Milliardenschwere Zukunftstechnologie

Goslarer Unternehmen H.C. Starck arbeitet an Fusionsreaktor mit

Zwei Personen mit Namensschildern vor einem violetten Hintergrund mit den Logos des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt sowie der Hightech Agenda Deutschland und dem Text 'Auf dem Weg zum Fusionskraftwerk

Wollen für H.C. Starck bei der Entwicklung von Fusionsreaktoren mitmischen: Dr. Julia Meese-Marktscheffel, Director Technology & Innovation Global, und Projektleiter Tino Säuberlich. Foto: H.C. Starck Tungsten

Das Goslarer Chemieunternehmen H.C. Starck Tungsten entwickelt für Reaktorbauteile, die Temperaturen von 100 Millionen Grad aushalten müssen – ein Milliardenprojekt.

Von Redaktion 15.07.2026, 18:00 Uhr

Goslar. Das Goslarer Chemieunternehmen H.C. Starck Tungsten beteiligt sich an einem milliardenschweren Zukunftsprojekt der deutschen Energieforschung. Wie das Unternehmen in einer Pressemitteilung mitteilt, entwickelt der Standort in Oker spezielle Wolframpulver für den Einsatz in künftigen Fusionsreaktoren.

Wolfram für das Herzstück des Reaktors

Die Arbeiten sind Teil des Förderprogramms „Fusion 2040“ des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR). Die Wolframpulver sollen zur Herstellung der sogenannten „First Wall“ dienen – jener Innenwand eines Fusionsreaktors, die das rund 100 Millionen Grad heiße Plasma von der Anlagenstruktur abschirmt. So heiß ist nicht einmal die Sonne. Das Material müsse dabei nicht nur extremen Temperaturen, sondern auch Teilchen- und Neutronenbeschuss standhalten. Wolfram eigne sich aufgrund seiner hohen Hitzebeständigkeit und Stabilität besonders für diese Aufgabe.

Große Herausforderungen bei der Verarbeitung

Laut Projektleiter Tino Säuberlich liegt die größte Herausforderung weniger in den Eigenschaften des Werkstoffs als in dessen Verarbeitung. Das Forschungs- und Entwicklungsteam arbeite an Verfahren, um die Bauteile künftig im 3D-Druck präzise herstellen und sicher mit Kühlelementen verbinden zu können. Zugleich müsse das Material besonders rein sein, um Rissbildung, Oxidation und unerwünschte radioaktive Aktivierung zu vermeiden.

Teil eines bundesweiten Zukunftsprojekts

Wie H.C. Starck Tungsten weiter mitteilt, setzt das Projekt auf die enge Zusammenarbeit von Industrie, Forschung und Politik. Ziel des Förderprogramms ist es, Deutschland als führenden Standort der Fusionstechnologie zu etablieren und in den 2040er-Jahren erste Fusionskraftwerke in Betrieb zu nehmen. Nach Unternehmensangaben unterstreicht die Beteiligung an „Fusion 2040“ die Bedeutung des Goslarer Standorts für die Entwicklung künftiger Schlüsseltechnologien.

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