Theater am Goslarer CvD-Gymnasium: Was auf die Bühne kommt
Premiere 2025: Im Vorjahr spielt das CvD-Ensemble erstmals auf der Bühne der neuen Goldenen Aue in einem riesigen Forum, das auch seine Tücken hat. Foto: Heine (Archiv)
Premiere ist am 14. April, der Vorverkauf startet jetzt: Die Theatergruppe des CvD-Gymnasiums nutzt die Osterferien zum Proben. Was gespielt wird, verrät die GZ.
Erste Lehren aus der Premiere
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„Mal wieder Schluss mit lustig“
Angesichts der weltpolitischen Zeiten und globaler Krisen ist am CvD-Gymnasium „mal wieder Schluss mit lustig“, wie es Deutschlehrerin Woitinas auf den Punkt bringt. Nach dem selbstverfassten humorigen Krimi „Tod auf Christie Island“ im Vorjahr, das auf fast dreieinhalb Stunden Gesamtlänge anwuchs, wartet im nächsten Monat ein düsteres Stück im Normalmaß, das während des Zweiten Weltkriegs unter dem Einfluss der Teilung Frankreichs durch die deutschen Invasoren entstand, im spanischen Cádiz spielt und bei der Uraufführung 1948 trotz Starbesetzung bei den Kritikern durchfiel. Camus selbst fand dies deshalb „betrüblich“, weil er, wie er selbst sagte, nie aufgehört habe, den Belagerungszustand trotz all seiner Unzulänglichkeiten als das Werk zu betrachten, das ihm am meisten gleiche.CvD-Krimi „Tod auf Christie Island“
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Ein totalitäres Regime übernimmt
„Bei dem Stück denken viele, es sei einfach die Dramatisierung der Pest, aber da gibt es nur oberflächlich betrachtet Parallelen“, führt Woitinas ins Thema ein. Tatsächlich gehe es um die Übernahme einer Gesellschaft durch ein totalitäres Regime, das mit den üblichen Mitteln wie Gewalt, Tötungen, dem Aufruf zur Denunziation mit Gratifikationsversprechen und Einführung einer unverständlichen Bürokratie Angst und Schrecken verbreite und dem gegenüber sich die Menschen halt verhalten (müssen). „Wie sie das tun, wird an einigen Figuren exemplarisch durchgespielt“, erläutert sie. Zentral ist demnach ein Arzt, der verzweifelt mit sich und dem Guten ringt, und es sind einige Frauen, die auf die Liebe setzen. Und sollte es am Ende Hoffnung geben, dass das Böse besiegt werden kann, dann dadurch, dass die Angst überwunden wird.
„Tod auf Christie Island“: Der Krimi im Vorjahr mit viel Humor und immer neuen Wendungen stammte aus eigener CvD-Feder. Foto: Heine (Archiv)
„Düster, aber trotzdem kraftvoll“
„Im Gegensatz zu unseren letzten Inszenierungen wird das düster und hart, aber es ist auch ein sehr kraftvolles und theatral sehr lebendiges Stück, dessen etwas experimentellen Charakter wir durch die Inszenierung noch verstärken werden“, verrät Woitinas, die um die Qualität der Truppe weiß, den CvD-Theaterfreunden. Ein nicht unwesentlicher Grund, warum auch die Goslarsche Zeitung in diesem Jahr mit ihrem Schweinchengeld an die Seite springt. 3000 Euro gibt es für das CvD-Ensemble. Dieselbe Summe darf auch die Theaterwerkstatt des Ratsgymnasiums für sich verbuchen, die sich in diesem Jahr die „Schule der Diktatoren“ von Erich Kästner vorgenommen hat und am 12. Mai Premiere feiert – mit weiteren Vorstellungen am 13., 15. und 16. Mai.Theaterwerkstatt am Ratsgymnasium
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Vorverkauf ab Montag
Aber zurück zum CvD-Gymnasium: Die gewohnten vier Vorstellungen für den „Belagerungszustand“ gehen am 14. April (Dienstag) und vom 16. bis 18. April (Donnerstag bis Samstag) über die Bühne im Forum des Schulzentrums Goldene Aue. Beginn ist jeweils um 19 Uhr. Karten kosten acht Euro, ermäßigt fünf Euro. Der Vorverkauf startet in der Schule selbst nach den Osterferien. Erster Schultag ist der 8. April. Vorher sind die Tickets schon ab Montag, 23. März, in der Musikalienhandlung Opus 57 an der Petersilienstraße erhältlich. Öffnungszeiten sind Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag jeweils von 10 bis 13 Uhr und von 14 bis 18 Uhr.
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