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„Gose Bricks“ im Kulturmarktplatz

GZ Plus IconGoslars Altstadt aus Lego: Fabian Degen zeigt sein Meisterwerk

Modell eines historischen Marktplatzes mit Fachwerkhäusern, Brunnen und vielen kleinen Figuren aus Bausteinen.

Der Goslarer Marktplatz aus Legosteinen: Fabian Degen hat rund ein Jahr Stein auf Stein gesetzt, um die alten Gebäude und den Brunnen nachzubauen. Foto: Hartmann

Zur vierten Lego-Fan-Ausstellung „Gose Bricks“ in Goslar gibt es eine besondere Attraktion: Fabian Degen stellt sein Modell der Altstadt vor – mit vielen Überraschungen.

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Von Petra Hartmann
Sonntag, 15.02.2026, 04:00 Uhr

Goslar. Die Marktkirche und das „Schiefer“, das Kaiserwort-Hotel und das markante Sternpflaster – wer den Goslarer Marktplatz einmal aus der Lego-Fan-Perspektive bestaunen will, hat bei der vierten „Gose Bricks“-Ausstellung die Gelegenheit dazu: Fabian Degen hat die Altstadt mit Lego-Midi-Scale-Bausteinen nachgebaut und zeigt sein Werk bei der Schau am 21. und 22. Februar im Kulturmarktplatz.

Person in rotem Pullover zeigt mit der rechten Hand ein kleines rundes Objekt zwischen Daumen und Zeigefinger.

Die „Menschen" für den Goslarer Marktplatz hat Fabian Degen selbst aus Mini-Steinen gebaut. Foto: Hartmann

Der 44-Jährige als Lokalmatador hat sich vor rund einem Jahr an die Arbeit gemacht und nach und nach die historischen Häuser nachgebaut. Über 300.000 Steine hat er dazu gebraucht. Zum Teil neu gekaufte, zum Teil aber auch Relikte aus der eigenen Kinderzeit, sodass in dem Ensemble Klemmbausteine aus rund vier Jahrzehnten Familiengeschichte zu finden sind. Klar, dass die große Liebe zu den kleinen Plastikteilen auch durch das gemeinsame Spielen mit dem inzwischen elfjährigen Sohn noch einmal neu befeuert wurde – erst mit Duplo, dann mit Lego.

Ebenso klar, dass es manchmal einige Uneinigkeit mit der Partnerin darüber gab, ob der Esstisch unbedingt als Lego-Baufläche genutzt werden sollte. Auf jeden Fall kann sich das 130 mal 90 Zentimeter messende Altstadt-Modell sehen lassen und ist jeden barfüßigen Tritt in einen Legostein wert.

Akribische Planung mit dem Computer

Mann in rotem Adidas-Pullover steht hinter einem detaillierten Modell einer historischen Stadt mit Kirche und Bäumen.

Die Marktkirche (im Vordergrund) hat es Fabian Degen besonders angetan. Foto: Hartmann

Degen, der bereits im Vorjahr mit der Kaiserpfalz und dem Zinnfigurenmuseum in Brick-Bauweise für Aufsehen sorgte, ist ein großer Planer. Anders als Gose-Bricks-Organisator Sascha Lüddecke, der zur ersten Ausstellung das Ohlhöfer Herrenhaus mehr oder weniger „frei Schnauze“ nachgebaut hatte, ging Degen sein Projekt mit akribischer Vorplanung an: Der Wirtschaftsförderer, der auch beruflich mit Zahlen und Plänen umzugehen weiß, entwarf seinen Marktplatz mit dem 3D-Konstruktionsprogramm „Studio“, verfeinerte seine Pläne, zog immer wieder Google Maps zu Rate, machte unzählige Fotos, erforschte wenig bekannte Rückseiten von prägenden Gebäuden und ließ sich vom Programm auch durchkalkulieren, welche Steine in welcher Menge er benötigte, bevor er mit dem Bauen begann.

Doch trotz der detaillierten Vorplanung: Genug Spielraum für Kreativität und kleine Überraschungen hat sich der Baumeister gegönnt: Wer genau hinsieht und sich Zeit lässt, wird immer wieder kleine Überraschungen entdecken. Starwars-Fans werden sich über den kleinen Yoda freuen, der durch die Altstadt schlendert. Ein Miniatur-Spiderman sorgt dafür, dass Goslarer Ganoven keine krummen Dinger drehen. Und sogar Donald und Dagobert Duck sind auf dem Sternpflaster unterwegs.

Goldfrosch statt Dukatenscheißer

Goldfarbener Vogel auf einem Sockel aus transparenten blauen und grauen Bausteinen auf einer grauen Grundplatte mit Noppen.

Einen Adler gab es nicht als Lego-Bauteil. Darum sitzt auf dem Marktbrunnen jetzt ein goldener Drache. Foto: Hartmann

Was Lego nicht zu bieten hatte, war ein kleiner „Dukatenscheißer“. Deshalb sitzt jetzt ein güldener Frosch an der Ecke des Kaiserworth-Hotels. Und der Adler des Marktbrunnens mutierte sogar zum goldenen Drachen. Ein wahrer Meister arbeitet eben mit dem Material, das er hat.

An einigen Stellen machte Degen sogar aus der Not eine Tugend: Weil er nicht genug graublaue Steine für das Straßenpflaster hatte, baute er kleine Gullis ein. Ein Detail, das das Modell dem Original noch näher bringt.

Nicht ganz maßstabsgetreu geriet ihm das „Schiefer“. Das Gebäude hätte eigentlich größer sein müssen, doch hätte es dann nicht ins Gesamtensemble hineingepasst. Das Glockenspielfenster bleibt geschlossen. Einen so kleinen Motor, der einen Figurenumzug hätte betreiben können, gibt es für Lego nicht, meint Degen. Noch nicht.

Besonders viel Herzblut steckt in der Marktkirche, die mit ihren hochaufragenden Doppeltürmen auf jeden Fall ein Hingucker wurde.

100 Quadratmeter mehr

Detailaufnahme eines roten Lego-Gebäudes mit kleinen grünen Figuren auf einem Balkon und grauen Dächern.

Details an der Kaiserworth-Fassade: Kleine Legomännchen stellen die Kaiserstatuen dar. Statt des Dukatenscheißers gibt es einen kleinen goldenen Frosch. Foto: Lüddecke

Wer mehr entdecken will oder den Erbauer zu seinem Modell befragen möchte, hat am 21. und 22. Februar die Gelegenheit dazu. Die vierte Lego-Fan-Ausstellung im Kulturmarktplatz ist am Samstag von 10 bis 18 Uhr geöffnet und am Sonntag von 10 bis 17 Uhr. Die Veranstalter, die bereits im vergangenen Jahr den Besucherrekord von knapp 2400 Besuchern melden konnten, rechnen dieses Jahr mit noch mehr Zulauf. Immerhin ist die „Gose Bricks“ gewachsen und wird jetzt um rund 100 Quadratmeter größer sein als im Vorjahr. Die Ausstellung und der Mitmach-Bereich sind im Kulturmarktplatz zu finden, die Lego-Händler im Sonderausstellungsbereich.

Lego-Fans aus ganz Deutschland präsentieren ihre selbst gebauten Kreationen. Zu sehen sind Modelle aus den Bereichen Ritter und Raumfahrt, aber auch ein Drachenland und Eisenbahnen sowie eigene Modelle. Für die kleinen Besucher gibt es Spiel- und Bau-Möglichkeiten und etwas zu gewinnen: Die Sieger können Lego-Sets mit nach Hause nehmen. Und: „Wer nicht genug Steine zuhause hat, kann diese gerne bei unseren Händlern auffüllen“, verspricht Sascha Lüddecke. Der Eintritt kostet 6 Euro, Jung-Baumeister von 3 bis 16 Jahre sind mit 4 Euro dabei.

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