Silvesternacht: Mann richtet Waffe auf Polizei, Großbrand in Osterwieck
Das Haus in Osterwiecks Ortsteil Hessen brannte nieder. Foto: Kreisbrandmeister
Brände, eingesetzte Schreckschusspistolen: Zum Jahreswechsel waren die Einsatzkräfte von Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst in der Region gefordert.
Sektkorken flogen, Menschen tauschten Umarmungen aus: Mit einem Feuerwerk am Nachthimmel begrüßte auch der Landkreis das neue Jahr 2026. In der ersten Nacht des Jahres rückten die Einsatzkräfte in der Region zu mehreren Einsätzen aus.
Im Osterwiecker Ortsteil Hessen (Landkreis Harz) ist in der Silvesternacht ein Großbrand ausgebrochen, bei dem zwei Wohnhäuser in Flammen standen und auch ein weiteres zu Schaden kam. Das Feuer entstand zunächst an einem Carport und griff schnell auf ein Wohnhaus über. „Das erste Wohnhaus ist komplett niedergebrannt, beim zweiten ist das Feuer durch die Fassade in den Dachstuhl gelaufen und somit ist dies zur Zeit auch unbewohnbar. Ein drittes Haus wurde durch die Wärmestrahlung beschädigt. Dort platzten Scheiben und Rollläden schmolzen“, so Manuel Kabisch, Einsatzleiter, auf GZ-Anfrage. Die Ursache des Brandes ist bislang unklar. Wie die Polizei in Halberstadt gegenüber der GZ mitteilte, werden die Brandermittler voraussichtlich nicht vor dem 2. Januar am Brandort eingesetzt.
177 Feuerwehrleute waren im Einsatz. Foto: Freiwillige Feuerwehr Veltheim
Insgesamt waren 179 Feuerwehrleute aus mehreren Orten sowie ein Notarzt und vier Rettungswagen im Einsatz. Die sechs Bewohner der beiden Gebäude kamen bei Familienangehörigen unter.
Der entstandene Sachschaden wird derzeit auf mehr als 500.000 Euro geschätzt.
Polizei in Bad Harzburg: Schreckschusswaffe auf Beamte gerichtet
Die Silvesternacht im Landkreis Goslar verlief aus polizeilicher Sicht überwiegend ruhig. Wie die Polizei Goslar gegenüber der GZ berichtet, kam es zu für die Silvesternacht üblichen Einsätzen wegen Ruhestörungen, unsachgemäßem Umgang mit Feuerwerkskörpern und Personen, die offenbar vergessen hatten, dass Silvester war.
Besondere Vorfälle betrafen zwei Widerstände gegen Polizeibeamte. Dabei wurde eine Polizistin leicht verletzt. Ein Vorfall fand vor einem Mehrfamilienhaus im Hopfengarten in Bad Harzburg statt und endete für einen 31-Jährigen im Gewahrsam.
Um 17.04 Uhr richtete der alkoholisierte Mann zunächst eine Schreckschusswaffe auf eine 30-jährige Frau, berichtet die Polizei. Nach einer verbalen Auseinandersetzung zog er sich in seine Wohnung zurück, ohne die Waffe einzusetzen.
Als Polizeibeamte kurze Zeit später das Gebäude betraten, trat der Mann mit der Schreckschusswaffe im Treppenhaus auf die Einsatzkräfte zu und richtete die Waffe direkt auf sie. Der 31-Jährige konnte überwältigt und festgenommen werden. Dabei leistete er Widerstand.
Auf Grundlage eines richterlichen Beschlusses wurde der Mann noch am selben Abend in Polizeigewahrsam genommen. Zudem wurde eine Blutprobe entnommen und die Schreckschusswaffe beschlagnahmt.
Der Mann muss sich nun in mehreren Strafverfahren verantworten, unter anderem wegen Bedrohung, Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte und Verstößen gegen das Waffengesetz.
Außerdem wurden Körperverletzungen, Beleidigungen und Bedrohungen gemeldet. Alle beteiligten Personen standen laut Polizei unter Alkoholeinfluss.
Blick in die Geschichte
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Feuerwehr Goslar: „Arbeitsreich, aber ruhig“
Auch die Feuerwehr Goslar war mehrfach im Einsatz, wobei es überwiegend um kleinere Brände durch Feuerwerk und typische Silvestereinsätze ging. Wie Michel Langlotz von der Feuerwehr Goslar berichtete, wurde um 0.52 Uhr in Jürgenohl eine rund 1.000 Liter fassende Mülltonne in Brand gesetzt, außerdem mussten mehrere brennende Feuerwerksbatterien abgelöscht werden.Vier Minuten später geriet im Bereich einer Ruine eine Grasfläche durch eine Feuerwerksbatterie in Brand, der mit geringem Mitteleinsatz gelöscht wurde. Um 1.13 Uhr brannte in Sudmerberg Gerümpel im Freien, ebenfalls durch Feuerwerkskörper verursacht, wobei die Flammen rasch gelöscht werden konnten.

Brennende Silvesterböller auf einer Straße in der Kaiserstadt. Foto: Feuerwehr Goslar
In einem ehemaligen Hotel und Tagungszentrumlöste löste Vandalismus um 2.05 Uhr eine Brandmeldeanlage aus, es entstand kein Feuer, jedoch wurden mehrere Brandmelder beschädigt. Um 2.36 Uhr erkundete die Feuerwehr am Rammelsberg einen festgefahrenen Pkw auf glatter Straße und sieben Stunden später mussten glimmende Reste an einem Baumstumpf in der Straße Rosenberg gelöscht werden.

Einsatzkräfte löschen einen brennenden Baumstumpf. Foto: Feuerwehr Goslar
Insgesamt, so Michel Langlotz von der Feuerwehr Goslar, verlief die Nacht arbeitsreich, aber ruhig, mit keinen größeren Brandereignissen und überwiegend typischen Silvestereinsätzen wie Kleinbränden durch Feuerwerk und kleineren Hilfeleistungen.
Brennende Lauben in Braunschweg
In Braunschweig verlief die Nacht für die Einsatzkräfte insgesamt ruhig. Zwischen Silvesternachmittag und Neujahrsmorgen gingen rund 600 Notrufe ein. Daraus resultierten 72 Feuerwehreinsätze und etwa 250 Rettungsdiensteinsätze, davon allein in Braunschweig 47 Feuerwehr- und 141 Rettungsdiensteinsätze.
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Die Feuerwehr hatte sich mit zusätzlichen Kräften und Rettungsmitteln auf die Lage vorbereitet. Neben kleineren Bränden in den Abendstunden kam es in der zweiten Nachthälfte zu einem größeren Brand im Mittelweg, bei dem mehrere Gartenlauben brannten. Der Einsatz erforderte neben der Berufsfeuerwehr auch mehrere Ortsfeuerwehren. Im Rettungsdienst wurden vereinzelte Verletzungen durch Feuerwerk und Alkohol behandelt, berichtet die Feuerwehr in Braunschweig.
Ruhige Nacht in Salzgitter und Hildesheim
Ein ähnliches Bild schildern die Beamten in Salzgitter und Hildesheim. Es gab keine besonderen Vorkommnisse oder nennenswerte Körperverletzungsdelikte, und keine Einsatzkräfte wurden verletzt. Die meisten Einsätze betrafen Ruhestörungen, alkoholbedingte Streitigkeiten oder unsachgemäßen Umgang mit Feuerwerkskörpern. Vereinzelt gerieten Mülltonnen in Brand.
Dieser Artikel wird aktualisiert. (Stand: 1. Januar, 13.49 Uhr)

Ein Haus ist komplett niedergebrannt. Zwei andere Gebäude wurden stark in Mitleidenschaft gezogen. Foto: Feuerwehr
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