Lebensgefahr: Stundenlange Suche nach vermisstem Mann im Oberharz
Rund um den Sportplatz des TuS Clausthal-Zellerfeld suchen die Kräfte nach dem Vermissten. Foto: Neuendorf
Ein Vermisster löste am Montagabend einen großen Sucheinsatz aus. Für die Polizei stand schnell fest, dass er in akuter Gefahr war. Am Ende gab es eine erlösende Nachricht.
Clausthal-Zellerfeld. Ein Hubschrauber kreiste am Montagabend über Clausthal-Zellerfeld, Suchhunde durchstreiften den Wald, Einsatzkräfte standen in Alarmbereitschaft – und am Ende die erlösende Nachricht: Der vermisste Mann (26) wurde in der Nacht gefunden. Zuvor war seit den frühen Abendstunden nach ihm gesucht worden, nachdem für die Polizei schnell feststand, dass akute Gefahr für Leib und Leben bestand.
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Wie der Goslarer Polizeisprecher Thorsten Ehlers auf GZ-Nachfrage mitteilt, hatte der Mann zuvor seine Wohnung verlassen und gegenüber seiner Mutter einen Suizid angekündigt. Gesucht wurde daraufhin in einem großräumigen Gebiet in Zellerfeld: vom Robinsonspielplatz über die Ringerhalde und den Sportplatz des TuS Clausthal-Zellerfeld bis hinauf zum Campingplatz Wildwood. Erst in den Nachtstunden gab es laut Ehlers Gewissheit, im Bereich des Unteren Spiegeltaler Teichs wurde der Mann gefunden. Rettungskräfte brachten ihn ins Klinikum nach Herzberg.
Viele Kräfte im Einsatz
An der Suche beteiligt waren laut Feuerwehrsprecher Peter Müller zahlreiche Einsatzkräfte: Neben der Polizei und Feuerwehr Clausthal-Zellerfeld waren unter anderem die Drohnengruppe und die Suchhunde der Feuerwehr Goslar, die Feuerwehr Hahnenklee-Bockswiese sowie die Bergwacht des DRK aus Clausthal-Zellerfeld und Langelsheim, die Drohne des DRK und die Suchhundestaffel Nordharz im Einsatz. Die Einsatzleitung der Polizei befand sich währenddessen in der Feuerwache Clausthal-Zellerfeld.

Die Rettungshundestaffel Nordharz ist bei der Vermisstensuche mit von der Partie. Foto: Neuendorf
Warum so schnell gehandelt wurde, erklärt der Polizeisprecher: Bei Vermisstenfällen prüfen die Beamten umgehend, ob eine ernste Gefährdung besteht. Liegen etwa Hinweise auf eine psychische Ausnahmesituation vor, werden sofort Fahndungsmaßnahmen eingeleitet. Auch die nächtlichen Temperaturen um den Gefrierpunkt hätten die Lage zusätzlich verschärft.
Grundsätzlich gilt: Bei Erwachsenen, die nicht als hilflos eingeschätzt werden, wartet die Polizei häufig zunächst ab, da sie Ehlers zufolge selbst entscheiden können, wo sie sich aufhalten. Besteht jedoch Anlass zur Sorge, sollte eine Vermisstenanzeige jederzeit und ohne Verzögerung bei jeder Polizeidienststelle erstattet werden.

Drohnen sind am Montagabend im Einsatz, um den vermissten Mann aufzuspüren. Foto: Neuendorf
Die Goslarsche Zeitung berichtet in der Regel nicht über Selbsttötungen oder Suizidgedanken, um keinen Anreiz für Nachahmung zu geben und um die betroffenen Angehörigen zu schützen. Außer: Dieses Thema erfährt durch die Umstände besondere Aufmerksamkeit.
Wenn Ihre Gedanken darum kreisen, sich das Leben zu nehmen, sprechen Sie mit Freunden und Familie darüber. Unterstützung bietet auch die Telefonseelsorge. Sie ist anonym, kostenlos und rund um die Uhr erreichbar unter (0800) 1110111 oder unter (0800) 1110222. Unter diesen Nummern erhalten Sie Hilfe von Beratern, die Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen können. Hilfe bei der Suche nach einem Therapieplatz bieten die Kassenärztliche Vereinigung und die Patientenservice-Nummer 116 117.
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