Winter-Tourismus: Kaum noch freie Betten im Oberharz
Bike statt Ski: Bisher war der Winter noch recht schneearm. Foto: Neuendorf/Archiv
Ein Kurztrip in den Oberharz über Silvester? Dafür braucht es jetzt ein wenig Glück, denn die meisten Betten sind schon belegt. Wann man es stattdessen versuchen sollte.
Clausthal-Zellerfeld. Auch wenn es wieder recht frostig ist, so richtig wollte der Winter im Oberharz bisher noch nicht loslegen. Welche Auswirkungen hatte das auf den Tourismus? Und wie sieht die aktuelle Buchungslage über die Feiertage und Silvester aus?
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Für Weihnachten waren laut Katharina Dundler, Teamleiterin der Tourist-Informationen Oberharz, am Anfang der Woche noch in allen Kategorien Unterkünfte verfügbar. Spontane Buchungen seien zu den Feiertagen allerdings ohnehin eher die Ausnahme. Viele nutzten Weihnachten traditionell, um im Kreis der Familie zu Hause zu bleiben, und planten Reisen für diese Zeit meist langfristig.
Silvester ausgebucht
Anders stelle sich die Lage rund um den Jahreswechsel dar. Zu Silvester sei bereits ein Großteil der Unterkünfte ausgebucht, lediglich vereinzelt seien noch Restkontingente verfügbar. Kurzfristig lasse sich mit etwas Flexibilität zwar noch ein Zimmer finden, insgesamt sei der Markt aber deutlich enger als an Weihnachten.
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Grundsätzlich zeigt sich Dundler mit der Buchungssituation zufrieden. Die Entwicklung entspreche weitgehend den Vorjahren: Der Schwerpunkt liege klar auf Silvester. Neben Erstbesuchern gebe es auch Stammgäste, die regelmäßig sowohl Weihnachten als auch den Jahreswechsel im Oberharz verbringen und daraus eine feste Tradition gemacht haben.
Auslastung bis zu 100 Prozent
Davon weiß auch Thomas Sack zu berichten. Der Inhaber des Landhotels „Alte Aue“ in Altenau beobachtet aktuell eine eher ruhigere Buchungslage. Zu Weihnachten sei das aber auch üblich, während die Übernachtungszahlen ab dem 27. Dezember wieder deutlich nach oben gingen. Um den Jahreswechsel herum habe das Landhotel schon am Dienstag eine Auslastung von 80 bis 100 Prozent verzeichnen können.
Viele Silvesterpartys
Kein Wunder, zum Jahreswechsel wird den Gästen im ganzen Oberharz ein umfangreiches Veranstaltungsangebot geboten. Silvesterpartys finden unter anderem im „Hildesheimer Haus“ in Buntenbock, im Hotel „Georgenhöhe“ in Wildemann sowie im „Alten Backhaus“ in Altenau statt. In Altenau steigt am 31. Dezember ab 21 Uhr außerdem eine große Silvesterparty mit DJ auf dem Altenauer Wintermarkt. Um 21.30 Uhr startet zudem die Fackelwanderung des Harzklub-Zweigvereins Altenau. Treffpunkt ist der Wandertreff auf dem Busparkplatz im Schultal, die Rückkehr ist gegen 23.30 Uhr geplant.
Zu wenig Schnee
Doch wie sieht die Situation aus, wenn die großen Silvesterpartys gefeiert sind? Das hänge immer auch von der aktuellen Lage ab, erzählt Katharina Dundler. Die Nachfrage im Oberharz sei stark wetterabhängig, und der Winter habe sich bislang nicht besonders kalt präsentiert. Für Thomas Sack habe sich das in den Wochen vor Weihnachten ganz konkret in den Zahlen gezeigt. Das schneefreie Wetter habe „viele Gäste gekostet“. Es habe kurzfristige Stornierungen gegeben, weil viele Menschen davon ausgegangen waren, dass Schnee liegen würde.
Kurzfristig und Schnee: Das sind laut Sack und Dundler die entscheidenden Stichworte für das Januargeschäft. Bei entsprechender Witterung ziehe es Touristen dann eher spontan in den Oberharz, während das Buchungsverhalten bei Regen verhalten bleibe. Insbesondere vom verlängerten Zeugniswochenende profitieren die Touristiker, wenn entsprechend Schnee liegt.
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