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Zirkus Salino startet am 29. Januar

GZ Plus IconSchneefall: So geht es den Zirkustieren an der Harzburger Rennbahn

Auch zwei sibirische Steppenkamele gehören zum Ensemble.

Auch zwei sibirische Steppenkamele gehören zum Ensemble. Foto: Raksch

Zirkus Salino bekommt es kurz nach seiner Ankunft in Bad Harzburg mit Schnee und Kälte zu tun. Wie wappnet sich das Team? Und wie kommen die Tiere damit zurecht?

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Von Robin Raksch
Dienstag, 27.01.2026, 18:00 Uhr

Bad Harzburg. Gerade erst hatte der Zirkus Salino am Wochenende seine Zelte und Wagen an der Bad Harzburger Rennbahn aufgebaut, da bedeckte über Nacht eine dicke Schneeschicht die Anlage. Im GZ-Gespräch erklärt Michelle Sperlich aus dem Zirkus-Team, dass sich der Vorhang dennoch ab Donnerstag, 29. Januar, planmäßig öffnen könne, und dass Schnee ihren Tieren weniger ausmache, als es Außenstehende vielleicht vermuten mögen.

Am vergangenen Wochenende hatte sich eine GZ-Leserin mit ihren Beobachtungen an der Rennbahn an die Redaktion gewandt. „Dort baut sich ein Zirkus gerade auf. Viele Pferde, Ponys, Kamele standen in offenen Zeltboxen. Es herrschten minus sieben Grad Kälte und es soll ja noch kälter werden“, schrieb sie unter anderem. Als am Montag zusätzlich Schnee fiel, hörte sich die GZ vor Ort um, wie sich das Zirkus-Team gegen die Kälte wappnet.

Das Wichtigste zuerst: Laut Sperlich geht es den Tieren gut. Zum Ensemble gehören Pferde, Ponys, Kamele, Hunde, Lamas, Bergziegen und Rinder. Zwar hatte die Leserin angeboten, zur Unterbringung den Kontakt zum nahegelegenen Gestüt herzustellen. Doch das sei nicht notwendig, sagt Sperlich. Neben den Außengehegen stünden allen Tieren trockene Zelte zur Verfügung, zudem ausreichend Futter und Decken für die Pferde.
Das Zirkus-Team stattet seine Pferde mit Zelten und Decken aus, damit sie nicht frieren.

Das Zirkus-Team stattet seine Pferde mit Zelten und Decken aus, damit sie nicht frieren. Foto: Raksch

Veterinäramt kontrolliert

Die restlichen Zirkustiere hätten ein dickes Winterfell und eine Fettschicht entwickelt, erklärt Sperlich. Der Schnee mache ihnen daher wenig aus. Auf Koppelgänge verzichte das Team derzeit wegen der Glätte. Auch das Veterinäramt sei bei den regelmäßigen Kontrollen stets zufrieden gewesen. Es handele sich eben auch um Tiere, die gut mit winterlichen Bedingungen zurechtkämen. Exoten wie etwa Elefanten gebe es im Zirkus Salino nicht.

Ja, sibirische Steppenkamele, zu denen auch Ivan und Kasan vom Zirkus Salino gehören, sind in Deutschland natürlich nicht heimisch, doch sie gelten als besonders anpassungsfähig.

Wie das Natur- und Wissenschaftsmagazin National Geographic auf seiner Website erläutert, stammen sie – anders als ihre Verwandten in der Sahara – aus den felsigen Wüsten Zentral- und Ostasiens. In ihrem natürlichen Lebensraum reichen die Temperaturen von mehr als 38 Grad Celsius im Sommer bis zu minus 29 Grad Celsius im Winter. Ihr dichtes, zotteliges Fell schützt sie vor Kälte und fällt mit steigenden Temperaturen wieder ab.

Schnee beeinflusst den Alltag

Und was bedeutet der Schnee für den Zirkusalltag? Als das Team Montagnacht den Schnee bemerkt habe, sei es besonders wichtig gewesen, den Zelten schnell die Traglast zu nehmen, sagt Sperlich. Denn durch ein überladenes Dach könnten die Zelte schnell einstürzen. Teils per Heizung, teils mit der Hand hätten sie den Schnee sowohl vom Zirkuszelt als auch von den Tierunterkünften entfernt.

Bei der Kälte sei es für das Team auch wichtig, die verlegten Wasserrohre zu entleeren, damit sie durch den Frost nicht aufplatzen. Und wenn das Wasser einfriere, müsse man eben mal auf die Dusche verzichten. Ab und zu komme es eben auch vor, dass der Zirkus aufgrund von Glätte schlicht nicht weitertouren könne, oder etwa, dass die Zelte gefroren seien und sich nicht aufbauen ließen.
Michelle Sperlich aus dem Zirkus-Ensemble präsentiert das Zirkuszelt, das trotz Schnee Besucher empfangen wird. Das Zirkusprogramm startet wie geplant am Donnerstag, 29. Januar.

Trotz Schnee startet das Zirkusprogramm wie geplant am Donnerstag, 29. Januar. Foto: Raksch

„Unsere einzige Konkurrenz im Winter sind Kälte und Schnee“, fasst Sperlich zusammen. Diesmal sei der Schnee zu ihrem Glück allerdings erst gefallen, als schon alles aufgebaut war. Um den Gästen und dem Ensemble die Shows so angenehm wie möglich zu machen, sei das Zirkuszelt nun zudem angenehm beheizt.

Vorstellungen fast täglich

Trotz Schnee und Kälte gastiert der Zirkus Salino also vom 29. Januar bis 8. Februar mit neun Terminen an der Rennbahn. Auf dem Programm stehen Pferdedressuren, Clown Pepino, Tempojonglage, Seiltanzen, eine lustige Hundeshow, die Kamele Ivan und Kasan, Hula-Hoop-Akrobatik, eine Wild-West-Show mit wilden Cowboys und vieles mehr.

Nach der Show stehen die Ponys Max und Moritz für junge Besucher zum Reiten bereit. Ein Kiosk bietet unter anderem Zuckerwatte und Popcorn an. Die Shows beginnen täglich um 16 Uhr. Ausnahmen sind die Vorstellungen am Samstag, 31. Januar, und am Sonntag, 1. Februar (jeweils um 14 Uhr) sowie am Sonntag, 8. Februar (11 Uhr). Am 3. und 4. Februar legt der Zirkus eine Pause ein.

Landwirte und Privatpersonen könnten nach vorheriger Absprache auch Futter wie Möhren, Äpfel oder getrocknetes Brot beim Zirkus vorbeibringen. Erreichbar sei der Zirkus telefonisch.

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