Unfall: Auto landet im Harz im Graben, Halter greift Polizisten an
Das Auto liegt bei Schulenberg auf dem Dach im Graben – der Fahrer ist aber nicht in der Nähe. Foto: Polizei
Es klingt fast ausgedacht: Ein Jäger findet einen Pkw im Graben, aber keinen Fahrer. Als die Polizei den Halter ausfindig macht, fängt er an auf sie einzuschlagen.
Schulenberg/Bad Harzburg. Gleich mehrere Verfahren hat ein 45-Jähriger am Hals, dessen Auto am Samstag auf dem Dach liegend im Oberharz gefunden wurde. Er soll laut einer Polizeimitteilung nicht nur alkoholisiert seinen Wagen in den Graben gesetzt, sondern auch noch einen Beamten verletzt haben.
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Wie die Polizei mitteilt, habe ein Jäger am Samstagvormittag den verunglückten VW Polo in einem Bachlauf neben dem Forstweg zwischen Schulenberg und Romkerhall gefunden. Ein Fahrer allerdings sei weder im Auto selbst noch in der Nähe gewesen. Die Beamten hätten allerdings Blutspuren gefunden, weshalb sie davon ausgegangen sind, dass der Fahrer mindestens leicht verletzt sein musste.
Halter verletzt und alkoholisiert
Eine Funkstreife aus Bad Harzburg habe sich daraufhin auf den Weg zur Adresse des Fahrzeughalters aufgemacht. „Er war offensichtlich leicht verletzt und roch nach Alkohol“, heißt es in der Pressemitteilung. Zunächst habe er behauptet, sein Auto wäre am Vortag gestohlen worden.
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Im Zuge „strafprozessualer Maßnahmen“ habe sich der 45-Jährige alles andere als kooperativ verhalten und griff die Beamten an. Wie Marcus Killig, stellvertretender Leiter des Polizeikommissariates Oberharz, auf Anfrage mitteilt, seien keine Waffen oder andere Gegenstände im Spiel gewesen. Die heftige Gegenwehr mit Schlägen und Tritten habe allerdings ausgereicht, um einen Polizisten so zu verletzen, dass er „bis auf Weiteres nicht mehr dienstfähig“ sei.
Mehrere Verfahren
Mit weiteren Funkstreifen aus Goslar sei es schließlich gelungen, „die notwendigen Maßnahmen durchzuführen“. Den Mann erwarten nun mehrere Ermittlungsverfahren wegen Verstoßes gegen das Straßenverkehrsgesetz, tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte und das Vortäuschen einer Straftat.
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Den Sachschaden am Auto schätzt die Polizei auf 1500 Euro. Der Fall dürfte allerdings noch weitere Kosten nach sich ziehen: Wie aus der Pressemitteilung hervorgeht, sei am Unfallort Öl aus dem Fahrzeug ausgetreten und in den Bachlauf geflossen. Die Harzwasserwerke hätten demnach „umfangreiche Maßnahmen zum Trinkwasserschutz“ ergreifen müssen. Wie hoch dieser Schaden ausfällt, könne aktuell noch nicht gesagt werden.
Keine offizielle Straße
Der betroffene Forstweg sorgte in den vergangenen Jahren immer mal wieder für Schlagzeilen, weil er als Ausweichroute für die jahrelang gesperrte Bramkebrücke im Gespräch war. Ergebnis der Prüfung war, wie berichtet, dass der Weg nicht für die Öffentlichkeit freigegeben werden kann, sondern „nur“ als Rettungsweg ertüchtigt werde, um Einsatzkräften einen schnelleren Weg von Süden her nach Schulenberg zu ermöglichen. Der Ort ist ansonsten mit dem Auto aktuell nur über Clausthal-Zellerfeld zu erreichen.
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