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Karate

Vom Hörsaal auf die Matte: Oberharzer Student kämpft international

Zwei Karateka im weißen Anzug stehen sich kampfbereit auf einer Matte gegenüber, beide tragen Handschuhe und Gürtel.

Auch wenn sich Fynn Maliska (l.) aus Clausthal-Zellerfeld am Ende gegen den Karateka aus der Türkei geschlagen geben muss, freut er sich über die gesammelten Erfahrungen bei internationalen Meisterschaften. Foto: ADH

Karate bestimmt sein Leben seit der Kindheit. Jetzt vertritt der 22-jährige Fynn Maliska die TU Clausthal bei internationalen Meisterschaften und träumt von noch mehr.

Von Redaktion 02.08.2026, 11:00 Uhr

Clausthal-Zellerfeld. Seitdem er vier Jahre alt ist, hat Karate einen festen Platz im Leben von Fynn Maliska. Der 22-Jährige ist bereits bei mehr als 200 Wettkämpfen angetreten und hat trotzdem noch lange nicht genug, berichtet die TU Clausthal in einer Pressemitteilung. An der Oberharzer Hochschule studiert er im vierten Semester Sportingenieurwesen und ist damit berechtigt, an den sogenannten University Championships teilzunehmen: Diese finden jedes Jahr europaweit und alle zwei Jahre weltweit statt. Hier treffen internationale Athletinnen und Athleten aus der Hochschullandschaft aufeinander.

Aktuell bereitet sich Maliska nach Angaben der TU Clausthal intensiv auf die europäische Universitätsmeisterschaft vor, die diesen September in Albanien stattfindet. Dort tritt er für die Oberharzer Einrichtung an und kann erneut Wettkampferfahrung auf internationalem Niveau sammeln. Im Juni nahm er bereits an der Universitätsweltmeisterschaft in Brasilien teil. Dafür reiste er am Wochenende vor dem Turnier in die Hauptstadt Brasília. Begleitet wurde er dabei von Athleten aus seiner Sportart – darunter auch ein guter Freund von der Health and Medical University Erfurt. „Man kennt sich nach so vielen Jahren in dem Sport untereinander“, sagt Maliska.

Hohes Niveau bei den Wettkämpfen

Beim Karate treten die Teilnehmer in verschiedenen Disziplinen und Gewichtsklassen gegeneinander an. Maliska startete im Kumite („Begegnung der Hände“) in dreiminütigen Kämpfen, in denen Punkte gesammelt werden. Das Turnier wurde im KO-System ausgetragen: Weiter kam jeweils nur der Gruppensieger.

„Das Niveau war sehr hoch“, berichtet der 22-Jährige. Unter den knapp 30 Teilnehmern in seiner Klasse waren einige, die auch zur Weltmeisterschaft geschickt werden. In seiner Gruppe traf er direkt auf Athleten aus Nordmazedonien und der Türkei, die später Gold und Bronze gewannen. „Da habe ich bei der Auslosung einfach Pech gehabt. Die Kämpfe haben mir aber trotzdem Spaß gemacht“, so Maliska.

Sightseeing in Brasiliens Hauptstadt

Neben dem Wettkampf blieb noch Zeit für Sightseeing. Mehrere Sportlerinnen und Sportler schlossen sich zusammen und erkundeten die Stadt: Sie besuchten den Nationalpark, die große Kathedrale und probierten sich durch die lokale Küche Brasiliens. Auch die Wettkämpfe anderer Sportarten in den Nachbarhallen wie etwa Ju-Jutsu und Ringen konnten sie sich ansehen.

Während des Turniers erhielten alle Athleten Ansteckpins, die sie untereinander austauschten. „Ich habe jetzt glaube ich zwölf internationale Pins getauscht“, erinnert sich Maliska. Für ihn war das Turnier daher auch eine gute Gelegenheit, in der Hochschulszene neue Kontakte zu knüpfen.

Zwei Männer mit Sporttaschen gehen nebeneinander durch einen Innenraum. Einer trägt ein rotes T-Shirt, der andere eine gelbe Jacke und zeigt beide Daumen hoch.

Fynn Maliska (l.) ist stolz auf seine Teilnahme bei den Meisterschaften in Brasilien. Foto: ADH

Neben den Hochschulformaten startet Maliska schon seit Jahren in der offenen Wettkampflandschaft. Parallel zum Studium möchte er den Sport weiterhin auf hohem Niveau ausüben. In der Leistungsklasse 1. Herren sind Athleten im Schnitt etwa 35 Jahre alt, wenn sie ihre Karriere beenden; Maliska hat also noch viel vor. „Die Unimeisterschaften haben ein tolles Niveau und die internationalen Reisen sind ein großer Pluspunkt. Alles in allem macht es echt Bock.“

Unterstützung von der TU Clausthal

Auch die Unterstützung der TU Clausthal macht für ihn einen spürbaren Unterschied: „Ich bekomme echt viel Rückhalt und werde zum Beispiel für die Reisen von Praktika und Vorlesungen freigestellt“, sagt er. Besonders wichtig sei dabei die finanzielle Unterstützung, da er die Wettkämpfe auf Dauer nicht aus eigener Tasche stemmen könne. Sebastian Sdrenka, Leiter des Sportinstituts, freut sich sehr über die Teilnahme von Maliska: „Die Teilnahme einer unserer Studierenden bei zwei sehr hochklassigen Wettkampfformaten ist auch ein großer Erfolg für die TU Clausthal.“

Junger Mann im Karateanzug mit blauen Handschuhen steht in einem leeren Hörsaal und lächelt in die Kamera.

Wenn Fynn Maliska nicht auf der Karatematte steht, studiert er an der TU Clausthal Sportingenieurwesen. Foto: Jakubus/TU Clausthal

„Mir gefällt es sehr gut an der TU Clausthal“, erzählt Maliska weiter. Sein Studiengang Sportingenieurwesen hat ihn überzeugt und stellt die Weichen für seine berufliche Zukunft. Später möchte er in den Bereich Entwicklung von Sportgeräten gehen.

Fünf Trainingseinheiten pro Woche

Angetrieben von seinem Wettkampferlebnis in Brasilien nimmt Maliska jetzt wieder den normalen Trainingsrhythmus auf. Schon im September stehen die alljährlichen europäischen Universitätsmeisterschaften in Tirana, Albanien, an. „Dort ist die Qualifikation etwas entspannter, da man nicht für Deutschland direkt antritt, sondern für die eigene Universität.“

Seit seinem Studienbeginn trainiert Maliska in der Budo-Sportschule Goslar. Fünf Trainingseinheiten pro Woche sowie fast täglich Fitnessstudio gehören für ihn laut der TU Clausthal zu seinem Alltag. In Goslar hat er zudem einen guten Trainingspartner gefunden. Neben einer starken Platzierung in Albanien hat der 22-Jährige schon das nächste große Ziel im Blick: „Ich möchte auf jeden Fall bei den nächsten Meisterschaften in Bangkok teilnehmen.“

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