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Elisabeth und Lorenz Paulus haben mit ihren Roten Neuseeländern – hier beim Geschlechts-Check – die Europameisterschaft gewonnen.  Foto: Steigleder

Elisabeth und Lorenz Paulus haben mit ihren Roten Neuseeländern – hier beim Geschlechts-Check – die Europameisterschaft gewonnen. Foto: Steigleder

Clausthal-Zellerfeld. „F25 – 182“ ist Europachampion, der beste unter 100 Kontrahenten. Im dänischen Herning hat er bewiesen, dass er der Schönste ist, mit seinem vorzüglichen Körperbau und dem tollen Haar. Für einen Kommentar war der Champion nicht zu haben, er feiert seinen Sieg in Polen. Die Urkunde mag den Gewinner wenig jucken, er ist eher so der Karotten-Typ: „F25 – 182“ ist ein Kaninchen, seine Züchter umso stolzer auf die Meisterschaft.

Von Mario Steigleder 14.11.2018, 16:25 Uhr

Clausthal-Zellerfeld. „F25 – 182“ ist Europachampion, der beste unter 100 Kontrahenten. Im dänischen Herning hat er bewiesen, dass er der Schönste ist, mit seinem vorzüglichen Körperbau und dem tollen Haar. Für einen Kommentar war der Champion nicht zu haben, er feiert seinen Sieg in Polen. Die Urkunde mag den Gewinner wenig jucken, er ist eher so der Karotten-Typ: „F25 – 182“ ist ein Kaninchen, seine Züchter umso stolzer auf die Meisterschaft.

„Jetzt haben wir alle Titel“, sagt Lorenz Paulus, Rassekaninchenzüchter und ehemaliger Cheftrainer von „F25 – 182“, einem Roten Neuseeländer. Mit seiner Frau Elisabeth züchtet Paulus seit 48 Jahren die mümmelnden Fellgenossen, Siege hoppelten von der Lokal- bis zur Bundesebene rein. Anfang November haben sie mit ihren Roten Neuseeländern europaweit die Spitze errungen: den Titel Europameister für ihre „Kollektion“ (vier Tiere) und den Europachampion für eben jenen „F25 – 182“.

Alleine waren die beiden Wahl-Oberharzer vomRassekaninchenzuchtverein F25 nicht in Herning. Drei Tage lang teilten sich Kaninchen, Meerschweinchen und Vögel mehrere Messehallen, rund 20.000 Kleintiere präsentierten sich der Jury. Die ist streng, Paulus selbst ist als Preisrichter tätig: Mit einer lettischen Kollegin habe er in Dänemark mit „Deutsch, Englisch, Händen und Füßen“ 150 Tiere in acht Stunden bewertet. Gewicht, Körperform, Fellhaar, Kopf und Haar, Deckfarbe samt Gleichmäßigkeit, Unterfarbe und Pflegezustand gilt es bei den Kaninchen zu bewerten, bis auf Ersteres alles subjektiv, sagt Paulus. „F25 – 182“ hat übrigens 97 von 100 Punkten erreicht – „vorzüglich“ lautete die Bewertung.

Alle vier langohrigen Sieger aus Clausthal-Zellerfeld seien verkauft worden, nicht unüblich bei Rassekaninchenzüchtern. Die Roten Neuseeländer gingen nach Sachsen-Anhalt, Schweden, Polen und Norwegen – Paulus verkauft oft seine Tiere, nur wenige nimmt er von Großschauen wieder mit nach Hause.

Doch wie kommt man zu einem Hobby, bei dem Genter, Kleinsilber und Weiße Wiener die Hauptrolle spielen? Wo Dutzende Ställe alle acht bis zehn Tage ausgemistet werden, wo der Züchter in trockenen Jahren wie diesem bis nach Zorge fahren muss, um Heu zu bekommen? Seine Eltern hätten Schlacht-Kaninchen gehabt, erzählt der pensionierte Lehrer, auf einer Ausstellung habe er das erste Mal Rote Neuseeländer gesehen. Das rote Fell habe ihn überzeugt, er kaufte sich zwei – und blieb dabei. Seine Frau sprang auf den Zug mit auf, auch wenn es früher schwierig gewesen sei, eine Wohnung zu finden, wo auch die felligen Begleiter Platz fanden. Ohnehin sei die Kaninchenzucht ein Hobby ohne große Gewinnchancen, sagen die Beiden lachend – den Puschelfaktor mal ausgenommen.

Seine jährliche Vereinsschau veranstaltet der Rassekaninchenzuchtverein F25 am Wochenende 17. und 18. November. Die Ausstellung findet wie immer in der August-Tiemann-Halle am Klepperberg und diesmal gemeinsam mit dem Kaninchenzuchtverein F58 Zorge statt.

Rund 100 Kaninchen der verschiedenen Rassen sind zu der Vereinsschau angemeldet, vom Deutschen Riesen bis zum Zwergwidder, vom Rex bis zum Roten Neuseeländer. Zum ersten Mal dabei seien in diesem Jahr Kaninchen der Rasse Löwenkopf, sagt Vereinsvorsitzende Elisabeth Paulus. Bereits am Vortag vergibt die Jury die Punkte für die Zuchterfolge und ermittelt so die Vereinsmeister. Am Samstag steht dann für 10 Uhr die offizielle Eröffnung mit Ehrengästen auf dem Programm. Geöffnet ist am Samstag von 9-16.30 Uhr und am Sonntag von 10-15 Uhr.

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