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Landkreis investiert Millionen

GZ Plus IconAlles für die Bildung: An diese Firmen fließt Goslarer Geld

Baustelle mit orangefarbenem Zylinderbehälter, Baugerüst an einem mehrstöckigen Gebäude und mehreren Fahrzeugen im Hintergrund

Es zieht sich: Die Baustelle am Werner-von-Siemens-Gymnasium in Bad Harzburg dauert nicht nur länger, sondern kommt dem Landkreis auch teuer. Foto: Exner

Der Landkreis Goslar investiert Millionen in Schulen, Sport und Kita-Beratung. Der Löwenanteil geht 2025 nach Bad Harzburg. Eine Liste weist Aufträge ab 250.000 Euro aus.

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Von Frank Heine
Dienstag, 24.02.2026, 12:00 Uhr
Allein 66,7 Millionen Euro haben Abriss und Neubau des Schulzentrums Goldene Aue an der Goslarer Bornhardtstraße gekostet – das Geld für die Ausstattung ist in dieser Summe noch nicht einmal enthalten. Dass den Landkreis die Bildung nicht nur lieb, sondern oft genug auch teuer ist, mögen ein paar weitere Zahlen belegen, die der Schulträger aktuell für die Kreistagspolitik aufbereitet hat.

Die Kreisverwaltung informiert am Mittwoch im Ausschuss für Bildung, Kultur und Sport bereits zum zweiten Mal nach dem Finanzausschuss über erfolgte Auftragsvergaben, die im vergangenen Jahr über einem Brutto-Volumen von einer Viertelmillion Euro lagen. Die schlechte Nachricht für die Kasse: Es sind viele gerade im Bereich der Schulen. Die gute Nachricht für die Behörde. Inzwischen scheint sich der Bausektor wieder derart sortiert zu haben, dass auch häufiger wieder mehr Angebote von Firmen eingehen.

Stratie in Goslar und Harzburg

Der Löwenanteil des Geldes floss 2025 in die benachbarte Kurstadt, wo das Werner-von-Siemens-Gymnasium mit Sanierung und Anbau wie berichtet den ursprünglichen Ansatz von neun Millionen Euro längst nahezu verdoppelt hat. Was entrichtet der Steuerzahler? Neue Kunststofffenster kosten 279.116 Euro, die an die Oberharzer Firma Klose Innenausbau als einzigen Bieter gehen. Das Blankenburger Unternehmen Stratie kommt mit knapp 474.000 Euro bei den Tiefbauarbeiten zum Zuge und setzt sich gegen neun Mitbieter durch. Auch in Goslar legen die Ostharzer los, wo der Tiefbau für die neue Oberstufe des Ratsgymnasiums an der Zehntstraße mit knapp 410.000 Euro zu Buche schlägt. Es gingen fünf Gebote ein.

Metall- und Trockenbauarbeiten

Zurück in Bad Harzburg: Die Metallbauarbeiten gehen für gut 628.000 Euro weg. Der Goslarer Baßgeigen-Betrieb Metallbau Erhard Albrecht setzt sich gegen acht weitere Interessenten durch. Etwas mehr als 320.100 Euro kosten die Trockenbauarbeiten an den Wänden. Das Geld fließt in Richtung Norden an die Bratsiotis Innenausbau in Lengede. Nach Süden wiederum werden die gut 308.000 Euro für den Trockenbau an den Decken überwiesen. Die RYMA-Systembau sitzt in Duderstadt. Drei beziehungsweise neun Angebote wurden unterbreitet.

Für die Abdichtung des Schulaula-Daches sind gut 267.500 Euro ausgewiesen, die bei der Okeraner Traditionsfirma Erich Ide & Co. innerhalb der Landkreisgrenzen bleiben. Es war aber auch das einzige Angebot. Die kaputte Tribüne in der Sporthalle A am Schulzentrum Goldene Aue ist dagegen ein Auftrag, den sich die Firma Jezet nv auf die Fahnen geschrieben hat. Das Unternehmen ist in der belgischen Gemeinde Pelt in der Provinz Limburg in Flandern an der Grenze zu den Niederlanden beheimatet. Etwas mehr als 293.000 Euro gehen dorthin. Es gab drei Mitbieter.

Eine Million für Kita-Beratung

Bemerkenswert ist vielleicht noch die Millionen-Ausgabe, die nicht bei Schulen, aber bei Kindertagesstätten einsortiert ist. Für eine über mehrere Jahre laufende Fachberatung für die Kitas im Landkreis – im Landkreis-Papier ist irrtümlich eine Kita-Fachtagung ausgewiesen – sind fast 1,14 Millionen Euro aufgerufen, die die Gesellschaft für elementare Bildung als einziger Bieter erhält. Und nur am Rande: Die neue Multimedia-Anlage im großen Saal des Landkreisgebäudes kommt längst nicht nur der Kreistagspolitik zugute, sondern auch vielfachen Vortragsangeboten mit Bildungsmehrwert – man denke nur an den Goslarer Geschichtsverein als regelmäßigen Stammnutzer. Fast 330.000 Euro erhält das Hannoveraner AVI Studio, das die beste von einem halben Dutzend Offerten eingereicht hat.

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