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Künstliche Intelligenz

GZ Plus IconOberharz: Wie ChatGPT und Co. die Tourismus-Branche herausfordern

Auf einem Smartphone-Bildschirm sind mehrere KI-Anwendungen zu sehen,

Chatbots neigen zu Fehlern, trotzdem werden sie immer beliebter. Foto: Dulian/dpa

Viele KI-Modelle neigen zu falschen Aussagen. Gleichzeitig werden sie zunehmend wie Suchmaschinen genutzt. Das hat auch Auswirkungen auf den Tourismus im Oberharz.

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Von Sören Skuza
Samstag, 31.01.2026, 16:00 Uhr

Altenau. Künstliche Intelligenz: Es gibt wahrscheinlich kaum einen technischen Bereich, der sich in den vergangenen Jahren so rasant entwickelt hat und dabei gleichzeitig so viele Lebensbereiche betrifft, ob im Positiven oder Negativen. Auch die Tourismus-Branche muss sich dem Thema stellen, wie Katharina Dundler, Leiterin der Tourist-Information Oberharz, zu berichten weiß.

Sogenannte Chatbots wie etwa ChatGPT und Gemini können für viele Dinge eingesetzt werden. Sie können in kürzester Zeit Texte verfassen oder hohe Datenmengen auswerten. Zunehmend werden sie – gerade von Jüngeren – aber auch als Ersatz für die klassische Suchmaschine genutzt.

Falschinformationen in der KI

Das Problem: Wenn die KI nicht die benötigten Informationen bekommt, denkt sie sich welche aus. Halluzinieren lautet der Fachbegriff. So erzählt Katharina Dundler, es habe in der Vergangenheit schon jemand in der Tourist-Information gestanden, in der festen Überzeugung, in Altenau seien einst Kristalle abgebaut worden.

Ein Missverständnis, das man leicht ausräumen kann. Und trotzdem, erzählt Dundler, zeige das eine wichtige Aufgabe im Tourismus auf: Es gehe darum, die richtigen Informationen so zu platzieren, dass sie auch bei der KI richtig ausgespielt werden. „Gerade bei Tagesaktuellem hat die KI noch oft ein Problem“, beobachtet sie. Gerade in Bezug auf Veranstaltungen ärgerlich, wenn die Menschen falsche Daten zu Öffnungszeiten, Preisen oder Programmpunkten bekommen.

Optimierung als Daueraufgabe

Beim Thema KI „muss man extrem dranbleiben“, stellt Dundler fest. „Vieles läuft im Hintergrund ab.“ Bei der Glückburg Consulting, die die Tourist-Informationen im Oberharz betreibt, werde viel daran gearbeitet, die besten Wege dafür auszuloten. Denn während bis vor wenigen Jahren noch die klassische Suchmaschinenoptimierung das A und O war, um bei Google oder anderen Suchmaschinen ausgespielt zu werden, liege das Hauptaugenmerk heute eben auf der Optimierung für KI. „Die Kollegen in Hamburg gucken sich das immer wieder an und schauen, wie man die Texte optimieren kann.“ Und „das ist richtig viel Arbeit“. Vieles laufe bei den Chatbots auch nicht nur über die Texte selbst, sondern über Datenbankstrukturen, die von ihnen ausgelesen werden.

„Gut und wichtig“ sei dabei auch die Datenbank des Harzer Tourismusverbands (HTV). Ziel sei es schließlich, dass von Veranstaltungen über Freizeitmöglichkeiten und Restaurants bis hin zu den Standorten von E-Ladesäulen alle Informationen auch in den Künstlichen Intelligenzen landen. Und eben die richtigen. „Man muss dafür sorgen, dass die KI nicht anfängt, zu halluzinieren.“ Den Praxistest könne man auch hervorragend „bei sich selbst“ machen.

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