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Neue Stadtbuslinien

GZ Plus IconBeim Schülerverkehr in Goslar knirscht es noch gewaltig

Gelber Linienbus der Linie 803 mit Zielanzeige 'Bergbaumuseum' an einer Haltestelle, an der mehrere wartende Personen stehen.

Das neue Stadtbus-Linienkonzept gilt seit 1. Februar. Gerade beim Schülerverkehr gab es jedoch Probleme, die Verantwortlichen mussten nachjustieren. Foto: Epping

Schüler kommen nicht in den Bus, nicht heraus oder zu spät zum Unterricht. Zum Start der neuen Stadtbus-Linien läuft nicht alles rund. Jetzt wird nachjustiert.

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Von Hendrik Roß
Freitag, 13.02.2026, 04:00 Uhr

Goslar. Die Stadtbus GmbH hat aufwühlende Tage hinter sich: Am 1. Februar ging der neue Linienfahrplan in Betrieb, doch vor allem im Schülerverkehr zum Christian-von-Dohm-Gymnasium und zur Realschule Goldene Aue gab es teils arge Probleme, wie Stadtbus-Chefin Anne Sagner im Betriebsausschuss erläuterte.

Durch ein hohes Fahrgastaufkommen und das frostige Winterwetter seien Kinder zu spät zum Unterricht erschienen. In Ohlhof hätten sogar Schüler nicht mehr zusteigen können, weil der Bus so voll war.

Natürlich sei das bedauerlich, sagte Sagner. Bei einer so groß angelegten Linienreform klappe leider nicht alles so, wie man sich das vorstellt. Die Geschäftsführerin sprach von „Alarm in der Hütte“. 50 bis 60 Beschwerden seien in der Stadtbus-Zentrale aufgelaufen.

Schnell erkennen und gegensteuern

Wichtig sei ihr, dass man Probleme schnell erkennt und Gegenmaßnahmen ergreift, machte Sagner deutlich. Zunächst einmal hat sie ein Schreiben an alle Goslarer Schulen, Eltern, Schülerinnen und Schüler verfasst, um sich für die Unannehmlichkeiten zum Start nach den Zeugnisferien zu entschuldigen. Nun gibt es erste Änderungen im Fahrplan.

Auf der Linie 806 komme seit dem 6. Februar ein Verstärkerbus zum Einsatz. „Insgesamt fahren nun drei Busse von Ohlhof zum Schulzentrum Goldene Aue“, sagte Sagner. Es müsse niemand mehr vom Fahrer abgewiesen werden, doch natürlich seien die Schulbusse morgens trotzdem voll.

Ab Freitag, 13. Februar, fährt zudem die Linie 803 morgens schon um 7.12 Uhr statt 7.22 Uhr am Bergbaumuseum ab, um am Ende pünktlich als Linie 804 im Schulzentrum anzukommen.

Die 804, das „Sorgenkind“

Die 804, „das Sorgenkind“, hatte laut Sagner auch auf der Route von Hahndorf über den Fliegerhorst und Jürgenohl zum Bahnhof morgens durch den Schülertransport und zusätzliche Fahrgäste im Fliegerhorst mit Kapazitätsproblemen zu kämpfen. Zum Teil hätten Schüler die Ausstiegstür an ihren Haltestellen nicht erreicht, weil die Busse so überfüllt waren. „Die Situation wird weiterhin beobachtet“, erklärte Sagner. Allerdings habe sich die Lage dadurch entspannt, dass manche Fahrgäste einen früheren Bus nehmen, um dem Schülerverkehr auszuweichen.

Unnerreichbare Erwartungshaltung

Die Stadtbus-Chefin sagte zu, weiterhin offen für Kritik und Verbesserungsvorschläge bleiben zu wollen. Sie machte aber auch deutlich, dass man es zum Teil mit einer Erwartungshaltung zu tun habe, die nicht zu erfüllen sei. So wurde etwa eine durchgängige Verbindung von Ohlhof zur Goldenen Aue zur zweiten, dritten oder vierten Stunde aufgegeben. Auch dieser Schritt löste Kritik aus. Es gebe aber eine 30-minütige Anbindung über den Goslarer Bahnhof, erklärte Sagner. An dieser Regelung solle auch nicht gerüttelt werden.

Es sei Teil des neu eingeführten „Rendezvous-Konzeptes“, dass die Buslinien kürzer sind und den Bahnhof als Zentrum anfahren. Es könne also sein, dass man bei bestimmten Fahrzielen öfter umsteigen muss, als zuvor. Durch die kurzen Linien sei aber eine bessere Taktung möglich, die Busse seien pünktlicher. Und: „Für dieses Konzept wurde der Bahnhofsvorplatz für viel Geld umgebaut“, gab Sagner zu bedenken.

Viel Betrieb am Fliegerhorst

Neben den Problemen beim Schülerverkehr stellte sie auch die Verbesserungen vor, die wenige Tage nach der Linienumstellung bereits zu spüren seien: Die Haltestelle Fliegerhorst werde sehr gut angenommen, zudem gibt es nun zwei weitere Haltepunkte auf dem ehemaligen Kasernengebiet – das nun auch aus Ohlhof direkt zu erreichen sei. Aus Ohlhof fahren insgesamt mehr Busse am Abend in Richtung Bahnhof und zurück, auch am Wochenende. Das Gewerbegebiet Gutenbergstraße sei besser angebunden.

Nach Jürgenohl bis 1 Uhr nachts

Unter der Woche könne man alle 15 Minuten mit der 801 vom Bahnhof in Richtung Jürgenohl (oder andersherum) fahren, am Wochenende alle 30 Minuten. Freitag und Samstag gibt es bis nachts um 1.02 Uhr einen Bus vom Bahnhof nach Jürgenohl. „Mal schauen, wie das angenommen wird“, fügt Sagner hinzu. Auch in der Innenstadt biete ein 15-Minuten-Takt den Fahrgästen viel Flexibilität.

Das städtische Verkehrsunternehmen wolle in Sachen Kommunikation und Information noch nachbessern, etwa durch bessere Zielbeschilderung, DFI-Anzeiger oder Ansagen in den Fahrzeugen. Auch kleinere Anpassungen würden geprüft, etwa ein weiterer Haltepunkt an der Talstraße in Oker.

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