Wasser und Abwasser: Rund ums Neiletal steigen die Gebühren
Trinkwasser wird in diesem Jahr für die Menschen in der ehemaligen Samtgemeinde Lutter am Barenberge teurer. Foto: picture alliance/dpa
Bürger der ehemaligen Samtgemeinde Lutter müssen für Wasser und Abwasser mehr zahlen. Welche Kosten auf Haushalte zukommen und was die Gründe für die Erhöhung sind.
Lutter. Im Bereich der alten Samtgemeinde Lutter am Barenberge steigen die Gebühren für Trink- und Abwasser. Darüber informiert der Wasserverband Peine, den entsprechenden Wirtschaftsplan beschloss im Dezember die Verbandsversammlung. Als Grund nennt der Verband vor allem gestiegene Kosten für die Wasserver- und Abwasserentsorgung.
Rund um das Neiletal bedeutet das konkret: Für die Trinkwasser-Solidargemeinschaft, zu der die Stadt Langelsheim mit den Ortsteilen Alt Wallmoden, Bodenstein, Hahausen, Lutter, Nauen, Neuwallmoden und Ostlutter gehört, bleibt zwar die Trinkwasser-Mengengebühr stabil bei 1,92 Euro pro Kubikmeter, aber die Grundgebühr steigt um 12 Euro pro Anschluss und Jahr auf nun 120 Euro.
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Die Abwassergebühren der Solidargemeinschaft, zu der ebenfalls die sieben Ortschaften der alten Samtgemeinde gehören, steigen im Vergleich zum Vorjahr bei der Mengengebühr um 33 Cent auf jetzt 4,48 Euro pro Kubikmeter. Die jährliche Grundgebühr für einen Anschluss erhöht sich um 12 Euro auf insgesamt 132 Euro. Außerdem steigt die Niederschlagswassergebühr – um 18 Cent je Quadratmeter eingeleiteter Fläche auf 51 Cent.
Höhere Kosten für den Wasserbezug
Als Gründe für die Erhöhungen nennt der Wasserverband die deutlich steigenden Ausgaben für Betriebsstoffe – vor allem aufgrund höherer Kosten für den Wasserbezug. Auch die Aufwendungen für Dienst- und Bauleistungen würden zunehmen, was insbesondere auf einen erhöhten Reparaturbedarf im Kanalnetz zurückzuführen sei. Diese Faktoren führten insgesamt zu spürbaren Mehrbelastungen für den Verband. Zusätzlich verstärken tarifbedingte Erhöhungen der Personalkosten diesen Kostendruck, heißt es in einer Mitteilung.
Kostendeckende Gebühren seien für den Verband aber ein zentrales Handlungsprinzip, betonen die Peiner. Er weise seit Jahren darauf hin, dass es die Wasserversorgung nicht zum Nulltarif geben könne. Angesichts steigender Kosten und kontinuierlicher Investitionen müssten auch die Gebühren immer wieder entsprechend angepasst werden. Beim Trinkwasser würden zudem geringere Mengenverbräuche auf höhere Bezugskosten treffen, weil ein großer Vorlieferant seine Preisstrukturen verändert habe. Erfreulich sei, dass die Verbrauchsgebühr im Bereich Trinkwasser solidar stabil gehalten und lediglich die Grundgebühr angepasst werden müsse, heißt es.
Weiterhin hoher Investitionsbedarf
Vor dem Hintergrund des weiterhin hohen Investitionsbedarfs wirken sich außerdem – wenn auch in geringerem Umfang – steigende Kapitalkosten, etwa durch höhere Abschreibungen und Zinsaufwendungen, auf den erforderlichen Gebührenbedarf aus. Dennoch investiert der Wasserverband Peine weiter in die Erneuerung der Infrastruktur und damit „in eine nachhaltige Wasserwirtschaft in der Region“, wie es heißt. Für 2026 sind im Wirtschaftsplan insgesamt 35 Millionen Euro geplant, davon entfallen rund 10 Millionen Euro für Investitionen im Trinkwasser-Solidarbereich, 21 Millionen Euro für den Abwasser-Solidarbereich und 4 Millionen Euro auf Kommunen, die nicht in den Solidargemeinschaften integriert sind.
Haushaltsplan 2026
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Bei den Investitionen geht es um die Erneuerung der Infrastruktur. Dazu gehört unter anderem die Modernisierung bestehender Leitungsnetze, der Ausbau technischer Anlagen sowie Maßnahmen zur Steigerung der Effizienz und Betriebssicherheit. Im Trinkwasserbereich zählen zu den wichtigsten Großprojekten die Erneuerung des Wasserbehälters in Ilsede, der Neubau des Wasserwerks in Delligsen sowie die Modernisierung des Transportleitungsabschnittes von Westerlinde nach Burgdorf.
Verband übernimmt Betriebsführung in Liebenburg
Auch im Abwasserbereich sind umfangreiche Maßnahmen geplant. Dazu gehören unter anderem der Neubau des Hauptpumpwerks in Münstedt, die Sanierung des Kanalnetzes in Freden und die Erneuerung der Kläranlage in Dransfeld. „Im Bereich Lutter sind für 2026 im Trinkwasserbereich aktuell keine größeren Investitionen geplant. Im Abwasserbereich sind allgemeine Orts- und Hausanschlusserneuerungen vorgesehen“, informiert Verbandssprecherin Julia Steins auf GZ-Nachfrage.
Neben den Investitionen wächst der Verband übrigens organisatorisch weiter. Zwei neue Betriebsführungen in Bad Salzdetfurth und Liebenburg hat der Wasserverband Peine übernommen. Parallel dazu ist die Solidargemeinschaft Abwasser erneut gewachsen: Mit der Gemeinde Holle und dem Flecken Delligsen haben sich zum Jahresanfang zwei weitere Mitglieder der Solidargemeinschaft angeschlossen, die dann aus 14 Mitgliedskommunen besteht. Die Solidargemeinschaft ist ein interkommunaler Verbund, bei dem mehrere Kommunen eine gemeinsame Investitionsplanung nutzen – und für Trinkwasser oder Abwasser einheitliche Gebühren gelten.
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