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Neuer Anlauf für Abriss an B 498

GZ Plus IconStadt Goslar schreibt Abriss der „Villa Helene“ erneut aus

Teilweise eingestürztes mehrstöckiges Gebäude neben einer kurvigen Straße mit Absperrung und Wald im Hintergrund

Die Abrissarbeiten für die "Villa Helene" sind neu ausgeschrieben. Anfang März soll der Auftrag vergeben werden. Foto: Epping

Nach der Kündigung des ersten Vertrags sucht die Stadt Goslar erneut eine Firma für den Abriss der Brandruine an der B 498. Der Zuschlag soll Anfang März fallen.

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Von Hendrik Roß
Freitag, 23.01.2026, 04:00 Uhr

Goslar. Das Drama um die „Villa Helene“ ist um ein neues Kapitel reicher. Nach einem Rechtsstreit mit der Baufirma, die die Brandruine an der B 498 in Romkerhall abreißen sollte, hat die Stadt Goslar die Arbeiten neu ausgeschrieben. Es vergehen also noch weitere Wochen, bis die Schuttberge neben der Bundesstraße verschwinden – wenn sich ein geeigneter Bewerber findet. Ansonsten drohen gar weitere Monate des Stillstands.

Zuschlag am 2. März

Die öffentliche Ausschreibung läuft noch bis zum 30. Januar. Bis zu diesem Tag können Angebote bei der Stadtverwaltung abgegeben werden. Der Zuschlag soll dann spätestens am 2. März erfolgen, teilt Stadtsprecherin Daniela Siegl mit.

In den Ausschreibungsunterlagen, die auf der Internetseite der Stadtverwaltung zu finden sind, ist festgehalten, dass der Auftragsnehmer „15 Tage nach Zuschlagserteilung“ mit den Abriss- und Aufräumarbeiten bei der „Villa Helene“ starten muss. Innerhalb von 18 Werktagen nach Beginn müssen Brandruine und Schuttberge verschwunden sein, so die Bedingungen der Verwaltung.

120.000 Euro Kosten

Eigentlich wollte man mit der Brandruine „Villa Helene“ schon sehr viel weiter sein. Schon 2025 beauftragte die Stadt eine Firma mit dem Abriss. Am 4. September sollten die Arbeiten an der Bundesstraße 498 zwischen Oker und Altenau beginnen.

Nach damaligen Schätzungen sollte das Unterfangen insgesamt 120.000 Euro kosten. Um diese Summe gab es jedoch Streit mit der beauftragten Firma. Die Stadtverwaltung sprach von Differenzen über ein Nachtragsangebot. Diese ließen sich offensichtlich nicht ausräumen: „Seitens der Stadt Goslar wurde der Vertrag außerordentlich gekündigt“, heißt es dazu schmallippig aus dem Rathaus.

Schon lange gesperrt

Dass die öffentliche Hand überhaupt für den Abriss bezahlen muss, war so nicht vorgesehen. Die baufällige „Villa Helene“ war vor mehr als zwei Jahren abgebrannt, die Polizei geht von Brandstiftung aus. Seitdem ist die Fahrbahn der Bundesstraße dort halbseitig gesperrt. Eine Ampel regelt den Verkehr. Die Eigentümer des Gebäudes konnten nicht belangt werden. Nach damaligen GZ-Informationen hielten sie sich in Tschechien auf. So blieb die Stadt auf den Kosten für den Abriss sitzen, der seitdem auf sich warten lässt.

Ein mehrstöckiges Haus steht nachts in Flammen, Rauch steigt aus den Fenstern und dem Dach auf

Die „Villa Helene“ in Romkerhall brennt im Oktober 2023 lichterloh. Foto: Epping (Archiv)

Die „Villa Helene“ stand schon vor dem Brand seit vielen Jahren leer. Früher beherbergte sie einen Hotelbetrieb mit Sauna und eigener Fleischerei. In den letzten Jahren gab es immer mal wieder Pläne, den Betrieb wieder aufzunehmen, doch daraus wurde nichts.

Ein Bagger rollt an

Einen endgültigen Schlussstrich unter irgendwelche Zukunftspläne zog dann das Feuer am 20. Oktober 2023. Um 20.30 Uhr ging der Notruf bei der Feuerwehr ein: Großalarm bei Romkerhall. In Goslar wurde Sirenenalarm ausgelöst. Auf den Weg zur Unglücksstelle machten sich rund 120 Feuerwehrleute mit 27 Fahrzeugen aus Goslar und Clausthal-Zellerfeld. Gegen Mitternacht war der Brand unter Kontrolle, schon am nächsten Tag rückte wegen der Einsturzgefahr ein Bagger an, um die oberen Etagen der Villa-Ruine abzutragen. Seitdem liegen die Schuttberge direkt an der Bundesstraße.

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