Das neue „Haus Looges“ (oben) ähnelt der alten „Loges-Schule“ (links ein Bild vom Abriss), wird aber nicht ganz so wuchtig sein. Der Neubau kostet 4,7 Millionen Euro und soll Ende 2021 fertig sein. Foto/Visualisierung: Firma Junicke
Bad Harzburg. Seit Freitag wird am Papenberg fleißig gebuddelt und gebaut. Die Firma Junicke setzte den ersten Spatenstich für ihr neues Projekt, das „Haus Looges“. Es entsteht dort, wo einst die Loges-Schule stand. Und die Schreibweise mit einem O mehr ist durchaus gewollt.
4,7 Millionen Euro kostet laut Junicke der Neubau, es werden 20 Mietwohnungen zwischen 50 und 80 Quadratmetern Größe entstehen, dazu kommt eine Tiefgarage. Ursprünglich hatte schon im Mai Baustart sein sollen, doch die Sache habe sich aus verschiedenen Gründen verzögert, sagt Junicke. Nichts Gravierendes, sondern normale Dinge, die bei einem solchen Projekt geschehen können. Auch Corona habe keine entscheidende Rolle gespielt.
Besonders stolz ist Dirk Junicke darauf, dass das neue Objekt mit seinem Kurbadhausstil dem Vorgängergebäude sehr ähnelt. „Wir bauen die Loges-Schule noch einmal nach“, sagt er. Allerdings nicht ganz so wuchtig. Das Haus wird eine Etage weniger haben und auch nicht so breit sein wie das Original. Aber beim vergleichenden Blick auf die Loges-Schule und den Entwurf des Neubaus werden die Ähnlichkeiten deutlich. Seien es die Giebel, sei es der Turm, der bald wieder ins Land grüßen werde, wie der Bauherr es ausdrückt. Fertiggestellt werden soll das Objekt Ende 2021.
Und wie bei Junicke üblich, wird das Gebäude auch einen Namen bekommen: „Haus Looges“, in Anlehnung an die alte Loges-Schule, die aber natürlich nur mit einem O geschrieben wurde. Das „Doppel-O“ solle verdeutlichen, dass es sich eben nicht um ein Projekt oder Objekt der Familie Loges handele, so der Bauherr. Ganz verschwinden sollte der Name indes von dem Grundstück an der Papenbergstraße aber auch nicht. Deshalb „Looges“. Wobei Junicke in Kauf nimmt, das manch einer doch irgendwann auf die Idee kommen könnte, hier habe jemand bei Bad Harzburgs Geschichte nicht aufgepasst und einen Schreibfehler verbockt. Ein Vorwurf, über den Junicke erhaben ist.
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An der Papenbergstraße entstand 1864 nicht weit entfernt vom „Harzburger Hof“ ein zweites großes Kur-stadt-Hotel: Das „Hotel Ludwigslust“, erbaut vom Lohnfuhrmann Ludwig Großhennig. In den Jahrzehnten danach war das Gebäude unter wechselnden Besitzern immer ein Hotel. Von 1958 bis 1962 fungierte es als Beamtenheim des Bundesgrenzschutzes. Danach erwarb die Familie Speidel das Anwesen und siedelte die Loges-Schule an. Ursprünglich stand die Gymnastiklehrer-Ausbildung im Mittelpunkt. Einen inhaltlichen Wendepunkt markierte im Jahre 1987 die neue berufliche Ausrichtung auf den therapeutischen Bereich. 2006 gründeten die damaligen Leiter des Hauses die Nachfolgeeinrichtung „Kortex Med“ und zogen in den Hindenburgring. Kortex Med ging später in Insolvenz. An der Papenbergstraße hingegen setzte der Verfall ein. Im November 2017 wurde der damalige Eigentümer aufgefordert, Fenster und Türen im Erdgeschoss dauerhaft zu verschließen und einen Bauzaun aufzustellen. Das geschah im Januar 2018, zugleich wurde der Abbruch des Gebäudes angekündigt. Der begann erst im Dezember 2018. Im August 2019 wurde bekannt, dass Dirk Junicke das Grundstück gekauft hatte.