„Schmeckt seifig“: Wie steht es um die Wasserqualität im Oberharz?
Wenn es um das Thema Wasser geht, wird man im Oberharz hellhörig. Immerhin gibt es eine Vorgeschichte (Symbolbild). Foto: Neuendorf
Ein Clausthal-Zellerfelder berichtet von seifig schmeckendem Leitungswasser, der zuständige Ausschuss weiß keinen Rat. Jetzt spricht der Stadtwerke-Chef.
Clausthal-Zellerfeld. Warum schmeckt das Leitungswasser in letzter Zeit eigentlich so seifig? Diese Frage stellte ein Clausthal-Zellerfelder in der Einwohnerfragestunde des jüngsten Ausschusses für Bau, Umwelt, Feuerwehr und Stadtentwicklung. Dem Gremium war das Thema nicht bekannt, die Stadtwerke geben jetzt zusätzlich Entwarnung.
Jugendbeteiligung gefordert
Morgens Schule, abends Ausschuss? Im Oberharz bald denkbar
Wie Stefan Poehling, Geschäftsführer der Stadtwerke, auf GZ-Nachfrage erklärt, gebe es kein flächendeckendes Problem. Das Leitungswasser habe die übliche Qualität, die ohnehin regelmäßig überprüft wird. Quartalsweise müssen Proben genommen werden, erst in dieser Woche ist das laut Poehling turnusmäßig wieder erfolgt.
Aktuelle Proben
Die Werte der aktuellsten Proben lägen zwar noch nicht vor, allerdings deute nichts darauf hin, dass hier irgendein Problem vorliegen würde. „Sonst hätten sich bestimmt auch schon andere Leute bei uns gemeldet“, merkt der Geschäftsführer an. Dies sei aber nicht der Fall. Und auch an der Aufbereitung in den Wasserwerken habe sich nichts geändert, dort werde wie gehabt im Normalbetrieb gearbeitet.

Die Frontalansicht des Hauptsitzes der Stadtwerke Clausthal-Zellerfeld. Foto: Knoke/Archiv
In dem konkreten Einzelfall, meint Poehling, sei es eventuell möglich, dass es ein Problem mit der Hausinstallation geben könnte. Dies sei aber reine Spekulation und auch nicht Sache der Stadtwerke, die mit den Leitungen innerhalb des Hauses ja ohnehin nichts zu tun hätten. In jedem Fall rät Stefan Poehling dazu, sich bei den Stadtwerken zu melden, falls irgendeine Vermutung aufkomme, mit dem Wasser würde etwas nicht stimmen. „Nur wenn wir es wissen, können wir uns kümmern“, so Poehling.
Lange Vorgeschichte
Clausthal-Zellerfeld ist seit 2020 ein gebranntes Kind beim Thema Wasser. Damals kam braune Brühe aus den Hähnen. Aufgrund von Fäkalbakterien, die damals am Wasserwerk Kellerhalsteich nachgewiesen wurden, musste sogar eine Zeit lang das Wasser abgekocht werden.

Das Wasserwerk Bockswieser Höhe wird 2023 fertiggestellt und an das Netz angeschlossen. Foto: Neuendorf/Archiv
Im Jahr 2023 sind dann zwei nagelneue Wasserwerke auf der Bockswieser Höhe und am Hirschler Teich ans Netz gegangen. Bei der Eröffnung des ersten Wasserwerkes am Hirschler Teich sprach Stefan Poehling bereits von einem „Meilenstein der Oberharzer Wasserversorgung“. Allein, weil die beiden Werke oberirdisches Wasser aufbereiten und kein Grundwasser, seien die Anlagen etwas Besonderes. Sie würden unterschiedliche Verfahrensprozesse in der Wasseraufbereitung intelligent kombinieren und seien damals einmalig in Deutschland gewesen. Die Planungsfirma HydroGroup aus Ravensburg hatte lediglich in Norwegen bereits solche modernen Wasserwerke konzipiert.
Copyright © 2026 Goslarsche Zeitung | Weiterverwendung und -verbreitung nur mit Genehmigung.