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Polizei ordnet ein

GZ Plus IconVandalismus ist in der Oberharzer Landschaft trauriger Alltag

Ein Unbekannter hat die Info-Tafel am Ziegenberger Teich beschmiert. Der Ärger ist auch groß über illegale Müllentsorgung, manchmal seht sogar eine Toilettenschüssel wie vor einigen Jahren im Oberharzer Wald.

Ein Unbekannter hat die Info-Tafel am Ziegenberger Teich beschmiert. Der Ärger ist auch groß über illegale Müllentsorgung, manchmal seht sogar eine Toilettenschüssel wie vor einigen Jahren im Oberharzer Wald. Foto: Privat

Ein GZ-Leser ärgert sich über beschädigte Schilder im Harzer Welterbe. Doch ist Vandalismus wirklich mehr geworden? Wasserversorger, Harzklub und Polizei ordnen ein.

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Von Corinna Knoke
Dienstag, 10.02.2026, 16:00 Uhr

Clausthal-Zellerfeld. GZ-Leser Hartmut Schulz ist verärgert. Bei einem Spaziergang entdeckte er, dass „Schmutzfinken“ eine Informationstafel am Ziegenberger Teich mit Farbe beschmiert haben. Auf dem Schild am Bärenbrucher Teich klebt zudem ein Sticker. „Für den Normalbürger und Naturfreund ist die Verschandelung dieser historischen Tafeln nicht nachvollziehbar“, macht Schulz seinem Ärger Luft. Doch wie bewerten die Harzwasserwerke und die Polizei die Vorfälle?

„Verschmutzungen und Vandalismus an unseren Anlagen sind für uns ein Ärgernis. Handlungen dieser Art sind respektlos gegenüber der Arbeit der Harzwasserwerke, der Natur und allen anderen Besuchern unserer Anlagen“, sagt Unternehmenssprecher Norman Droste. Die Harzwasserwerke bemühten sich um eine zeitnahe Beseitigung der Verunreinigungen im Harzer Welterbe. Aktuell übersteige die hohe Zahl der Vorfälle jedoch die Kapazitäten des Wasserversorgers. Besonders frustrierend sei, dass erst kürzlich gereinigte Tafeln, etwa an bekannten Talsperren, erneut beschmiert würden. „Derzeit prüfen wir daher, welche Möglichkeiten es gibt, zukünftige Informationsschilder durch spezielle Materialien oder Beschichtungen besser gegen Graffiti und Aufkleber zu schützen.“

Diebstahl von Hexen-Piktogrammen

Auch Rainer Eikemeyer, Vorsitzender des Harzklubs Altenau, kennt das Problem nur zu gut. Beschädigte oder gestohlene Hinweisschilder seien für den Verein leider längst keine Ausnahme mehr, sondern beinahe Alltag.

Müssen Schilder ersetzt werden, trägt der Harzklub die Kosten selbst. Heute werden sie über die Geschäftsstelle in Clausthal-Zellerfeld bestellt, früher habe jeder Zweigverein sie noch selbst gedruckt. Auch wenn ein einzelnes Schild nur wenige Euro koste, summiere sich das schnell, betont Eikemeyer. Kaum zu zählen seien zudem die Fälle, in denen auf dem Harzer-Hexen-Stieg die kleinen Hexen-Piktogramme als Souvenir verschwinden.

Fast noch schlimmer findet Eikemeyer jedoch die Zustände an manchen Schutzhütten. Besonders betroffen sei die Hütte am Förster-Ludewig-Platz am Dammgraben. Nach dem Winter wolle der Zweigverein dort einen Kontrollgang machen und rechne erneut mit unschönen Funden. Bereits im Sommer seien die Vereinsmitglieder einige Wochen nicht vor Ort gewesen und hätten anschließend zwei volle Müllsäcke entsorgen müssen. Besonders unangenehm werde es, wenn Menschen an den Hütten ihre Notdurft verrichteten. „Das kann man ja keinem zumuten, das zu entfernen“, sagt Eikemeyer. Unverständlich sei für ihn generell, warum Besucher ihren Müll zwar in den Wald mitnehmen, ihn anschließend aber nicht wieder heraustragen.

Polizei sieht keine Häufung

Der Oberharzer Kommissariatsleiter Steffen Jach spricht auf GZ-Nachfrage von „einem gewissen Maß an Verrohung“, das es schon immer gegeben habe. Einen signifikanten Anstieg in den vergangenen zwei Jahren an Vandalismus könne die Polizei jedoch nicht feststellen. Häuften sich Vorfälle in kurzer Zeit, entstehe schnell der subjektive Eindruck, dass es insgesamt mehr werde. Die Aufklärung solcher Delikte sei oft schwierig, auch weil Täter nicht selten nur auf der Durchreise seien. So könne es vorkommen, dass an einem Tag mehrere Sachbeschädigungen begangen würden, die man aber erst nach einiger Zeit feststelle – wie etwa bei dem bislang unbekannten Täter, der vor einigen Monaten im Oberharz zahlreiche Autoreifen mit Schrauben beschädigte.

Bei Graffiti prüft die Polizei sogenannte Tags. Das sind minimalistische Signaturen von Sprayern, vergleichbar mit einem Logo oder einer Unterschrift. Sie bestehen meist aus wenigen Buchstaben und lassen sich in Sekunden anbringen. „Mit dem Tag auf dem Hinweisschild am Ziegenberger Teich können wir hier leider nichts anfangen“, sagt Jach auf GZ-Nachfrage. Die Polizei muss also weiter ermitteln.

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