Landesregierung investiert

14,3 Millionen Euro für die TU Clausthal: Was saniert werden soll

Das Hauptgebäude der TU Clausthal von außen.

Niedersachsen startet ein großes Investitionsprogramm für seine Hochschulen, ein Teil fließt auch an die TU Clausthal. Foto: Knoke/Archiv

627 Millionen Euro investiert die rot-grüne Landesregierung in Niedersachsens Hochschulen. Davon gehen 14,3 Millionen Euro an die TU Clausthal. Was hat die Uni vor?

Von Redaktion 09.07.2026, 04:00 Uhr

Clausthal-Zellerfeld. Marode Hörsäle, sanierungsbedürftige Institute und Gebäude, in denen Technik und Infrastruktur längst nicht mehr den heutigen Anforderungen entsprechen: Der Sanierungsbedarf an Niedersachsens Hochschulen ist seit Jahren groß. Mit einem Investitionsprogramm der rot-grünen Landesregierung sollen nun insgesamt 627 Millionen Euro in Bau-, Modernisierungs- und Sanierungsmaßnahmen an Hochschulen und Forschungseinrichtungen fließen. Auch die TU Clausthal profitiert davon.

HINTERGRUND

Die Mittel stammen aus zwei Programmen aus den Investitionsmitteln des Bundes aus dem Sondervermögen Infrastruktur und Klimaschutz (SVIK): rund 377 Millionen Euro (60 Prozent) aus der gemeinsamen Bauinitiative von Bund und Ländern, rund 250 Millionen Euro (40 Prozent) aus dem Länder- und Kommunal-Infrastrukturfinanzierungsgesetz (LuKIFG).

Mit den Bundesmitteln sind laut dem Ministerium verbindliche Fristen verbunden. Die Mittel aus der gemeinsamen Bauinitiative von Bund und Ländern müssen bis 2030 verausgabt werden. Für die Mittel aus dem LuKIFG gilt eine Umsetzungsfrist bis 2042. Somit können sowohl kurzfristig notwendige Maßnahmen als auch langfristige Investitionen in die Hochschulinfrastruktur des Landes finanziert werden.

Für die Hochschule im Oberharz sind Investitionen in Höhe von rund 14,3 Millionen Euro vorgesehen. Das Geld soll unter anderem in energetische Sanierungen, generelle Gebäudesanierungen, die Erneuerung elektrischer Anlagen sowie Modernisierungen im Rechenzentrum fließen. Ziel sei es, die Lern- und Arbeitsbedingungen für Studierende und Beschäftigte zu verbessern und die Hochschule langfristig zukunftsfähig aufzustellen.

Alle 18 staatlichen Hochschulen profitieren davon

Insgesamt umfasst das Investitionsprogramm 143 Maßnahmen an Hochschulen und Forschungseinrichtungen in Niedersachsen. Nach Angaben des niedersächsischen Wissenschaftsministeriums profitieren alle 18 staatlichen Hochschulen sowie die Universitätsmedizin und weitere Forschungseinrichtungen von dem Programm. Das Geld fließt nicht nur in neue Gebäude, sondern vor allem in die Modernisierung bestehender Hochschulen. Studierende und Beschäftigte sollen die Veränderungen vielerorts direkt bemerken – etwa durch sanierte Seminarräume und Sanitäranlagen, modernisierte Mensen, Räume für hybride Lehrformate oder eine bessere technische Ausstattung. Zugleich setzt das Land einen Schwerpunkt auf Klimaschutz: Gefördert werden unter anderem energetische Sanierungen, Wärmepumpen, moderne Heizungs- und Lüftungsanlagen sowie der Austausch von Fenstern, Türen und Beleuchtung.

Während die TU Clausthal 14,3 Millionen Euro erhält, fallen die Investitionen an einigen anderen Hochschulstandorten noch deutlich höher aus. Die TU Braunschweig bekommt etwa rund 36,5 Millionen Euro für eine Ersatzunterbringung des Gebäudes „Langer Kamp 8“, das aus Gründen des Gesundheitsschutzes nur noch eingeschränkt genutzt werden kann. An der Universität Göttingen sind circa 39 Millionen Euro für die Modernisierung des Heizkraftwerks vorgesehen, um die Wärmeversorgung künftig klimafreundlicher zu gestalten. Die Tierärztliche Hochschule Hannover erhält zudem 9,5 Millionen Euro für den Neubau einer Mensa.

Investition in die Zukunft des Wissenschaftsstandorts

Wissenschaftsminister Falko Mohrs (SPD) bezeichnet das Programm als eine Investition in die Zukunft des Wissenschaftsstandorts Niedersachsen. Mit den zusätzlichen Mitteln würden die bauliche Infrastruktur sowie die Bedingungen für Forschung, Lehre und Studium nachhaltig verbessert. Gleichzeitig sollen die Hochschulen energieeffizienter werden und ihre Gebäude fit für die kommenden Jahrzehnte machen.

Auch die grüne Landtagsabgeordnete und wissenschaftspolitische Sprecherin Pippa Schneider begrüßt die Investitionen. Gute Lehre brauche gute Rahmenbedingungen, erklärt sie. Niemand solle in Gebäuden studieren oder arbeiten müssen, in denen es durch das Dach regne oder die Infrastruktur nicht mehr zeitgemäß sei. Die vorgesehenen Mittel für die TU Clausthal seien deshalb ein wichtiger Schritt, um die Universität als Studien- und Wissenschaftsstandort weiter zu stärken.

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