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Kommentar zu gestiegenen Verlusten

GZ Plus IconMehr Geld für die GMG? Wünsche, Warnungen und Wichtigtuer

Eine Frau hält in ihrer Hand eine Brieftasche mit Geld und Bankkarten.

Teures Stadtmarketing: Wer meckert, muss sagen, was er will – und was nicht (mehr). Foto: Patrick Pleul/dpa

Die Goslar-Marketing-Gesellschaft braucht deutlich mehr Geld von der Stadt, um eigene Verluste abzudecken. Ist das okay? GZ-Redakteur Frank Heine hat eine klare Meinung.

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Von Frank Heine
Montag, 02.03.2026, 14:00 Uhr
Eine Welterbe-Infoschau im Rathauskeller, die angeblich kein bis wenig Personal kostet? Als der frühere Rammelsberg-Chef Gerhard Lenz einst seine inhaltlich überzeugenden Pläne für die dezentralen Zentren – übrigens eine wirklich schöne Wortschöpfung – vorstellte, tauchten eigentlich nur bei diesem Punkt dicke Fragezeichen auf. Ernst gemeint oder aus der Not heraus argumentiert? Zuhörer durften sich vor mehr als zehn Jahren spontan zwischen Heiterkeitsausbruch und Sorgenfalten entscheiden.
Mann mit kurz geschnittenem Haar und hellblauem Hemd mit offenem Kragen vor weißem Hintergrund

Frank Heine Foto: Sowa


Bitter hat mehrfach gewarnt

Umzug der Tourist-Info quer über den Marktplatz? „Nach aktuellem Stand erscheint die angedachte Lösung nicht umsetzbar, weil die Nachteile deutlich überwiegen“, warnte schon im April 2014 ein nicht überzeugter GMG-Übervater Michael Bitter. Goslars Verwaltung und Politik ließen sich beim Rathaus nicht beirren. Jetzt hat die GMG den Finanzsalat. Sie gluckt wunderschön eingehaust über Goslars stolzer Vergangenheit und zahlt die Zeche auch für die Harzer Bergwerkshistorie.

Unterschiedliche Stile

Und Lohnsteigerungen, Aufgabenzuwachs und Wunschkataloge? Wer glaubt, Goslars Marketing sei unbegrenzt belastbar, aber zum Sparpreis zu haben, sollte sich selbst hinterfragen. Kritik ist immer erlaubt, auch an der Amtsführung. Ein kühler Kalkulator Bitter kam anders rüber als ein nonchalanter Nicht-Stratege Matthias Derlin oder aktuell Marina Vetter, die gern auch mal emotional-spritzig Präsenz zeigt.

Die Macht über den Rotstift

Unter dem Strich aber steht: Wer bestellt, muss bezahlen. Wer weniger will, muss den Rotstift ansetzen und Verantwortung übernehmen. Oder der Wichtigtuer bleiben, der er pünktlich vor Wahlen ist. Aber dass Goslar als Tourismusstadt ein schlagkräftiges Marketing braucht, dürfte unbestritten sein.

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