Die Schanzenanlage am Brockenweg Anfang der Woche: Mittlerweile ist die marode 70-Meter-Anlage (rechts) abgerissen worden. An ihre Stelle soll nach Wunsch des Wintersportvereins eine 117-Meter-Skisprungschanze errichtet werden. Foto: Eggers
Braunlage. Die derzeit erfolgreich verlaufende Crowdfunding-Aktion für eine neue Skisprungschanze am Brockenweg des Wintersportvereins Braunlage (WSV) sorgt für Schwung. Zehn Tage läuft die Sammlung noch, und der Verein hat bereits mehr als 50.000 Euro zusammen, 30.000 Euro hatte er sich diesmal nur als Ziel gesetzt, nachdem die erste Aktion scheiterte.
Braunlage. Die derzeit erfolgreich verlaufende Crowdfunding-Aktion für eine neue Skisprungschanze am Brockenweg des Wintersportvereins Braunlage (WSV) sorgt für Schwung. Zehn Tage läuft die Sammlung noch, und der Verein hat bereits mehr als 50.000 Euro zusammen, 30.000 Euro hatte er sich diesmal nur als Ziel gesetzt, nachdem die erste Aktion scheiterte.
Nur, 50.000 Euro reichen ja nicht ansatzweise, um das Acht-Millionen-Euro Projekt am Brockenweg umzusetzen. WSV-Vorsitzender Jens Koch rechnet zwar mit weiteren Förderern, weil die Unterstützer der ersten Aktion, die das Geld per Banküberweisung gegeben haben, die Summe nicht nur mit ein paar Klicks übertragen konnten, aber auch dann wird es richtig schwer.
Aus diesem Grund schlägt Bürgermeister Stefan Grote vor, erst einmal nur die Schanze, ohne Tribüne, Café im Sprungturm und den gesamten Freizeitaktivitäten zu errichten. Auch das sei schwer zu wuppen, aber könne vermutlich eher umgesetzt werden. „Zumal man danach ja immer noch die weiteren Punkte so nach und nach realisieren kann“, berichtet er.
Vorteil dabei sei, dass die Stadt eventuell nicht einen sechsstelligen Betrag des Fördergelds für den Bau der ehemaligen Wurmbergschanze an das Land zurückzahlen müsse. Wegen des Schanzenprojekts sei er jetzt beim Innenministerium in Hannover gewesen, sagt Grote, und habe wegen der Fördergelder verhandelt. „Nur, das Ergebnis möchte ich noch nicht mitteilen“, erklärt er. Das wolle er erst bei der Ratssitzung am Donnerstag machen, damit die Kommunalpolitiker direkt von ihm erfahren, wie Hannover reagiert habe.
Vorsitzender Koch bestätigt auf Anfrage, dass er mit Grote über das Thema Schanze gesprochen habe. Nach seinen Aussagen ist aber auch die kleine Lösung noch millionenschwer. Er rechnet mit Investitionskosten von mehr als vier Millionen Euro. Es könnten anfangs vielleicht noch 800.000 Euro eingespart werden, wenn beispielsweise auf den Lift verzichtet werde, der die Sportler nach oben bringe. Weiter könnte zur Not auch der Kampfrichterturm erst später errichtet werden, das würde weitere 300.000 Euro sparen.
Der Vorsitzende machte aber auch klar, dass auf der Schanze ja attraktive Wettbewerbe – wie beispielsweise das Continentalcup-Springen im Winter (WeltcupB) – ausgetragen werden sollen, und da müsse die Infrastruktur schon stimmen. Die sogenannte Nato-Straße zum Wurmberg müsse deshalb auf alle Fälle überbaut werden. Zudem sei es sinnvoll, eine Betreibergesellschaft zu gründen, an der die Stadt beteiligt sein müsse, um Kosten zu sparen. Er unterstreicht, dass der Deutsche Skiverband das Projekt unterstütze.
Koch selbst hatte bislang noch keinen Kontakt zum Rat aufgenommen. Er hatte auf Einladung der Bürgerliste lediglich das Vorhaben bei der Wählergruppe öffentlich vorgestellt. „Ich will aber demnächst den Rat als Gesamtes informieren und um Unterstützung bitten“, kündigt er auf Nachfrage an.
Der WSV will eine neue Schanze errichten, auf der mehr als 120 Meter weit gesprungen werden kann. Weiterhin sollen die anderen Sportstätten saniert und attraktive Freizeiteinrichtungen für eine Ganzjahresnutzung geschaffen werden.