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GZ Plus IconWaldkurpark Zellerfeld: Investor plant nicht nur ein Baumhaushotel

Im trostlosen Zellerfelder Kurpark soll ein neues touristisches Angebot aus Baum- und Tiny-Häusern entstehen. 

Im trostlosen Zellerfelder Kurpark soll ein neues touristisches Angebot aus Baum- und Tiny-Häusern entstehen. Foto: Neuendorf

Investor Robert Windaus will im Zellerfelder Kurpark ein touristisches Übernachtungsangebot schaffen. Er hat sein Konzept geändert und plant nicht nur mit Baumhäusern.

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Von Corinna Knoke
Donnerstag, 26.02.2026, 18:00 Uhr

Clausthal-Zellerfeld. Obwohl das Vorhaben in der Vergangenheit für reichlich Diskussionen gesorgt hatte, blieb es im Bauausschuss diesmal ruhig. Investor Robert Windaus plant im nördlichen Teil des Waldkurparks Zellerfeld weiterhin ein touristisches Angebot, allerdings nicht mehr ausschließlich mit Baumhäusern. Seine Idee wurde inzwischen erweitert: Neben den Unterkünften in den Bäumen sollen nun auch Tiny-Häuser entstehen.

Geplant ist, auf rund 8000 Quadratmetern ein naturnahes Übernachtungskonzept zu schaffen. Dafür hatte Windaus drei Flurstücke mit einer Gesamtgröße von etwa 2,5 Hektar von der Kurbetriebsgesellschaft (KBG) erworben. Nachdem der Kurortstatus für Zellerfeld aufgegeben worden war, ist die KBG nicht mehr verpflichtet, den Waldkurpark weiter zu betreiben. Die KBG sah keine Entwicklungsmöglichkeiten für das Gelände mehr, wie Geschäftsführerin Bettina Beimel damals ausführte.

Tiny-Häuser auf dem ehemaligen Festplatz

Zu Beginn des Planverfahrens hatte Windaus vier bis fünf Baumhäuser vorgesehen. Auf Grundlage von Marktbeobachtungen entwickelte er das Nutzungskonzept jedoch weiter. Demnach würden gemischte Unterkunftsformen auf größere Akzeptanz stoßen. Deshalb sollen nun ergänzend Tiny-Häuser entstehen. Der Schwerpunkt der Bebauung soll auf dem bereits vorgeprägten Bereich des ehemaligen Festplatzes liegen.

Dadurch, so das Planungsbüro Puche aus Northeim, könnten neue Eingriffe in bislang ungestörte Waldflächen deutlich reduziert und vorhandene Infrastrukturen besser genutzt werden. Die Zahl der Baumhäuser wurde im Gegenzug reduziert: Zwei Exemplare sollen als „besonderes, erlebnisorientiertes Unterkunftselement“ erhalten bleiben. Insgesamt steht weiterhin ein „ruhiges Tourismusangebot“ im Fokus.

Investor ist im Ausschuss anwesend

Planungsrechtlich ist das Vorhaben ohne Aufstellung eines Bebauungsplans nicht zulässig, da die Fläche dem Außenbereich zugeordnet ist. Im Parallelverfahren soll der Flächennutzungsplan in ein Sondergebiet Fremdenverkehr geändert werden. Der Bauausschuss hat bereits eine positive Beschlussempfehlung abgegeben. Die endgültige Entscheidung liegt nun beim nichtöffentlichen Verwaltungsausschuss. Stimmt er zu, nimmt das Gremium die eingegangenen Stellungnahmen zur Kenntnis, billigt die Abwägung und gibt grünes Licht für eine weitere öffentliche Beteiligung mit dem aktualisierten Entwurf des vorhabenbezogenen Bebauungsplans Nr. 103 „Waldkurpark Zellerfeld“.

Bei einer Informationsveranstaltung im November 2023 zeigt Investor Robert Windaus in einem Buch, wie seine Baumhäuser im Zellerfelder Kurpark aussehen sollen.

Bei einer Informationsveranstaltung im November 2023 zeigt Investor Robert Windaus in einem Buch, wie seine Baumhäuser im Zellerfelder Kurpark aussehen sollen. Foto: Neuendorf/Archiv

Im Bauausschuss war Windaus persönlich anwesend, auch einige Einwohner verfolgten den Tagesordnungspunkt vor Ort. Diskussionsbedarf gab es jedoch kaum. Einzig Eva Peinemann (FDP-Fraktion) hakte nach: Ihr erschienen die in den Unterlagen genannten Bodenbelastungswerte ungewöhnlich hoch. Laut Bodenkataster des Landkreises Goslar ist im Plangebiet mit mehr als 1000 Milligramm Blei und mehr als 10 Milligramm Cadmium pro Kilogramm Boden zu rechnen. Peinemann regte an, zu prüfen, ob die Zahlen zutreffen und welche Folgen sie haben könnten.

Wie verträgt sich das Projekt mit dem Welterbe?

Die beteiligten Träger öffentlicher Belange hatten Anfang 2025 einen Monat Zeit, zu dem geplanten Projekt eine Stellungnahme abzugeben. Mehrere Stellen teilten ausdrücklich mit, keine Einwände zu haben oder nicht betroffen zu sein. Einzelne Hinweise betrafen vor allem fachliche Details wie den Umgang mit dem Weltkulturerbe, mögliche Altlasten im Boden sowie Belange des Wasser- und Artenschutzes, der Feuerwehrzufahrt und der Strom- und Gasversorgung. Planungsgefährdende Konflikte wurden jedoch nicht gesehen. Der Vorhabenträger bewertete die eingegangenen Hinweise als berücksichtigbar und hält an der Planung fest.

Der Carler Teich ist noch etwas zugefroren. 

Die Pächter des Carler Teiches fordern vor allem, dass der freie Zugang zum Gewässer für Vereinsmitglieder und Gast-Angler erhalten bleibt. Foto: Neuendorf

Von Privatpersonen gingen zwei Stellungnahmen ein. Eine stammt von den Pächtern des Carler Teichs. Sie fordern vor allem, dass der freie Zugang zum Gewässer für Vereinsmitglieder und Gast-Angler dauerhaft erhalten bleibt. Zudem warnen sie vor möglichen Gewässerverunreinigungen durch den geplanten Parkplatz und anfahrende Fahrzeuge. Die Stadt signalisiert grundsätzliches Entgegenkommen und will den Zugang sichern sowie technische Schutzmaßnahmen vorsehen.

Kritische Stimmen von Privatpersonen

Deutlich kritischer fällt die zweite Eingabe aus, die in acht gleichlautenden Schreiben vorliegt. „Durch die Errichtung eines Hotels an der vorgesehenen Stelle wird ein Naherholungsgebiet zerstört“, heißt es darin. Die Absender befürchten mögliche Beeinträchtigungen von Vogelwelt und Amphibien, eine zusätzliche Lärmbelastung, Feinstaub durch Holzöfen sowie einen Wertverlust benachbarter Grundstücke. Die Einwände wurden nach Prüfung jedoch vollständig zurückgewiesen, das Vorhaben gilt weiterhin als verträglich.

Die ruhige Beratung im Ausschuss und die verhältnismäßig wenigen Eingaben stehen im Kontrast zur aufgeheizten Stimmung zu Beginn des Projekts. Als die Pläne im November 2023 bekannt wurden, kochten die Gemüter zeitweise hoch, bis eine Anwohnerin zu einem Informationsabend ins Dietzelhaus einlud. Investor Windaus präsentierte dort anschaulich, wie die geplanten Baumhäuser aussehen sollen. Er sprach von kleinen Holzhäusern, etwa drei Meter über dem Boden, teils auf Stelzen. Viele der damals geäußerten Sorgen, etwa zu Baumschäden oder Lärm, konnten an diesem Abend bereits entkräftet werden.

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