Ein Oberharzer Campingplatz erfindet sich neu
Wildwood Camping in Clausthal-Zellerfeld ist in der Wintersaison noch bis zum 20. Februar geöffnet. Foto: Wildwood Camping
Vor zehn Monaten eröffnete auf dem Gelände von ehemals Waldweben in Clausthal-Zellerfeld ein neuer Campingplatz namens Wildwood Camping. Wie hat er sich etabliert?
Clausthal-Zellerfeld. Seit April ist auf dem Gelände des ehemaligen Campingplatzes Waldweben wieder Leben eingekehrt. Unter der Marke Wildwood Camping haben neue Betreiber die damals etwas in die Jahre gekommene Anlage übernommen, umfassend erneuert und ein naturnahes, modernes Konzept etabliert. Nach den ersten Monaten ziehen sie eine positive Bilanz, sowohl für den Sommer als auch für die Wintersaison.
Das renovierte Clubhaus bietet mehrere Sitzgelegenheiten und beinhaltet zudem die Rezeption sowie ein Selbstbedienungslädchen. Foto: Wildwood Camping
Guter Start im ersten Jahr
Und nach der Eröffnung sei Wildwood dann auch direkt mit einer guten Auslastung in den Sommer gestartet. Besonders die Ruhe und die naturnahe Lage hätten es vielen Leuten angetan. Insbesondere für Familien sei natürlich auch der Robinsonspielplatz direkt nebenan ein Pluspunkt, zudem habe man es zu Fuß nicht weit nach Clausthal-Zellerfeld. Aber auch zahlreiche Sportler habe der Campingplatz im Sommer empfangen. Die seien teils etwa mit dem Fahrrad gekommen.
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Aber auch über die warmen Monate hinaus zeigt sich offenbar, dass das Konzept trägt. Insbesondere rund um die Feiertage sei Wildwood Camping gut ausgelastet gewesen, sagt Giesecke. Am ersten Adventswochenende öffnete die Anlage erstmals für den Winterbetrieb, die Saison läuft noch bis zum 20. Februar.
Winter im Wohnwagen
Aber was lockt einen im Winter auf den Campingplatz? Durch das Böllerverbot sei die Anlage über Silvester vor allem für Gäste mit Hunden interessant gewesen, sagt sie. Als dann das große Schneegestöber begann, hätten viele Skiläufer und Familien den Campingplatz als Ausgangspunkt für Winteraktivitäten genutzt. Möglichkeiten dafür gibt es in der Nähe ja reichlich. Auch etwa das Volksrodeln habe Gäste gelockt.
Wer bei der Glätte mit dem Wohnwagen anreisen wollte, sei einfach mit dem Bus angereist und hätte eine Hütte bezogen. Direkt in der Nähe gebe es eine Haltestelle. Den Autofahrern würde das Team aber natürlich auch immer gern helfen. Andere wintererprobte Camper seien ohnehin gut ausgerüstet angereist, inklusive Schneeschaufel und allem, was dazugehört.
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Abends sei es im Camp dann oft gesellig geworden, etwa bei Stockbrot am Lagerfeuer oder Spielen im Clubhaus. Bei schlechtem Wetter sei aber auch ein gutes Buch im Wohnwagen oder in der Lesehütte oft eine Alternative gewesen. Im Winter finde man beim Campen eben noch einmal besser seine Ruhe, als im Sommer.

Auch tiefsten Winter fahren einige Hartgesottene Campen. Foto: Wildwood Camping
Ein Tipp für Einheimische
Gäste kämen teils von weit her, unter anderem aus Städten wie Berlin und Hamburg. Und deren Resonanz sei durchweg positiv. Einige Wiederholungstäter und Dauercamper, die den Campingplatz noch aus früheren Zeiten kannten, hätten den Betreibern auch zu der gelungenen Neugestaltung gratuliert, freut sich Giesecke. Unter den Harzern sei Wildwood dagegen noch nicht überall bekannt. Auch, dass man ohne Übernachtung einfach auf einen Kaffee im Clubhaus vorbeikommen könne, wüssten viele noch nicht. Derzeit sei es auf dem Gelände aber ohnehin etwas ruhiger. Für Giesecke ist das aber nicht gleich ein schlechtes Omen. Es sei eben nicht unbedingt die klassische Zeit zum Verreisen. „Wir sind mit unserer ersten Wintersaison sehr zufrieden“, fasst sie zusammen.
Hüttenumbau und Events
Der Blick richtet sich nun nach vorn. Aktuell werden weitere Hütten ausgebaut, um noch mehr Gästen ohne Zelt oder Wohnmobil passende Übernachtungsmöglichkeiten zu bieten. Und nachdem sich Wildwood 2025 mit einem Pilzgutachter erstmals an ein Event herangewagt hat, könnte es im laufenden Jahr womöglich einige Veranstaltungen mehr geben, prognostiziert Giesecke.
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