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Auf der Rathauswiese

GZ Plus IconBraunlager Grüne finden geplantes Konzept zu Beschneiung „sinnlos“

Traumhafte Wintersportbedingungen herrschen zu Jahresbeginn auch auf der Skiwiese am Rathaus in Braunlage.

Traumhafte Wintersportbedingungen herrschen zu Jahresbeginn auch auf der Skiwiese am Rathaus in Braunlage. Foto: Archiv/Eggers

Die Braunlage Tourismus Gesellschaft will ins Eisstadion, Kurgastzentrum, Hallenbad investieren und in ein Konzept zur Beschneiung der Rathauswiese. Das sorgt für Ärger.

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Von Berit Nachtweyh
Samstag, 14.03.2026, 04:00 Uhr

Braunlage. In ihrem Wirtschaftsplan für das laufende Jahr hat die Braunlage Tourismus GmbH (BTG), in der die touristischen Liegenschaften der Stadt verwaltet werden, Investitionen in einer Gesamthöhe von 258.600 Euro eingeplant (siehe Kasten). Im Ausschuss für Bau, Verkehr, Umwelt, Wirtschaft und Tourismus wurde der Plan in dieser Woche vorgestellt und mehrheitlich durchgewunken. Nur die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen stimmte mit „Nein“. Aus einem Grund: Die geplante Konzeption zur Beschneiung der Rathauswiese sei „sinnlos“.

Geplante Investitionen der BTG

- Eisstadion 18.500 Euro: für Erweiterung der Lagerkapazität, neue Schlittschuhschleifmaschine, Nachrüstung der Alarmanlage und Rasenmähtraktor mit Räumschild

- Kurgastzentrum 106.600 Euro: für Installation einer Photovoltaikanlage, Erneuerung der Tontechnik für Saal und Außenbühne, Herstellung einer leistungsfähigen Internet- und Wlan-Infrastruktur für Veranstaltungen und Konferenzen und die Anschaffung eines Rollgerüstes für Wartungsarbeiten

- Hallenbad 86.000 Euro: Erneuerung des Saunahofs und Einfassung mit Milchglaselementen sowie Nachrüstung eines Wärmemengenzählers und Erneuerung des Bedientableaus im Bademeisterraum.

- Verwaltung 16.500 Euro: Installation eines digitalen Infoterminals, einer E-Bike-Ladestation sowie einer Trinkwasserstation für Radfahrer

- Sonstiges 31.000 Euro: Konzeption für eine Beschneiung an der Rathauswiese sowie Ersatzbeschaffungen von Hard- und Software und Büroeinrichtung

Die BTG will auch die Tontechnik auf der Außenbühne des Kurgastzentrums in Braunlage verbessern.

Die BTG will auch die Tontechnik auf der Außenbühne des Kurgastzentrums in Braunlage verbessern. Foto: Archiv/Nachtweyh

Ins Gespräch gekommen war die mögliche Beschneiung der Ski- und Rodelwiese neben dem Rathaus im Aufsichtsrat der BTG während der schneereichen Wochen im zurückliegenden Winter. Da habe jeder sehen können, „wie wichtig die Skiwiese für den Ort ist“, argumentierte Bürgermeister Wolfgang Langer in der Ausschusssitzung. Neu ist das Thema Beschneiung an diesem Platz indes nicht. Früher standen dort Schneelanzen, aber die Anlage sei längst veraltet, erklärt BTG-Geschäftsführer Dirk Becker. Deshalb kamen später auch Schneekanonen zum Einsatz. Das aber sei technisch kompliziert und personell aufwendig, führt Becker aus. Also unterm Strich auch teuer. An der Rathauswiese fehle die nötige Infrastruktur, auch was die Energieversorgung betrifft, so der Geschäftsführer.
Ein Fachplanungsbüro soll deshalb in einer Konzeption darlegen, welche technischen, infrastrukturellen und naturschutzrechtlichen Anforderungen für eine mögliche Beschneiung zu beachten sind – und was die Umsetzung kosten würde. Dafür sind nun 25.000 Euro im BTG-Wirtschaftsplan eingestellt. Geld, das nach Meinung der Grünen-Fraktion für andere Dinge ausgegeben werden könnte und „nicht für eine sinnlose Konzeption“, sagt Grünen-Ratsdame Cornelia Ehrhardt. Bündnis90/Grüne haben als kleinste Fraktion im Rat keinen Sitz im Aufsichtsrat der BTG.

Klimawandel-Argument

„Wir sprechen uns gegen die Beauftragung eines Fachbüros für die Erstellung einer Konzeption einer Beschneiungsanlage aus“, erklärte Cornelia Ehrhardt und sagte weiter „und das nicht weil wir als Person oder als Grüne dagegen sind, sondern weil die Wetterdaten uns klar sagen, wie die Zukunft aussieht“. Das Klimawandel-Argument wollte der Bürgermeister in diesem Fall nicht gelten lassen und sprach von einem „Mikroklima im Bereich Braunlage“, dass die Aussicht auf „genügend Schnei-Fenster“ durchaus zulasse. „Es ist nicht so, dass der Winter hier abgeschrieben ist“, sagte Wolfgang Langer in der Ausschusssitzung, weshalb die 25.000 Euro für die Konzeption kein rausgeschmissenes Geld seien.
Um 1960 zeigt ein Skilehrer den Urlaubern, wie sie den Hang an der Skiwiese am Rathaus hinunterkommen.

Um 1960 zeigt ein Skilehrer den Urlaubern, wie sie den Hang an der Skiwiese am Rathaus hinunterkommen. Foto: Archiv Kühnhold

Die Liftanlage an der Rathauswiese gehört der BTG und wird, wie andere Anlagen auch, verpachtet. Betreiber Sascha Schulze hatte den Lift in der Ortsmitte von Braunlage erst zur Saison 2025/26 gepachtet und war von der Resonanz speziell zum Jahresbeginn schon im Januar begeistert. Das Skilaufen auf der Rathauswiese hat in Braunlage eine lange Tradition. Den ersten Skilift, einen sogenannten Kurzlift, gab es schon Mitte der 1950er Jahre auf der Skiwiese. Anfang der 1970er Jahre war dann der heutige Lift gebaut worden. Bis Anfang der 1980-er Jahre waren sogar beide Lifte gleichzeitig in Betrieb.

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