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Genehmigungsverfahren startet

GZ Plus IconGoslarer Firma Chemitas gibt Papiere für Gefahrenstofflager ab

Mann in schwarzer Jacke steht in einem Lager mit hohen Regalen voller Kartons und Behälter

Chemitas-Chef Lennart Ermert verwaltet mit seinem Unternehmen an der Langen Wanne ein Lager mit rund 7000 Paletten-Stellplätzen. Foto: Roß

Die Chemitas GmbH will „6.1.-Stoffe“, die etwa Nickel oder Cobalt enthalten, wieder im eigenen Lager an der Langen Wanne lagern. Die nötigen Gutachten liegen nun vor.

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Von Hendrik Roß
Mittwoch, 21.01.2026, 09:00 Uhr

Goslar. Die nötigen Gutachten liegen bereit und sollen bis Ende Januar beim Gewerbeaufsichtsamt vorliegen. Die Chemitas GmbH will so schnell wie möglich am Standort Lange Wanne ein Gefahrenstofflager einrichten, um zehntausende Euro an Transport- und Mietkosten einzusparen. „Wir haben in den vergangenen Monaten unsere Hausaufgaben gemacht“, sagt Chemitas-Geschäftsführer Lennart Ermert. Nun könne das Genehmigungsverfahren starten, mit Öffentlichkeitsbeteiligung und allem, was dazugehört.

Die Chemitas GmbH organisiert als Teil der H.C.-Starck-Gruppe die Lagerhaltung für die Chemiebetriebe im Metallurgiepark Oker. Rohstoffe für die Produktion und Endprodukte, die auf die Auslieferung zum Kunden warten, liegen zum Teil direkt im Okeraner Industriepark am Schleeke (1000 Palettenstellplätze). Der größte Teil der Ware lagert jedoch in der Chemitas-Zentrale an der Langen Wanne. Dort gibt es 7000 Stellplätze auf 7500 Quadratmetern.

Früher Weg in die Öffentlichkeit

In Zukunft sollen dort auch sogenannte „6.1-Stoffe“ untergebracht werden, dazu zählen Stoffe etwa mit Nickel- oder Cobalt-Anteil, die gesundheitsschädigend sein können. Da bei dem Begriff Gefahrenstoffe in der Öffentlichkeit schnell die Alarmglocken angehen, hatte die Chemitas früh den Weg in die Öffentlichkeit gesucht und die Lagerpläne schon vor rund einem Jahr im Goslarer Wirtschaftsausschuss vorgestellt.

Wie Ermert erläuterte, war eine Unterbringung der „6.1-Stoffe“ im Chemitas-Lager bis vor wenigen Jahren problemlos möglich. Jedoch würden mittlerweile so strenge EU-Vorgaben gelten, dass der Starck-Logistiker Außenlager in Wolfenbüttel oder sogar Hamburg für die Gefahrenstoffe anmieten muss und von dort aus die Betriebe in Oker beliefert.

Weniger Transportkilometer

„Die Miete und der Transport kosten H.C. Starck jedes Jahr eine sechsstellige Summe“, sagte Ermert. Die will der Konzern in Zukunft einsparen. Hinzu komme der ökologische Effekt, denn etliche Lkw-Kilometer könnten eingespart werden.

Der geplante Umbau findet vor allem im Lagerinneren statt. Äußere Veränderungen soll es nicht geben. „Wichtig ist uns, dass hier im Gewerbegebiet nur verpackte Ware zwischengelagert und weitertransportiert wird“, so der Chemitas-Chef.

Das Unternehmen gehört mit dem Wolfram-Hersteller Tungsten Powders und dem Analytik-Spezialisten Chemilytics zur H.C.-Starck-Gruppe, die eine Woche vor Heiligabend 2024 Teil des Konzerns Mitsubishi Materials Europe wurde.

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