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Harzwasserwerke erfreut über Zufluss

GZ Plus IconSchnee, Tauwetter und Schmelzwasser: Wie geht es den Talsperren?

Winterliche Landschaft mit schneebedecktem Damm und See im Hintergrund unter bewölktem Himmel.

Die Talsperren – hier die Granetalsperre – haben aufgrund des Schmelzwassers aktuell viel Zulauf. Foto: Epping

Wie kommen die Talsperren mit dem vielen Schmelzwasser klar? Überlauf sei nicht zu befürchten, hieß es. Aber an der Granetalsperre gab es einen mysteriösen „Peak“.

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Von Petra Hartmann
Mittwoch, 14.01.2026, 19:45 Uhr

Harz. Erst Schnee in Massen – nun Tauwetter und jede Menge Schmelzwasser. Wie geht es den Talsperren damit? Droht ein Überlauf? Sarah Schrader, kommissarische Leiterin der Unternehmenskommunikation bei den Harzwasserwerken, gibt einen Situationsbericht. Die Harzwasserwerke betreiben im Harz insgesamt sechs Talsperren: die Innerste-, Grane-, Oker-, Ecker-, Söse- und Odertalsperre.

„Die von uns betriebenen Talsperren haben das Wochenende gut überstanden“, sagt Schrader auf GZ-Anfrage. Dabei war schon einiges zu bewältigen: „In der vergangenen Woche haben wir Schneehöhen von teilweise über 50 Zentimetern und ein Schneewasseräquivalent von über 10 Millionen Kubikmetern im Einzugsgebiet der Talsperren gemessen.“

Seit dem späten Montagabend gab es leichtes Tauwetter mit Temperaturen über null Grad Celsius in Clausthal. „Der Schnee schmilzt aber nur langsam und führt bisher nur zu einem geringen Anstieg des Zuflusses – Tendenz steigend“, stellt Schrader fest. Angst vor einem zu hohen Anstieg der Wassermengen muss demnach vorerst noch niemand haben. Ganz im Gegenteil: „Da wir an allen Talsperren geringe Füllstände haben, kommt das Schmelzwasser natürlich gelegen“, sagt die Harzwasserwerke-Sprecherin.

Trockener Sommer

Im vergangenen Jahr hatte es in den Talsperren teilweise sehr niedrige Wasserstände gegeben. Vor allem das Frühjahr von Februar bis Mai sowie der August und September waren extrem trocken, teilweise mit neuen Negativrekorden beim Niederschlag an einzelnen Orten. Im Spätsommer waren die für das Trinkwasser relevanten Talsperren im Schnitt noch zu 54 Prozent gefüllt, wie die Harzwasserwerke Ende September mitteilten. Üblicherweise seien sie zu dieser Jahreszeit in der Vergangenheit zu 68 Prozent gefüllt. Noch „nicht dramatisch niedrig“, aber dennoch würden die Betreiber mit Blick auf den Niederschlag auf einen zumindest durchschnittlichen Winter hoffen, um die Wasserspeicher wieder aufzufüllen. Insofern kam das Schmelzwasser gar nicht als unerwünschtes Ärgernis in die Talsperren.

Kurve schießt plötzlich in die Höhe

Die einzelnen Talsperren im Überblick:

Die Granetalsperre enthält 23,08 Millionen Kubikmeter Wasser (Stand: Mittwoch, 15.30 Uhr). Hier gab es am vergangenen Donnerstag einen extrem hohen Ausschlag auf der Wasserstandsanzeige. Das System meldete einen Stand von 102,252 Millionen Kubikmetern, also mehr als das Vierfache des gewöhnlichen Wertes. Irritierte Blicke auf die blaue Kurve, die die Harzwasserwerke auf ihrer Homepage bereitstellen. Drohte doch ein Überfluss?

Doch schließlich kann Schrader nach Rücksprache mit den Fachleuten Entwarnung geben: „Es handelt sich bei dem Ausschlag am 8. Januar der Granetalsperre um einen Messfehler bei der automatischen Messung, der von uns gerade korrigiert wird“, teilte sie mit.

Zwei rostige Pfosten stehen im Wasser nahe einem kiesigen Ufer mit Schnee im Vordergrund.

Höhere Wasserstände dank des Schmelzwassers: Für die Harzwasserwerke kam der Schnee nicht ungelegen. Foto: Epping

Aktuell liegt der Zufluss bei 0,6 und der Abfluss bei 0,1 Kubikmetern pro Sekunde.

Die Innerstetalsperre enthält aktuell 12,26 Millionen Kubikmeter Wasser. Den in jüngster Zeit stärksten Zufluss hatte sie am vergangenen Donnerstag mit 2,761 Kubikmetern pro Sekunde. Aktuell liegt der Zufluss bei 1,813 Kubikmetern pro Sekunde (Mittwoch, 15.30 Uhr).

14,796 Millionen Kubikmeter Wasser enthält die Okertalsperre. Hier sind am Wochenende noch keine besonderen Höhepunkte des Füllstands durch Wetterereignisse zu verzeichnen, nur ein kontinuierlich langsam sinkender Wasserspiegel. Am Montag und Dienstag jedoch stieg der Zufluss auf 5,111 Kubikmeter pro Sekunde an. Aktuell lautet der Wert 7,418. Sonst bewegen sich die Werte durchschnittlich unterhalb der 0,7er-Marke.

Ähnliches gilt für die Eckertalsperre, sie ist mit 9,45 Millionen Kubikmetern Wasser gefüllt, ein Wert, der im Januar sonst keinen großen Schwankungen unterworfen war. Am Dienstag stieg der Zufluss auf aktuell 1,14 Kubikmeter pro Sekunde an, am Mittwochnachmittag lag der Wert bei 1,736. Im Januar waren es vor dem Schnee-Wochenende fast immer weniger als 0,2 Kubikmeter pro Sekunde.

Auch die Odertalsperre, die aktuell 14,6 Millionen Kubikmeter Wasser enthält, weist keine größeren Schwankungen des Wasserstandes auf. Am Mittwoch lag der Zufluss gegen 15.30 Uhr bei 0,8 Kubikmetern pro Sekunde, im Durchschnitt lag der Wert im Januar bei 0,6 Kubikmetern pro Sekunde.

Die Sösetalsperre enthält 12,82 Kubikmeter Wasser. Einen Höhepunkt erreichte der Zufluss am Montag mit 5,317 Kubikmetern pro Sekunde. Nach einem starken Abfall des Zuflusses stieg er am Mittwoch erneut an, um 15.30 Uhr lag der Wert bei 3,83 Kubikmetern pro Sekunde, wobei der Wert im Januar ansonsten zwischen 0,3 und 0,9 Kubikmetern pro Sekunde pendelte.

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