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Erneuerbare Energien

GZ Plus IconWo bald in der Gemeinde Schladen-Werla Sonnenstrom produziert wird

Hinter einem Metallzaun stehen die Module eines Solarparks.

Bislang gibt es in der Gemeinde Schladen-Werla keine großen Solarparks – anders in der Nachbarkommune Liebenburg. Dort erzeugen bereits mehrere größere Photovoltaik-Freiflächenanlagen Sonnenstrom. Foto: Gereke

Große Solarparks gibt es bislang nur in Nachbarkommunen. Doch Schladen-Werla zieht nach. Was wo in der Gemeinde entstehen wird und ab wann Sonnenstrom fließen soll.

Von Andreas Gereke Samstag, 21.02.2026, 16:00 Uhr

Schladen. Viele Jahre lang war die Gemeinde Schladen-Werla nahezu ein weißer Fleck in Sachen Erneuerbarer Energien: keine Windparks, keine Photovoltaik-Freiflächenanlagen, PV nur auf Dächern. Im vergangenen Jahr ging dann zunächst der Windpark Beuchte ans Netz – jetzt entsteht ganz in der Nähe auch noch ein Solarpark. Ein Millionenprojekt.

Verwirklicht wird der Solarpark auf einer Fläche von 18 Hektar – und zwar südlich von Schladen, direkt an der A36. Für den Park stellt ein Grundeigentümer die Fläche, weitere Flächenbesitzer sind durch den Wege- und Leitungsbau beteiligt. „Betreibergesellschaft ist die SESP Photovoltaik Schladen GmbH & Co. KG, aber unter der Betriebsführung von Ebert Erneuerbare Energien“, erklärt Jan Budzinski, Sprecher von Ebert – das Unternehmen, das auch den Windpark Beuchte betreibt. Die Photovoltaik-Freiflächenanlage wird das Umspannwerk, das für den Windpark errichtet worden war, nahezu umschließen. Aber es wird nicht dazu dienen, den Strom des Solarparks ins Netz einzuspeisen. „Das Umspannwerk Beuchte ist mit dem Windpark ausgelastet, deshalb erfolgt die Einspeisung über das Umspannwerk Schladen in der Harzstraße“, fügt Budzinski auf GZ-Nachfrage an.

Jahresverbrauch von rund 6000 Haushalten

Entstehen wird westlich der A36 eine Anlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Aufgrund der Nähe zur Autobahn – große Teile befinden sich im 200-Meter-Bereich der Verkehrsader – genießt das Projekt zu großen Teilen eine EEG-Privilegierung. Dabei geht es um die bevorzugte Behandlung von Anlagen zur Erzeugung Erneuerbarer Energien im Baurecht, um ihren Ausbau zu beschleunigen. Beispiele sind PV-Anlagen entlang von Autobahnen oder Gleisverbindungen, die oft ohne aufwendigen Bebauungsplan genehmigt werden können. Die Entwicklung eines B-Plans fürs Schladener Projekt erfolgte nur für weiter entfernte Bereiche zur Autobahn.

Rund 30.000 Module werden auf der Fläche montiert. Die Anlage wird eine Leistung von 19,99 Megawatt-Peak haben, die Betreiber erwarten einen Jahresertrag von rund 20 Gigawattstunden. „Das entspricht dem Jahresverbrauch von rund 6000 Haushalten“, sagt Budzinski. Das Investitionsvolumen liegt bei rund acht Millionen Euro. Beginn der Planungen war Ende 2022. Wenn das Wetter mitspielt, sollen bereits in der kommenden Woche die Bauarbeiten starten. Ende August dieses Jahres soll der Solarpark dann Sonnenstrom liefern, informiert Budzinski. Eine Einfriedung der
Eine Autobahn mit Windrädern und einem Umspannwerk im Hintergrund.

Direkt an der Autobahn 36 wird südlich von Schladen der Solarpark errichtet und das Umspannwerk für den Windpark fast vollständig umfassen. Foto: Gereke

Anlage mit Hecken soll es nicht geben. Dies war in der Baugenehmigung nicht gefordert. „Es wird nur ein Zaun errichtet“, erklärt Budzinski. Eine Beweidung der Fläche mit Tieren ist bislang nicht vorgesehen, „aber die Möglichkeit besteht, wenn sich ein Schäfer finden sollte.“ Ein besonderes Merkmal des Solarparks Schladen ist eine Retentionsmulde: „Diese integrierte Mulde leitet Regenwasser zeitverzögert in den Ahlerbeek ab. Diese Maßnahme schont die Gewässerstruktur, reduziert Hochwassergefahren bei Starkregen und schützt gleichzeitig die Umwelt“, erläutert Ebert-Projektleiterin Antje Beck. „Ein Zeichen für nachhaltige Energieerzeugung im Einklang mit der Natur“, ergänzt sie.

Bürgerbeteiligung ja, aber Form noch offen

Weil es eine EEG-Anlage ist, gibt es nicht nur eine garantierte Einspeisevergütung für die eingespeisten Kilowattstunden, sondern es wird auch die Gemeinde Schladen-Werla finanziell profitieren. „Zur Ausschüttung nach EEG werden aktuell noch Gespräche geführt“, erklärt Budzinski. Auch Bürger sollen von dem Projekt etwas haben. Der Ebert-Sprecher: „Bürgerbeteiligung wird es in irgendeiner Form auch hier geben, aber nicht durch Direktstrom.“

Grafik der Ortschaft Schladen mit einer orange umrandeten Fläche im Süden.

Die Grafik zeigt, auf welcher Fläche der Solarpark südlich von Schladen entstehen wird. Er liegt direkt an der Autobahn 36. Foto: GZ-Grafik

Das EEG ist auch das Stichwort für den Windpark Beuchte, der aktuell aus zehn Windenergieanlagen besteht. Ebert Erneuerbare Energien verfügt bereits über die Baugenehmigung, ihn um zwei weitere Anlagen zu erweitern. Sie sollen östlich der Bundesstraße 82 entstehen, sodass nach Abschluss der Erweiterung je sechs Anlagen links und rechts der B82 Strom produzieren können. Ursprünglich war der Beginn der Bauarbeiten mal für Ende 2025 angekündigt worden. Bagger rollten im Vorfeld eines Fundamentbaus aber bislang nicht.

„Die Arbeiten sollen in diesem Jahr starten – die derzeitige Planung sieht den Baubeginn im vierten Quartal vor. Aktuell bemühen wir uns um einen EEG-Zuschlag bei der Bundesnetzagentur. Die Branche verzeichnet insgesamt einen starken Zuwachs an Genehmigungen und somit eine Zunahme von Teilnehmern an der EEG-Ausschreibung. Diese Herausforderung bedingt den aktuellen Zeitverzug“, teilt dazu Christian Nowack mit. Er ist der Geschäftsführer der Ebert Wind GmbH und für die Projektierung sowie den Bau der Anlagen verantwortlich.

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