300.000 Euro Schaden nach Brand im Skiheim Torfhaus belastet Verein
Die Rauchentwicklung beim Saunabrand der WSV-Skihütte in Torfhaus ist erheblich. Foto: Feuerwehr/Archiv
Das Skiheim des WSV Braunschweig in Torfhaus ist nach einem Brand unbewohnbar. Der Verein schätzt den Schaden auf 300.000 Euro. Daher startet er eine Spendenaktion.
Torfhaus. Mit einer Spendenaktion wendet sich der Wintersportverein (WSV) Braunschweig derzeit an die Öffentlichkeit. Der Verein kämpft um den Erhalt seines Skiheims in Torfhaus, das bei einem Saunabrand im vergangenen Oktober schwer beschädigt wurde. Eigentlich wollten die Mitglieder im Februar 2026 den 80. Geburtstag des Vereins feiern. Doch nun steht stattdessen die Zukunft des traditionsreichen Hauses auf dem Spiel.
Feuerwehreinsatz
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Am 10. Oktober 2025 war wie berichtet im Vereinsheim der Brand ausgebrochen. Gegen 19.17 Uhr wurden die Feuerwehren aus Altenau und Clausthal-Zellerfeld alarmiert. Rund 60 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst, DRK und Polizei rückten mit dem Stichwort Saunabrand in den Goetheweg aus. Beim Eintreffen bestätigten sich offenes Feuer und eine starke Rauchentwicklung. „Nullsicht, enorme Hitze und sehr enge Räume haben den Einsatz erschwert“, schilderte damals Stadtbrandmeister Markus Finck. Um ausreichend Löschwasser bereitzustellen, nutzten die Einsatzkräfte neben dem Hydrantennetz auch den nahe gelegenen Abbegraben. Erst mit einem zweiten Angriffsweg gelang es, das Feuer unter Kontrolle zu bringen. Die Nachlöscharbeiten dauerten bis in den späten Abend.
Dankbarkeit für Einsatz der Feuerwehr
Der WSV um Vorsitzenden Axel Bauermann ist dankbar über den „schnellen Einsatz“ der Feuerwehr, der Schlimmeres verhindert habe. Menschen kamen bei dem Brand glücklicherweise nicht zu Schaden. Ein 57-jähriger Mann aus Göttingen, der versucht hatte, das Feuer zu löschen, wurde zunächst mit Verdacht auf eine Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus gebracht, diese Vermutung bestätigte sich jedoch nicht. Insgesamt befanden sich zum Zeitpunkt des Brandes zehn Personen im Gebäude, sie konnten sich selbst ins Freie retten.

Das Löschen der Skihütte verlangt der Feuerwehr aus Altenau und Clausthal-Zellerfeld einiges ab. Foto: Feuerwehr
Der Schaden am Vereinsheim ist laut Bauermann erheblich. Gegenüber der GZ erläutert er, dass das Feuer zwar auf den Sauna- und Duschbereich beschränkt blieb. Doch giftiger Rauch und Löschwasser machten das gesamte Haus unbewohnbar. Eine komplette Spezialreinigung des Hauses sei notwendig. Inzwischen geht der Verein von einem Schaden in Höhe von rund 300.000 Euro aus, denn ein Großteil des Inventars müsse neu angeschafft werden. Besonders belastend: Die Versicherung will nach Angaben des WSV lediglich einen Teil der Kosten übernehmen. Da sich die Brandursache nicht eindeutig klären ließ, bleibt ein erheblicher finanzieller Eigenanteil beim Verein. Laut Bauermann wurde durch das Feuer der Saunaofen so stark beschädigt, dass es die Ermittler nicht leicht hatten. Auch der Goslarer Polizeisprecher Thorsten Ehlers hatte dies im Oktober bereits bestätigt. Man gehe aber alles in allem davon aus, dass der Brand durch einen technischen Defekt ausgelöst wurde.
Skiheim nur mit Maske betreten
Für den WSV kam das Feuer so kurz vor dem Beginn der Wintersaison zu einer sehr ungünstigen Zeit, auch wenn man sich natürlich niemals einen Brand wünscht. Bauermann führt aus, dass das Skiheim mit seinen 50 Betten seit Jahrzehnten ein zentraler Treffpunkt für Vereinsmitglieder, Familien und Kinder sei. Generationen hätten hier gemeinsam Zeit verbracht, trainiert und Urlaub gemacht. In der aktuellen Wintersaison fielen jedoch nun sämtliche Einnahmen aus dem Übernachtungsbetrieb weg, was eine zusätzliche finanzielle Belastung für den 192 Mitglieder starken Verein darstelle.
Ursache geklärt?
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Der Vorsitzende des WSV war erst vor einigen Tagen mit seinen Vereinskollegen vor Ort in der Hütte in Torfhaus: Der Neubaubereich mit Sauna, Dusche, Schlafzimmern und Lagerräumen, in dem der Brand ausgebrochen war, kann aktuell nur mit Maske betreten werden. Die Rauchbelastung sei erheblich. Der Altbau, der 2026 die 100-jährige Grundsteinlegung feiert, scheint weitgehend unversehrt geblieben zu sein. Nach aktuellem Stand können die Vereinsmitglieder dort zumindest selbst die Reinigung übernehmen. Weil sie aber jeden Löffel und jetzt Kaffeemaschine säubern und überprüfen müssten, komme dort auch einiges an Arbeit auf sie zu.
WSV Braunschweig erfährt viel Solidarität
Dennoch geben die Verantwortlichen nicht auf. In der Vergangenheit habe der Verein bereits vieles in Eigenleistung umgesetzt, von Fluchtwegen bis zu Feuertreppen, heißt es aus dem Vorstand. Auch diesmal setzt der WSV auf eine Sanierung in Etappen. Spezialfirmen für Dekontamination und Wiederaufbau sind angefragt. Wenn alles gut geht, sollen in der zweiten Januarwoche bereits die ersten Arbeiten starten. Ziel ist es, bis zum Sommer zumindest das Haupthaus mit Küche und Tagungsraum wieder nutzbar zu machen.
Um das zu erreichen, bittet der Verein um Unterstützung. Mit einer Spendenaktion im Internet unter www.gofundme.com/f/wsv-braunschweig sollen die finanziellen Lücken geschlossen werden. Bis Dienstagnachmittag wurden bereits mehr als 9100 Euro gesammelt. Jeder Beitrag fließe direkt in die Schadensbeseitigung, betont der Vorstand. Die bislang erfahrene Solidarität mache Mut, so Bauermann. Doch der bevorstehende Kraftakt sei groß.
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