Zähl Pixel
Hochschulstudie 2026

GZ Plus IconDieser Studiengang der TU Clausthal ist bundesweites Positivbeispiel

Prof. Ines Hauer (l.) mit einer Studentin in der Technikumshalle des Instituts für Elektrische Energietechnik und Energiesysteme.

Die Hochschulstudie hebt die Betreuung in der Lehre an der TU Clausthal hervor: Prof. Ines Hauer (l.) ist mit einer Studentin in der Technikumshalle des Instituts für Elektrische Energietechnik und Energiesysteme im Gespräch. Foto: Silvia Steinbach

Der Studiengang Elektrotechnik an der TU Clausthal wächst im Gegensatz zum Bundestrend. Der Verband der Elektrotechnik lobt den Standort in seiner Hochschulstudie 2026.

author
Von Corinna Knoke
Mittwoch, 11.02.2026, 10:00 Uhr

Clausthal-Zellerfeld. Während an vielen Hochschulen das Interesse am Studiengang Elektrotechnik stagniert oder sogar sinkt, zeigt sich an der TU Clausthal ein gegenläufiger Trend: In seiner Hochschulstudie 2026 hebt der Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik (VDE) den Clausthaler Studiengang ausdrücklich als bundesweites Positivbeispiel hervor.

Diese Entwicklung spiegelt sich in den Zahlen wider: 2017 hatte laut dem VDE der Bachelorstudiengang Elektrotechnik an der TU Clausthal lediglich 13 Erstsemester, bis 2023 stieg ihre Zahl auf 90. Im aktuellen Wintersemester kamen 61 Neuaufnahmen hinzu, berichtet die Universität in einer Pressemitteilung. Insgesamt seien in diesem Fach derzeit 139 Studentinnen und Studenten eingeschrieben. Bundesweit gingen hingegen die Erstsemesterzahlen an kleinen und mittelgroßen Standorten im selben Zeitraum um etwa ein Drittel zurück.

Positive Entwicklung im Oberharz

Der VDE hebt in seiner Untersuchung die positive Entwicklung in Clausthal hervor. Diesen Erfolg führt Studienfachberater Prof. Christian Rembe vor allem auf gezielte Verbesserungen zurück. „Als kleine Universität wissen wir, dass wir ein besonders gutes Angebot machen müssen“, sagt Rembe, der die TU Clausthal auch im Fakultätentag für Elektrotechnik vertritt. In den vergangenen Jahren hat die Oberharzer Universität laut der Pressemitteilung ihr Studienangebot inhaltlich geschärft und die Anschlussfähigkeit des Bachelors an Masterprogramme an renommierten Standorten wie Aachen oder München verbessert.

Die Qualität der Lehre hat an der TU Clausthal nach eigenen Angaben eine hohe Priorität. Theoretisch anspruchsvolle Inhalte würden verständlich vermittelt. Der VDE betont zudem, dass moderne Praktika die Inhalte der Vorlesungen unterstützten und praxisnah konzipiert seien. Außerdem lege die TU Clausthal bei Klausuren viel Wert auf Fairness, ohne das Niveau herabzusetzen. „Musterlösungen von Altklausuren werden zur Verfügung gestellt und helfen zusammen mit Tutorien bei der Vorbereitung auf schwere Fächer. So werden vergleichsweise geringe Durchfallquoten in diesem Fach erreicht“, schreibt die Universität in ihrer Mitteilung.

Hoher Frauenanteil bei Elektrotechnik

Auch international ist der Studiengang Elektrotechnik im Oberharz gut aufgestellt, so der Verband. Eine Kooperation mit der Sichuan University in China bringe zusätzliche junge Menschen nach Clausthal, die im Bachelor mehr Zeit für die ersten Semester erhalten und parallel Deutsch lernen. Auch liegt an der TU Clausthal der Frauenanteil in dem Studiengang laut VDE über dem Durchschnitt.

Ein Blick in das Elektrotechnik-Labor im Institut für Elektrische Energietechnik und Energiesysteme.

Auf Qualität in der Lehre legt die TU Clausthal eigenen Angaben zufolge viel Wert – hier ein Blick in das Elektrotechnik-Labor im Institut für Elektrische Energietechnik und Energiesysteme. Foto: Silvia Steinbach

Neben der Qualität im Unterricht spiele allerdings die gezielte Bewerbung des Studienangebots eine entscheidende Rolle. Genau hier setzen dem VDE zufolge ebenfalls die anderen erfolgreichen Standorte an. Als weiteres Beispiel nennt die Untersuchung die Hochschule München, die durch neue Kommunikationsformate und aktive Nachwuchsarbeit ihre Erstsemesterzahlen deutlich steigern konnte. Für den Verband ist klar: Ein Austausch guter Ideen zwischen Hochschulen ist notwendig, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.

Studierendenzahlen knapp unter 3000

Der VDE als eine der größten Technologie-Organisationen Europas warnt zugleich vor Einsparungen im Bereich der Elektrotechnik. Sinkende Qualität und fehlende Sichtbarkeit könnten Studiengänge langfristig gefährden. Angesichts des wachsenden Bedarfs an Fachkräften sei ein flächendeckendes Angebot wichtiger denn je. Die TU Clausthal zeigt dabei, dass auch ein kleiner Standort bundesweit Maßstäbe setzen könne.

Auch insgesamt verzeichnet die Oberharzer Universität leicht steigende Studierendenzahlen. Auf GZ-Nachfrage teilt Pressesprecher Christian Ernst mit, dass derzeit im Wintersemester 2025/26 insgesamt 2820 Menschen eingeschrieben sind. Damit setzt sich der Aufwärtstrend der vergangenen Jahre fort: 2024/25 lag die Zahl bei 2790, im Studienjahr 2023/24 bei 2780. Die Zahl der Neuaufnahmen bewegt sich ebenfalls auf stabilem Niveau. Insgesamt kamen 2025 – also im Sommer- und Wintersemester – 1034 Studienanfänger hinzu. Damit liegt die Universität etwa auf dem Niveau des Vorjahres, in dem ebenfalls mehr als 1000 Neuaufnahmen verzeichnet wurden. 2023 war die Zahl der Neuaufnahmen noch knapp unter 800.

Die Redaktion empfiehlt
Weitere Themen aus der Region