Oker drückt aufs Tempo: Millionenschwere Module rücken an
Hier soll der neue Anbau hin: Aktuell wird auf dem Areal, das im April des Vorjahres erstmals seit August 2019 containerfrei war, die Betonplatte gefertigt. Foto: Heine
Blitzschneller Aufbau: Wenn die Module für Okers Grundschulanbau kommen, ist Tempo angesagt. Die GZ hat Neuigkeiten von dieser und der Millionen-Baustelle gleich nebenan.

Schockschwerenot: Sehen so die neuen Anbaumodule aus? Nein, keine Angst: Es handelt sich um die Container-Unterkunft für die Bauarbeiter. Foto: Heine
Der Ganztag startet wie angekündigt
Trotzdem soll die Ganztagsbetreuung wie angekündigt starten. Und ein halbes Schuljahr später dürfte auch wieder Unterricht in der Mehrzweckhalle auf der anderen Seite der Abzucht über die Bühne gehen. Ein bisschen viel auf einmal und sehr kurz zusammengefasst? Stimmt. Aber in der Tat scheint sich auf zwei Okeraner Großbaustellen in einer Art Geschwindigkeitsrausch vieles bis Ende des Jahres hinzuzurren, was vorher etliche Hindernisse überwinden und Stolpersteinen aus dem Weg gehen musste.
Baustellen-Inspekteure (v.l.): Rektoring Claudia Kohl, Oberbürgermeisterin Urte Schwerdtner, das GGM-Duo Daniel Gintaut und Kourosh Zalakzadeh sowie Mara-Lena Macke und Elisa-Marei Mühlenweg aus der Schulverwaltung gefällt, was sie bei nasskaltem Wetter zu sehen bekommen. Foto: Heine
Anbau-Vorbereitungen schreiten voran
Die Grundschule Oker macht jetzt containerfreie Pause

Zur Erinnerung: So soll der Anbau der Grundschule am Ende aussehen. Foto: Stadt Goslar
66 Module in 44 Stunden
Plan ist demnach: In der Nacht auf Dienstag setzt sich ein Transport von der Produktionsstelle im Kabelsketal bei Halle an der Saale in Bewegung und befördert 66 Module bis nach Goslar und Oker. Die ersten Module werden direkt an die Baustelle gefahren, die anderen auf dem Goslarer Betriebshof an der Immenröder Straße zwischengelagert. Ab 8 Uhr morgens soll der tonnenschwere Spaß beginnen. Ein Kran setzt Teil auf Teil zunächst von einer Seite aus aufeinander, begibt sich anschließend auf die andere Seite und macht von dort aus weiter – Tetris im gigantischen Format. Gerechnet wird laut dem GGM-Duo mit einer Zeit von 40 Minuten, bis ein Modul seinen Platz gefunden hat: Was am Ende bedeutet, dass 44 Stunden fürs Aufbauen einzuplanen wären. So weist es der Handyrechner von Stadtoberhaupt Schwerdtner aus. Nun gut, vielleicht wird jetzt nicht unbedingt nachts durchgearbeitet. Aber bis Ostern sollte das Gebäude auf jeden Fall stehen.
Provisorium: Das Containerdorf auf der anderen Seite der Wolfenbütteler Straße wird mindestens noch bis Schuljahresende benötigt. Foto: Heine

Rund 240 Kinder besuchen aktuell die Grundschule Oker, die zugleich Förderschule mit dem Schwerpunkt Sprache ist. Fürs neue Schuljahr rechnen die Planer mit 260 Kindern. Foto: Heine
Beton, Regen und Zeitpläne
Gut, das wäre geklärt. Aber macht denn der Regen dieser Tage dem Beton nichts aus? Was ist, wenn der länger zum Trocknen braucht? GGM-Vize Gintaut zerstreut die Bedenken. Kein Problem, das haut hin. Und wenn alles miteinander verzahnt und verschraubt ist, rücken die Elektriker, die Profis für Heizung, Lüftung und Sanitär sowie die Fußbodenleger an, erläutert Zalakzadeh. Wobei einiges in den Modulen bereits vorinstalliert ist. Am Ende der Handwerker-Stange schwingen die Maler den Pinsel.Mensa und neue Unterrichtsräume
Grundschule Oker: Stadtrat einstimmig für Anbau

Ein Gerüst ziert weiterhin die Mehrzweckhalle auf der anderen Abzucht-Seite. Foto: Heine
Kein leichtes Unterfangen
Der neue Ganztag startet trotzdem sofort mit dem neuen Schuljahr, erläutert Kohl. „Die Eltern sind im Boot und informiert, sie tragen alles mit“, sagt die Rektorin. Schon am 13. April ist nach Ostern ein weiteres Treffen für einen Info-Austausch über den aktuellen Stand der Planungen angesetzt. Dass es kein leichtes Unterfangen wird, daran lässt Kohl keinen Zweifel. Kooperationspartner wachsen nicht auf Bäumen oder stehen vor dem Schultor Schlange. Vom Land kommt auch nur eine Summe, die 40 Prozent vom Gesamtbudget betrage – „wir machen das Beste draus, müssen uns aber schon strecken.“
Ansichten aus der Mehrzweckhalle: Die Fensterfront ist mittlerweile dicht. Foto: Heine
Lehrschwimmbecken und Hausmeisterhaus
Bagger startet mit dem Abriss an der Okeraner Mehrzweckhalle

Ansichten aus der Mehrzweckhalle: die Dachkonstruktion. Foto: Heine
Seit April 2024 wird saniert
Bei der Mehrzweckhalle, deren Sanierung seit April 2024 läuft, sind nach ursprünglicher Planung knapp 9,26 Millionen Euro für ein runderneuertes Gebäude mit neuem Anbau vorgesehen. Sie sollte ursprünglich einmal im vierten Quartal 2025 an den Start gehen. Diese Pläne wurden hinfällig, weil bei der Schadstoffsanierung Asbest unter anderem in der Dachpappe über dem Schwimmbad gefunden wurde.
Ansichten aus der Mehrzweckhalle: die Spielfeldabgrenzung mit Tribüne. Foto: Heine
Die Mehrzweckhalle Oker soll, ähnlich wie die Hallen in Jerstedt und Hahndorf, in erster Linie ein Treffpunkt für die Okeranerinnen und Okeraner sein, erklärt Sprecherin Siegl im Nachgang. Der neue, großzügige Mehrzweckraum neben der Sporthalle ersetzt das abgerissene Lehrschwimmbecken. Es wird eine Küche sowie einen kleinen terrassenartigen Außenbereich geben. Raum und Halle sind laut Siegl nicht nur für Sport, sondern auch für andere Veranstaltungen und Feierlichkeiten ausgelegt. Dort können städtische Veranstaltungen genauso Raum finden wie Turniertage örtlicher Vereine oder private Feierlichkeiten. Die Halle wird gegen Entgelt zu mieten sein. Für die Schule kann sie beispielsweise für Einschulungen und für andere Veranstaltungen dienen.
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