„Arsen und Spitzenhäubchen“ macht in Goslar irrsinnig Spaß
Darauf einen Holunderwein (v.r.): Laura-Sophie Herche und Antonia Schlüter sind die beseelt-durchgeknallten Brewster-Schwestern und schenken Lasse Huwald aus dem Giftschrank ein.
Foto: Heine
Ausverkaufte Aula, ein starkes Ensemble und eine buchstäblich irrsinnige Komödie: Die Theaterwerkstatt am Goslarer Ratsgymnasium feiert mit „Arsen und Spitzenhäubchen“ am Dienstagabend eine gelungene Premiere. Es warten drei weitere Aufführungen.
Diese Komödie ist komplett irre – und bereitet mehr als acht Jahrzehnte nach ihrem Entstehen auch dem Goslarer Publikum weiterhin riesigen Spaß beim Zuschauen.
Heiratskandidat am Rande des Nervenzusammenbruchs: Lennard Hüttner (l.) will Sofie Reuter ehelichen, hat aber die Opfer seiner Tanten im Keller.
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Nicht enden wollenden Applaus erntete „Arsen und Spitzenhäubchen“ am Dienstagabend bei der Premiere in der voll besetzten Aula des Ratsgymnasiums (RG), als die Theaterwerkstatt sich zum zweiten Mal nach 2003 an den wahnwitzig-grandiosen (Film-)Klassiker aus den 1940er Jahren mit einem unübertroffenen Cary Grant in der Hauptrolle wagte – und zweieinhalb Stunden lang keine Langeweile aufkommen ließ.
Wie auch? Nichts gegen Josephine Hull und Jean Adair, die im Film als schrullig-gutmütige Schwestern ein Dutzend Leichen im Keller haben, weil sie aus lauter Gutmütigkeit mit einem garantiert tödlichen Mix aus Arsen, Strychnin und Zyankali im Holunderwein alleinstehende Männer aus ihrer Einsamkeit erlösen.
ZUR PREMIERE VON „ARSEN UND SPITZENHÄUBCHEN“
Mia Summer Olbrich, Antonia Schlüter, Eske Wohlberedt, Laura-Sophie Herche, Florian Schneider, Lennard Hüttner, Efe Yildiz, Tim Burmester, Sofie Reuter, Stella Celine Lehmann, Lasse Huwald, Luise Bolt, Inga Junk, Pauline Urig, Yakta Bou Hassoun sind Schülerinnen und Schüler der Klassen neun bis 13 am Ratsgymnasium, die in der Theaterwerkstatt unter Regie von Axel Dücker und mit Assistenz von Merle Bothe zusammen mit Jan Jedenack einem herrlichen Komödien-Klassiker frisches Leben einhauchen.
Nicht zum ersten Mal übrigens: Schon im Mai 2003 hatte die Theaterwerkstatt – damals schon mit Dücker, aber erstmals mit Asita Tarbiat, die als Nachfolgerin von Wilfried Seyfarth die 1997 kurzzeitig eingeschlafene Theater-Tradition am RG wieder aufleben lässt – den Gassenhauer von Joseph Kesselring zum Wiederdurchstarten genutzt. Als Journalisten-Neffe Mortimer Brewster glänzt damals Jan Jedenack auf der Bühne, der 2025 wieder dabei ist, als grandioser schwarzer Humor in der RG-Aula versprüht wird – diesmal neben Dücker und Bothe im Hintergrund und als Ratgeber aus eigenem Erfahrungsschatz.
Im Publikum sitzt am Dienstag auch Lehrerin Anette Steinberg, die lange das RG-Theater mitgestaltet und inzwischen Verantwortung abgegeben hat.
Nur am Rande: 2003 war auch Christian Steinecke im Ensemble, Sohn des früheren RG-Direktors und Bühnenreif-Gründers Ernst Steinecke und Bruder von Philipp Steinecke. Der wiederum ist ab dem 11. Juni im neuen Musical „Bad Girls“ am Rammelsberg erneut in seinem Element. Ebenso wie Regieassistentin Merle Bothe, die quasi nebenbei auch noch ihr Abitur macht – Chapeau!
Neugierig geworden? Für die drei weiteren Aufführungen am 22., 23. und 24. Mai gibt es noch Restkarten an der Abendkasse. Die Tickets kosten acht Euro, ermäßigt fünf Euro. fh
Theater-Premiere am Ratsgymnasium
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Aber was die auf alt getrimmten Antonia Schlüter und Laura-Sophie Herche als Abby und Martha Brewster auf die RG-Bühne zaubern, ist schlicht phänomenal. Ja, die Rollen sind gewiss nicht undankbar, aber diese Leistung lässt sich auch nicht mal eben aus dem Ärmel schütteln. Seit den Castings im November 2024 proben die jungen Darsteller – dass sich die Mühe lohnt, beweist jeder einzelne Akteur an diesem Premierenabend in der Aula.
Der Leichen-Konkurrent
Der ständig am Rande des Nervenzusammenbruchs wandelnde Lennard Hüttner legt mächtig Tempo und Lautstärke in seinen Charakter, der seine morbiden Tanten irgendwie vor sich selbst schützen will und als Mortimer Brewster in ein Stück gerät, das er als Theaterkritiker selbst zweifellos verrissen hätte – eine buchstäblich fesselnde Leistung.
Schluss-Applaus beim RG-Theater
Schluss-Applaus beim RG-Theater
Ein echtes Ausrufezeichen setzt Efe Yildiz, der schon im Vorjahr als Revisor im Gogol-Stück sein Talent unter Beweis gestellt hat und jetzt als wahnwitziger Brutalo-Wüterich Jonathan Brewster in Leichen-Konkurrenz zu seinen Tanten tritt. Der dritte Bruder Teddy Brewster hält sich für Präsident Theodore Roosevelt und baut im Keller Schleuse für Schleuse am Panama-Kanal. Tim Burmester packt die Hallo-Wach-Elemente mit Trompete und Treppen-Attacken aus.
Nebenbei in den Mündlichen
Schon erwähnt, dass die jungen Frauen und Männer im Ensemble aus dem 13. Jahrgang in dieser Woche gerade ihr mündlichen Abitur-Prüfungen haben?
Auf nach Panama: Tim Burmester (l.) baut eine Schleuse nach der anderen im Kellerkanal. Stella Celine Lehmann kann als Dr. Einstein nur staunen.
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Bemerkenswert. Direktor Hans-Peter Dreß weiß deren Leistungen deshalb umso höher einzuschätzen und verteilt nach dem Ende Blumen im Foyer an alle Beteiligten. Zuvor hat sich der im Sommer scheidende Schulleiter noch in der Schlussszene ein Küsschen auf die Stirn von Lennard Hüttner alias Mortimer Brewster abgeholt – zur größten Freude des Publikums, in dem mit Dr. Oliver Junk als Vater von Theater-Polizistin Broofy und Dr. Otmar Hesse als Premieren-Stammgast gleich zwei ehemalige Goslarer Oberbürgermeister saßen. Und neben Dreß ganz vorn durfte mit Quang Nam Dam ein als Auge und Ohr der Schulleitung besonders ausgezeichneter RG-Abiturient des Vorjahrs sitzen, der inzwischen Latein und Geschichte auf Lehramt in Göttingen studiert, aber nach wie vor aus dem RG-Alltag nicht wegzudenken ist und sich über Theater-Leistungen des nächsten Jahrgangs ebenfalls mächtig freute.
Gleich geht es weiter: Die Premiere in der RG-Aula ist am Dienstagabend ausverkauft.
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Empfehlung - „Arsen und Spitzenhäubchen“ macht in Goslar irrsinnig Spaß Diese Komödie ist komplett irre – und bereitet mehr als acht Jahrzehnte nach ihrem Entstehen auch dem Goslarer Publikum weiterhin riesigen Spaß beim Zuschauen. Nicht enden wollenden Applaus erntete „Arsen und Spitzenhäubchen“ am Dienstagabend bei der Premiere in der voll besetzten Aula des Ratsgymnasiums (RG), als die Theaterwerkstatt sich zum zweiten Mal nach 2003 an den wahnwitzig-grandiosen (Film-)Klassiker aus den 1940er Jahren mit einem unübertroffenen Cary Grant in der Hauptrolle wagte – und zweieinhalb Stunden lang keine Langeweile aufkommen ließ.(...)
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https://www.goslarsche.de/lokales/theater-ratsgymnasium-goslar-arsen-und-spitzenhaeubchen-661086.html