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Und wie soll künftig gelost werden?

GZ Plus IconNeue Obergrenze für das Goslarer CvD-Gymnasium

Große Gruppe von Kindern und Erwachsenen sitzt in einem modernen, hellen Auditorium mit Holztreppen und weißen Wänden

Vier Klassen, aber keine feste Zahl: Diese Obergrenze gilt ab sofort am CvD-Gymnasium. Im August 2025 ist die Hütte voll, als die neuen Fünftklässler kommen. Foto: Heine (Archiv)

Im Vorjahr gab es jede Menge Elternärger, als der Landkreis dem CvD-Gymnasium eine Obergrenze von 108 Fünftklässlern gegeben hatte. Im Sommer gilt eine neue Regel.

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Von Frank Heine
Freitag, 27.02.2026, 16:00 Uhr
Für das CvD-Gymnasium gilt demnächst eine neue Obergrenze für künftige Fünftklässler, die aber keine feste Zahl vorgibt. Wie das? Auflage ist: Mehr als vier Klassen dürfen es nicht sein. Die Schulleitung ist gefragt, die Anzahl der Wiederholer so einzuschätzen, dass keine weitere Klasse aufgemacht werden muss. In der Regel sind 120 Schüler der Deckel für einen Jahrgang.

Der Ausschuss für Bildung, Kultur und Sport nickte die Vorlage der Kreisverwaltung am Mittwoch in der Aula der BBS-Am Stadtgarten ab. Entscheiden muss am 9. März der Kreistag. Ein Selbstläufer, nachdem es im vergangenen Sommer massiven Eltern-Ärger um den Deckel von 108 Fünftklässlern gegeben hatte. Die Kreisverwaltung musste sich korrigieren, weil sie zunächst eine falsche Rechtsgrundlage herangezogen hatte.

Übereinkunft mit der Schulspitze

Alles schon Schnee von gestern – auch personell: Auf den Besucherstühlen saß nach dem Wechsel von Vorgänger Martin Ehrenberg nach Salzgitter-Bad als einer von zwei Gästen der neue CvD-Direktor Holger Ritzke. Einigkeit allerorten: Er hat laut Vorlage im Vorfeld erklärt, dass an der Vierzügigkeit nicht gerüttelt wird. Im ersten Jahr in der neuen Goldenen Aue waren 2024 einmalig sechs Klassen gestartet. Durch Umorganisationen und gegebenenfalls auch durch Aufgabe des Stammklassenprinzips – jede Klasse hat ihren festen Raum – will die Schule künftig sicherstellen, trotz ursprünglich geplanter Dreieinhalbzügigkeit stets vier Klassen je Jahrgang unterzubringen. Eine Verschiebung zu Lasten der Realschule Goldene Aue als Mitnutzer des Gebäudes ist laut Kreisverwaltung ebenso ausgeschlossen wie das Aufstellen von Containern zum Unterrichten.

Mehr Transparenz beim Losen erwünscht

Und wenn sich wieder mehr Schüler anmelden und wie im Vorjahr gelost werden muss? Der Landkreis habe aus Fehlern gelernt und halte sich in dieser Angelegenheit komplett raus, erklärte Erster Kreisrat Frank Dreßler. Die Schulleitung habe das Losverfahren eigenverantwortlich durchzuführen. Linken-Abgeordnete Peggy Plettner-Voigt, die zugleich Vorsitzende des Kreiselternrates ist, hakte nach und wünschte sich mehr Transparenz. Beim Ziehen der Lose sollten bei allem Termindruck doch auch Vertreter von Eltern- und Schülerrat hinzugezogen und nicht nur Direktor und Sekretärin tätig werden.

In diesem Jahr sind die drei Anmeldetage für Fünftklässler an allen weiterbildenden Schulen im Landkreis vom 6. bis 8. Mai terminiert. Anders als geplant laufen sie ab wie bisher. Der Landkreis musste wie berichtet beim Einsatz eines Online-Verfahrens vor zwei Wochen die Notbremse ziehen, weil das Programm aus Nordrhein-Westfalen stammt und laut Schulorganisator Christian Friedrich zu sehr auf die dortigen Rahmenbedingungen zugeschnitten und „für Niedersachsen eher ungeeignet“ sei: „Da gibt es mehr Fragezeichen als Ausrufezeichen.“ Das Land arbeite aber an einer Schülerverwaltung namens Neo, für die bald Pilotprojektpartner gesucht würden. Und weil eine Lehrkraft einer Landkreis-Schule für die Arbeit an diesem Projekt freigestellt sei, rechnet sich die Verwaltung gute Chancen aus, früh(er) dabei zu sein.

Ärgerliche Doppelanmeldungen

Was aber noch nicht für den Sommer 2026 hilft. Mit den nicht zulässigen und nicht erwünschten Doppelanmeldungen ist deshalb wohl weiterhin zu rechnen. Plettner-Voigt bekam auf diese Frage, wie diese zu vermeiden seien, keine wirklich befriedigende Antwort. Sie kann im Ausschuss allerdings künftig auf familiäre Verstärkung zählen. Sohn Michel Voigt, Schülersprecher am Ratsgymnasium, wurde als neuer Schülervertreter von Dreßler ebenso vergattert wie Marion Liebermann, im Kreiselternrat seit November als Vertreterin der Okeraner Adolf-Grimme-Gesamtschule neue Vize von Plettner-Voigt.
Zwei Personen stehen nebeneinander auf einem Gehweg neben einer Straße, eine trägt eine blaue Jacke mit schwarzen Streifen und einen Rucksack, die andere eine schwarze Lederjacke und einen grauen Pullover mit einer Umhängetasche

Wenn die Mutter mit dem Sohne: Michel Voigt ist Schülersprecher am Ratsgymnasium und vertritt ab sofort die Interessen der Schüler im Landkreis Goslar im Ausschuss für Bildung, Kultur und Sport. Peggy Plettner-Voigt sitzt in diesem Gremium als Kreistagsabgeordnete der Linken, ist aber auch Vorsitzende des Kreiselternrats und des Elternrats am Ratsgymnasium. Foto: Heine

Auch zu Schulbauten hatte Kreisrat Dreßler weitere Nachrichten mitgebracht. Die Goldene Aue ist wie berichtet inzwischen mit 66,7 Millionen Euro schlussabgerechnet, zu denen für Ausstattung und Baucontrolling freilich noch einiges obendrauf kommt. Aber: „Der Vertrag ist geschlossen, das Kapitel beendet“, sagte Dreßler. Unbenommen ist die Gewährleistung. Der Kreisrat zeigte sich aber durchaus erleichtert, dass der Landkreis einen „sich anbahnenden Rechtsstreit“ mit dem Totalunternehmer Depenbrock beseitigt habe. Bei den Nachforderungen, die anfänglich bei neun Millionen Euro gelegen hätten, hätten sich beide Seiten „gütlich geeinigt“, nachdem die Zusammenarbeit zwischendurch „ein wenig eingetrübt“ gewesen sei.

Unverbindliches zur WvS-Fertigstellung

Und die neuen Vorhaben? Zum Ratsgymnasium und seiner neuen Oberstufe, die im August bezogen werden soll, sagte Dreßler explizit nichts. Aber vielleicht gilt dasselbe wie für das Werner-von-Siemens-Gymnasium in Bad Harzburg, für das die CDU einen Anfragen-Katalog eingereicht hatte. Auf den Punkt gebracht: Sind die Kosten von 17,3 Millionen Euro und der Start nach den Sommerferien zu halten? „Stand heute klappt es, ich weiß aber nicht, wie es morgen aussieht“, sagte Dreßler. Eine Firma, die Pleite geht, neue Herausforderungen, die nicht vorhersehbar waren: „Die Möglichkeiten, in Schwierigkeiten zu geraten, sind vielfältig.“

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