich unter Telefon (05323) 6628 und per E-Mail unter besucherbergwerk@t-online.de.