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Übung bei Schnee und Eis

GZ Plus IconFeuerwehr „rettet“ Person aus dem Dorfteich Westerode

Die Bad Harzburger Feuerwehren haben sich den Westeröder Dorfteich als Übungsgelände ausgesucht. 

Die Bad Harzburger Feuerwehren haben sich den Westeröder Dorfteich als Übungsgelände ausgesucht. Foto: Feuerwehr

Immer wieder betreten Personen im Winter zugefrorene Gewässer und brechen im Eis ein. Was in einem solchen Fall zu tun ist und wie die Feuerwehr dabei vorgeht.

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Von Christoph Exner
Freitag, 06.02.2026, 04:00 Uhr

Westerode. Ob nun im Rahmen einer Mutprobe unter Jugendlichen oder einfach wegen des Schlitterspaßes – ist es draußen ordentlich kalt, kommt es immer wieder vor, dass Personen zugefrorene Wasserflächen betreten. Oftmals viel zu früh, wenn die Eisschicht noch nicht dick genug ist. Eine mitunter lebensgefährliche Situation, die auch in diesem Winter deutschlandweit schon wieder zu mehreren Einsätzen für Feuerwehr und Rettungsdienst geführt hat.

In Bad Harzburg glücklicherweise noch nicht. Doch dort wurde jetzt zumindest geübt, wie die Einsatzkräfte in solchen Fällen agieren sollten. Unter realistischen winterlichen Bedingungen trainierten die Ortsfeuerwehren Bad Harzburg und Westerode am Westeröder Dorfteich den Ernstfall. Angenommen wurde folgendes Szenario: Eine Person ist beim Betreten der Eisfläche eingebrochen und kann sich nicht selbst aus der misslichen Lage befreien.

Realistische Bedingungen

Im Rahmen der Übung lag der Schwerpunkt auf der sicheren Rettung von Personen aus dem Eis, teilt die Feuerwehr mit. Dabei seien verschiedene Methoden zur Personenrettung über eine Eisfläche trainiert worden. Ziel sei es gewesen, sowohl die verunglückte Person schnell und schonend zu erreichen als auch die Sicherheit der Einsatzkräfte jederzeit zu gewährleisten. Das geschah beispielsweise durch das Tragen eines speziellen Anzugs.
Bei der Rettung eingebrochener Personen sollte das eigene Gewicht bestmöglich auf dem Eis verteilt werden.

Bei der Rettung eingebrochener Personen sollte das eigene Gewicht bestmöglich auf dem Eis verteilt werden. Foto: Feuerwehr

„Die gemeinsame Übung bot allen beteiligten eine wertvolle Gelegenheit, Abläufe zu festigen, die Zusammenarbeit zu stärken und sich auf mögliche Einsätze in der kalten Jahreszeit vorzubereiten“, resümiert die Feuerwehr. „Solche realitätsnahen Übungen sind ein wichtiger Bestandteil der Einsatzbereitschaft und tragen maßgeblich zur Sicherheit im Ernstfall bei.“

Grundsätzlich Betretungsverbot

Die winterlichen Temperaturen und die damit verbundenen Gefahren hätten deutlich gemacht, wie trügerisch Eisflächen sein können. Bereits wenige Plusgrade oder eine ungleichmäßige Eisdicke reichen aus, um tragendes Eis instabil werden zu lassen.

Öffentliche Gewässer sollten übrigens grundsätzlich erst dann betreten werden, wenn durch die Behörden dafür eine Freigabe erteilt worden ist. Die Dicke der Eisschicht muss dafür mindestens 15 Zentimeter betragen. Bis die erreicht ist, braucht es aber in der Regel mehrere Tage und anhaltende Minusgrade.

VERHALTEN IM ERNSTFALL

Experten geben Tipps: Was tun, wenn man selbst im Eis einbricht?
1. Ruhe bewahren. Panik verbraucht Energie, was die Unterkühlung beschleunigt.
2. Auf sich aufmerksam machen.
3. Selbstrettungsversuch starten. Versuchen, sich auf das Eis zu lehnen und ein Bein nach dem anderen hinten auf das Eis zu ziehen, um sich vorsichtig herauszuwuchten. Die Auflagefläche sollte so groß wie möglich sein, um das Körpergewicht bestmöglich zu verteilen.
Was tun, wenn jemand anderes im Eis einbricht?

1. Notruf 112 wählen.
2. Andere Personen herbeirufen, um Menschenkette zu bilden oder Hilfsmittel wie ein Brett suchen. Nicht auf die Eisfläche laufen, sondern robben.
3. Nicht direkt die Hand reichen: Helfende sollten Abstand halten, denn eine eingebrochene Person kann aus Panik andere mit ins Eisloch ziehen. Stattdessen empfiehlt es sich, der Person einen Stock, einen Ast oder ein Kleidungsstück wie eine Jacke zu reichen.
4. Eingebrochene Person nur dann die Kleidung ausziehen lassen, wenn trockene Ersatzkleidung verfügbar ist. Ansonsten in eine warme Decke einwickeln. Auch die nasse Kleidung bietet nämlich noch eine gwisse Isolation.

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