Wiedereröffnung: Oberharzer Bergwerksmuseum will interaktiver werden
70 Gäste kommen zur Feierstunde des Oberharzer Bergwerksmuseums. Foto: Raksch
Mit 70 Gästen feiert das Oberharzer Bergwerksmuseum die Wiedereröffnung unter neuer Trägerschaft. Die Hausherren setzen sowohl auf Gewohntes als auch auf Neuerungen.
Clausthal-Zellerfeld. Es ist geschafft: Nach Monaten der Planung und Unsicherheit hat sich die Mühe um den Erhalt des Oberharzer Bergwerksmuseums ausgezahlt. Bei der Feierstunde zur Wiedereröffnung der Einrichtung war die Freude bei den Beteiligten spürbar. Und ebenso der Wille, das Museum mit neuen Ideen in die Zukunft zu führen.
Ja, ganz abgeschlossen sind die Formalien noch nicht: Der neue Pachtvertrag mit der Stadt sei bisher nur mündlich vereinbart, sagte Justus Teicke bei der gemeinsamen Begrüßung mit seinem Co-Hausherrn Axel Funke. Die neue Pächtergesellschaft sei noch eine gGmbH in Gründung, es gebe noch keinen Handelsregistereintrag und keine Umsatzsteuer-ID. „Aber das wird sicherlich in den nächsten Wochen noch werden.“
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Trotz allem konnte das Museum in der vergangenen Woche bereits öffnen. Wie wichtig das den Oberharzern war, zeigte sich auch an der Resonanz auf die Feierstunde: Trotz der recht spontanen Einladung kamen etwa 70 Gäste, um gemeinsam auf die Wiedereröffnung anzustoßen.
Mehr als ein Heimatmuseum
Das Oberharzer Bergwerksmuseum sei eben nicht nur ein Stadt- oder Heimatmuseum, betonte Teicke. Neben der Bergbaugeschichte von Clausthal und Zellerfeld bilde die Ausstellung auch authentisch die montane Vergangenheit vieler anderer Orte im Oberharz ab. „Unseres Wissens ist das Oberharzer Bergwerksmuseum das älteste deutsche Technikmuseum“, und sei auch touristisch das wirkliche Highlight im Stadtgebiet, so Teicke weiter. Manch einer sprach im Laufe des Vormittags sogar vom besten Museum im Landkreis.

Die neuen Hausherren Justus Teicke (l.) und Axel Funke sprechen allen Beteiligten ihren Dank aus. Foto: Raksch
Und wie geht der Betrieb jetzt weiter? Die Öffnungszeiten und Führungen ähneln weitgehend dem bisherigen Konzept – auch, wenn einige Räume aktuell baubedingt nicht begehbar sind. Sogar das Personal bleibt weitgehend dasselbe. Besonders hob Teicke die beiden Kassenkräfte Jennifer Horscht und Lena Stöckemann hervor, die selbst eine vorübergehende Arbeitslosigkeit nicht gescheut hätten, um dem Museum treu zu bleiben.
Neue Ideen für junge Besucher
Einiges wird sich aber voraussichtlich doch ändern, insbesondere mit Blick auf Kinder und Jugendliche. Eine bisher etwa siebenköpfige Arbeitsgruppe beschäftigt sich derzeit mit neuen, familienfreundlichen Angeboten. Ziel sei es, das Museum für den Nachwuchs interaktiver und erlebbarer zu machen, sagen Christiane Teicke und Tessa Funke im GZ-Gespräch.
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Das erste Ergebnis dieser Überlegungen ist bereits umgesetzt: Seit der Feierstunde können Besucher ohne zusätzliche Kosten an zwei Rallyes durch das Museum teilnehmen, auf der Suche nach Ausbeutefahnen oder Sagengestalten. Wer die Aufgaben meistert, erhält zum Abschluss eine besondere Münze.

Rallyeteilnehmer können im Museum ab sofort Ausbeutefahnen und Sagengestalten suchen. Foto: Raksch
Über einen neuen Fragebogen an der Rezeption sollen künftig auch die Gäste selbst Impulse geben können, sagen Teicke und Funke. Zudem stehen zahlreiche weitere Überlegungen im Raum. Seien es Stollen-Schatzsuchen, Mitmach-Geräte, der Einsatz von Augmented Reality, Experimente wie das Züchten von Kristallen, Messen, Feiern und vieles mehr. Allerdings seien das bisher eben nur Ideen. Und Justus Teicke betont, aufgrund der eingeschränkten Personalsituation, könnten die Änderungen nicht über Nacht kommen.

Eine mögliche Schatzsuche könnte künftig unter anderem durch Stollen und Pochwerk führen. Foto: Raksch
Führung und Sekt
An seine Begrüßungsrede schlossen sich bei der Feierstunde mehrere Danksagungen an, bevor die Gäste bei einer Führung Blicke in die Ausstellung werfen konnten. Alternativ bot sich bei einem Glas Sekt Gelegenheit, in geselliger Runde der Erleichterung über die gesicherte Zukunft des Oberharzer Bergwerksmuseums Raum zu geben.
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