Osterfeuer im nördlichen Harzvorland: Eine ganz heiße Kiste
Damit das Osterfeuer nicht auf angrenzende Bäume überspringt, benetzen in Nauen die Einsatzkräfte der Feuerwehr die Vegetation mit Wasser. Foto: Gereke
Dutzende Osterfeuer loderten am Wochenende im nördlichen Harzvorland und lockten die Besucher. Die kamen bei fast schon sommerlichen Temperaturen in Scharen. Auch die Trockenheit der vergangenen Wochen machte sich bei den Veranstaltungen bemerkbar.
Nordharz. Das Osterfest stand im nördlichen Harzvorland natürlich ganz im Zeichen der Brauchtumsfeuer. Nach einem Karfreitag mit Nieselregen und einem trüben Start am Karsamstag kam dann aber die Sonne heraus und schuf gute Bedingungen für den Gang zum Osterfeuerplatz.
Vom Bolzplatz des Dorfes aus ziehen die Nauener und ihre Gäste mit Fackeln zum Osterfeuerplatz an der Neile. Foto: Gereke
In Nauen lud der Verein der Freiwilligen Feuerwehr wieder zu einem Osterfeuer auf die Neilewiese, nachdem es im vergangenen Jahr ausgefallen war. Kein Feuer zu Ostern im Dorf – das gab es in der Vergangenheit nur während der Corona-Pandemie oder bei Wintereinbrüchen zum Frühlingsfest. Dann aber loderte der Haufen später.

Bei teils frühsommerlichen Wetter kommen die Menschen an den Osterfeuern zusammen – so wie hier in Nauen. Foto: Gereke
2024 aber stand die Zukunft der Ortsfeuerwehr in Frage – und damit auch die des dazugehörigen Vereins. Und so war die Entscheidung gefallen, kein Osterfeuer auszurichten. Erst im März geschah dann das Wunder und es fand sich doch noch jemand, der das Amt des Ortsbrandmeisters übernahm und die Zukunft der Wehr sicherte.

Von diesem prachtvollen Osterfeuer muss in Nauen einfach ein Erinnerungsfoto mit dem Smartphone gemacht werden. Foto: Gereke
In diesem Jahr also der Neustart in Nauen – nach bekanntem und beliebten Muster. Am Bolzplatz traf sich das Dorf zum Fackelumzug. Von dort ging es hinunter zum Osterfeuerplatz an der Neile, wo die kleinen und großen Fackelträger dann den trockenen Haufen entzündeten. Der entwickelte sogleich eine immense Hitze, sodass die Osterfeuerbesucher zunächst einmal gehörigen Abstand zum lodernden Haufen hielten. Das Osterfeuer als ganz heiße Kiste.

Das Brennmaterial in den Osterfeuern ist meist knochentrocken – das sorgt schnell für eine enorme Hitze und die Besucher halten Abstand, so wie hier in Dörnten. Foto: Gereke
Ein Phänomen, das beispielsweise auch in Dörnten und Lutter zu beobachten war. Da in Nauen der Wind das Feuer Richtung Bäume am Neileufer zu treiben drohte, mussten die Einsatzkräfte sogar Wasser einsetzen, um ein Ausbreiten zu verhindern: Sie benetzten die Bäume mit Wasser und löschten die Wiese ab, auf der Flammen züngelten.

Gemeinschaftsaktion in Lutter: Vielerorts ist das Entzünden des Osterfeuers mit Fackeln eine Aufgabe für Klein und Groß. Foto: Gereke
Die Trockenheit der vergangenen Wochen machte sich auch bei den Osterfeuern bemerkbar. Daran änderte auch nichts der Niederschlag vom Karfreitag oder der, der Ostersonntag mit Einbruch der Dunkelheit fiel. Das Brennmaterial war knochentrocken, im Nu standen die Haufen in Flammen und brannten rasch ab, Rauchsäulen gab es kaum.

Ostern liegt in diesem Jahr erst in der zweiten Aprilhälfte – einige Bäume stehen schon in voller Blüte, während im Hintergrund die Flammen des Brauchtumsfeuers lodern. Foto: Gereke
Von trockenem Material erzählte auch der Lautenthaler Dirk Bauer – in der Bergstadt wird das Osterfeuer nämlich nach alter Oberharzer Tradition errichtet. In der Mitte steht eine Fichte – mit Stützen gesichert. Drumherum kommt Holz, das wiederum mit Fichtengrün bedeckt wird. „Das Grün, was ein paar Wochen lag, war nur noch Reisig“, erzählte er.

Aller guten Dinge sind drei: Heiko Horn schippt am Feuerhaufen von Karfreitag, dahinter links der Haufen fürs Lockfeuer, rechts der eigentliche Osterfeuerhaufen mit der Fichte in der Mitte. Foto: Gereke

Lautenthal lockt: Im Vordergrund ist das Lockfeuer zu sehen, im Hintergrund der eigentliche Osterfeuerhaufen mit der Fichte in der Mitte, der erst später entzündet wird. Foto: Privat

In Schladen begleitet der Spielmannszug den Umzug von der Werla-Schule zum Osterfeuerplatz am Taternberg. Foto: Hohaus
Musikalisch ging es derweil in Schladen zum Osterfeuer. Den Umzug von der Werla-Schule zum Osterfeuerplatz am Taternberg begleitet nämlich der Spielmannszug Schladen. Herrliches Wetter lud natürlich auch dort zum Verweilen ein – aber es konnte nicht über ein Ärgernis hinwegtäuschen:
Wie Ortsbrandmeister Jan Simons berichtete, hatte es im Vorfeld Probleme bei der Anlieferung gegeben. Da das Gelände von allen Seiten erreichbar ist, hatten Unbekannte dicke Baumstämme außerhalb der Anlieferungszeit abgeladen. Die Aktiven der Feuerwehr musste diese wieder aus dem Haufen herausziehen und anschließend entsorgen.
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