Oberharz: Wie die Bramkebrücke Stück für Stück verschwindet
Der Kran hebt am Montag das erste Teil der Bramkebrücke heraus. Foto: Skuza
Seit Jahren erhitzt die gesperrte Bramkebrücke die Gemüter nicht nur im Oberharz. Derweil geht es jetzt sichtlich voran, erste Teile wurden bereits entfernt.
Schulenberg. Der Abriss der Bramkebrücke geht sichtlich voran. An dem seit Jahren für den Kraftverkehr gesperrten und maroden Bauwerk klafft seit Montagvormittag eine deutliche Lücke. Schritt für Schritt soll die alte Brücke nun verschwinden, damit eine neue her kann.
Ein echter Hingucker: der Kran, der die tonnenschweren Teile der Brücke entfernt. Foto: Neuendorf
Diesen Anblick bekommt man auch nicht alle Tage: Über der Bramkebrücke hängt ein Segment der Brücke selbst, ein riesiger Kran befördert das Stück an das Ufer. Nachdem schon seit September vergangenen Jahres mit dem Rückbau des Bauwerks begonnen wurde – etwa der Entnahme der Fahrbahnplatten – verschwindet die Brücke aus den 1940ern nun endgültig von der Bildfläche.

Vor einigen Tagen wird der Kran vor Ort aufgestellt. Foto: Neuendorf
Bis zu 100 Tonnen schwer
Die Einzelsegmente, die das ausführende Unternehmen dieser Tage entnimmt, sind zwischen 30 und 100 Tonnen schwer. Angefangen beim Mittelstück, dem kleinsten Segment, schrumpft die Brücke jetzt von der Mitte bis an das Ufer in Richtung Oker. Danach muss der Kran von seinem jetzigen Standort zur Schulenberger Seite transportiert werden, um auch die Teile am Westufer zu entfernen. Die Grundpfeiler, auf denen die Bramkebrücke steht, werden zwar um rund 1,50 Meter eingekürzt. Sie werden aber auch die Grundlage für die neue Brücke sein.

Das erste Segment der Bramkebrücke wird entfernt. Foto: Skuza
Im November 2023 war das Bauwerk nach einer Prüfung für den motorisierten Verkehr gesperrt worden. Seitdem arbeitet die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Zusammenarbeit mit weiteren Behörden und Institutionen an den Vorbereitungen für einen Neubau der Brücke. So mussten etwa Leitungen verlegt sowie Fledermäuse und Schwalben umgesiedelt werden.
Neubau im Taktschiebeverfahren
Wenn der Abriss (wie bisher) weiterhin planmäßig verläuft, soll es im Sommer mit dem Bau der neuen Brücke weitergehen. Sie wird im sogenannten Taktschiebeverfahren gebaut. Diese Methode kommt etwa zum Einsatz, wenn die örtlichen Begebenheiten keine zusätzlichen, temporären Traggerüste zulassen – in tiefen Tälern beispielsweise oder im Fall der Bramkebrücke über der Okertalsperre, bei der nicht nur die Topografie, sondern auch beispielsweise der Gewässerschutz besondere Herausforderungen sind.

Im September 2025 beginnt der Abriss des maroden Bauwerks. Foto: Neuendorf/Archiv
Im Taktschiebeverfahren werden die einzelnen Abschnitte des Überbaus der Brücke direkt vor Ort hinter dem Widerlager hergestellt. Grob umrissen: Ist ein Betonteil fertig, wird es direkt vor das zuletzt montierte Teilstück betoniert. Mit einer speziellen Taktschiebeanlage werden die einzelnen Brückenteile über Gleitvorrichtungen in ihre Position gedrückt. So wächst die Brücke Schub um Schub von einer Seite auf die andere.

So soll die neue Bramkebrücke in Zukunft aussehen. Foto: GRBV Ingenieure im Bauwesen GmbH
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