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Goldene Aue, WvS und Ratsgymnasium

GZ Plus IconMillionen-Nachschläge, Container-Wechsel und Kontrollverluste

Massiver Bagger-Einsatz in der Goldenen Aue: Vom alten Schulzentrum steht inzwischen nichts mehr. Jetzt muss noch das Außengelände gestaltet werden.

Massiver Bagger-Einsatz in der Goldenen Aue: Vom alten Schulzentrum steht inzwischen nichts mehr. Jetzt muss noch das Außengelände gestaltet werden. Foto: Epping

Bildung kostet. Wer wüsste ein besseres Lied davon zu singen als der Landkreis Goslar? Der Abriss der Goldenen Aue kommt eine Million Euro teurer. Auf das WvS-Finanzdesaster folgt eine (juristische) Prüfung. Ein Teil der RG-Container zieht bald um.

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Von Frank Heine
Freitag, 14.03.2025, 18:00 Uhr

Goslar/Bad Harzburg. Was lässt sich der Landkreis die Bildung der jungen Menschen in der Region kosten? Zuletzt hatten wie berichtet die millionenschweren Schulbaustellen in der Goslarer Goldenen Aue und am Werner-von-Siemens-Gymnasium (WvS) in Bad Harzburg für Aufregung gesorgt. In Goslar hatte die CDU-Fraktion im Kreistag Baumängel im neuen Schulzentrum gewittert und einen Antrag gestellt, auf die Dienste von Total- und Generalunternehmern künftig zu verzichten. In der Kurstadt waren die Finanzen jüngst komplett aus dem Ruder gelaufen. Neue Nachrichten präsentierte die Kreisverwaltung jetzt im Schulausschuss.

Freie Fläche vor den Sporthallen und der neuen Goldenen Aue: Sie gilt nach Aussage der Kreisverwaltung als „grundsätzlich mängelfrei“.

Freie Fläche vor den Sporthallen und der neuen Goldenen Aue: Sie gilt nach Aussage der Kreisverwaltung als „grundsätzlich mängelfrei“. Foto: Epping

Zunächst zur Goslarer Baustelle: Fachbereichsleiter Michael Conzen führte aus, dass der laufende Abriss des alten Schulzentrums im Zeitrahmen liege und nach Plan im Sommer beendet werde. 2,9 Millionen Euro seien für das Vorhaben angesetzt. Es lägen jedoch Nachtragsforderungen des Totalunternehmers Depenbrock vor, die sich in einem erhöhten Schadstoffaufkommen und unvorhergesehenen Gewerken begründeten. An dieser Stelle komme die Verwaltung ihrer Kontrollfunktion nach und prüfe dies auch juristisch. Landkreis-Sprecher Maximilian Strache bezifferte die im Ausschuss nicht zur Sprache gekommene Summe später überschlägig auf eine Million Euro, die aber im Haushalt 2025 bereits eingeplant sei. Ansonsten gelte die neue Goldene Aue als „grundsätzlich mängelfrei“, erklärte Conzen. Es gebe zudem die Verabredung, die ersten zwölf Monate zu warten und Startschwierigkeiten auszumerzen. Der Totalunternehmer komme seinen Gewährleistungspflichten sofort und problemlos nach, betonte Conzen.

„Heftig durchgeschüttelt“

Und das WvS mit seinem Sechs-Millionen-Euro-Nachschlag? Der Vorgang „hat uns heftig durchgeschüttelt“, gestand Erster Kreisrat Frank Dreßler. Um solche unliebsamen Überraschungen zu vermeiden, sollen Verantwortlichkeiten auch juristisch geprüft werden. Außerdem sei eine Organisationsuntersuchung für den Fachbereich IV mit seinen Aufgaben Familie, Jugend und Soziales schon angestoßen. Der Prozess soll „genau unter die Lupe genommen“ werden. Und zwar nicht mit eigenen Kräften, sondern in einer externen Supervision. Zwei Angebote lägen bereits vor. Es könne aber sein, dass bei allen Sparzwängen des Landkreises neue Stellen nötig seien, warnte Dreßler vor.

Nach den Goslarer Erfahrungen mit der Goldenen Aue wirbt Dreßler in einer Stellungnahme für weitere Projekte mit Totalunternehmern, die Kosten-, Zeit- und Kontrollvorteile hätten. So liegen jetzt auch erste Zahlen im zweistelligen-Millionen-Bereich für Abriss und Neubau der Sporthalle am Gitterweg in Liebenburg vor (ausführlicher Bericht folgt). Aber: „Die Kreisverwaltung wird sicherlich auch weiterhin das Gros ihrer Baumaßnahmen klassisch ausschreiben, um gerade dem örtlichen Handwerk und Unternehmen Gelegenheit zu geben, an diesen Maßnahmen wirtschaftlich zu partizipieren“, beruhigt Dreßler.

RG-Container bleiben länger

Welche Baustelle gibt es noch? Die Oberstufe des Ratsgymnasiums soll ins ehemalige Archivgebäude an der Zehntstraße ziehen. Ursprünglich sollte dies im Sommer 2025 passieren. Zuletzt hatte die GZ im Dezember über Verzögerungen berichtet. „Die Fertigstellung des Umbaus verlängert sich nach aktuellem Stand um rund vier Monate. Der Bezug durch die Oberstufe ist gegenwärtig nach den Herbstferien vorgesehen“, bestätigt Strache noch einmal diesen bekannten Verzug. Die Baukosten lägen im Budget. Für den Übergang bleiben die angemieteten Container im Schulgarten stehen.

Blick aufs Ratsgymnasium: Nur noch bis zum Sommer bleiben die Container auf dem vorderen Pausenhof stehen. Die angemieteten Module im Schulgarten bekommen eine Verlängerung.

Blick aufs Ratsgymnasium: Nur noch bis zum Sommer bleiben die Container auf dem vorderen Pausenhof stehen. Die angemieteten Module im Schulgarten bekommen eine Verlängerung. Foto: Sowa

Sie sollen laut Strache erst im ersten Quartal 2026 demontiert werden. Die Umsetzung der roten landkreiseigenen Container, die auf seit zehn Jahren auf dem vorderen Pausenhof stehen, soll wie geplant in den Sommerferien erfolgen. Wie berichtet ist als neuer Standort die Oberschule an der Deilich in Bad Harzburg vorgesehen. Der erforderliche Bauantrag soll zeitnah gestellt werden. Die Abstimmung sei für die nächste Woche terminiert. Straches Fazit: „Weitere Veränderungen in der Schulcontainerlandschaft sind zurzeit nicht geplant.“

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