Zähl Pixel
Probleme mit der Anzeige

GZ Plus IconAufs Navi gehört und im Oberharzer Tiefschnee festgefahren

Das Foto zeigt ein Feuerwehrfahrzeug und ein Auto im Schnee.

Die Feuerwehr Braunlage muss eine Autofahrerin befreien, die sich im Schnee auf dem Glashüttenweg am Wurmberg festgefahren hat. Den Weg soll ihr das Navi angezeigt haben. Foto: Feuerwehr

Das Navi hat ihr die Strecke über einen Waldweg angezeigt, deshalb fuhr sich eine Frau im Tiefschnee fest und musste befreit werden. Warum passiert das immer wieder?

author
Von Michael Eggers
Montag, 09.02.2026, 16:25 Uhr

Braunlage. Die Frau aus Peine war am Hexenritt Skilaufen, wollte mit ihrem Wagen in Richtung Bad Harzburg fahren und fragte ihr Navigationsgerät nach dem Weg. Das zeigte ihr die Strecke über den Glashüttenweg. Sie nutzte den tiefverschneiten Wanderweg, fuhr sich fest und musste von der Feuerwehr befreit werden.

Das Foto zeigt einen schwarzen Kleinwagen im Schnee.

Sieht zwar nicht tief aus, aber dennoch hat sich die Frau auf diesem Waldweg festgefahren. Foto: Feuerwehr

Kein Einzelfall: Allein zweimal haben sich in den vergangenen Tagen Autofahrer im Bereich Braunlage im Schnee festgefahren, weil sie dem Streckenvorschlag ihres Navis folgten. Der andere Fall war noch spektakulärer, da war eine Familie von Königskrug auf dem Wanderweg Richtung Moosbrücker unterwegs, weil sie zum Wurmberg wollte und fuhr sich auf einer Loipe im Schnee fest.
Das Foto zeigt eine Straße mit einem Poller und einer roten Lampe.

Seit der Poller auf der Straße zum Wurmberg steht, gibt es keine Probleme mehr mit Autofahrern, denen vom Navi über diese Straße der Weg zum Hexenritt angezeigt wird. Foto: Eggers

Vor fünf Jahren mehr Fälle

Die Polizei wollte helfen, und fuhr sich ebenfalls fest (die GZ berichtete). Beide mussten von den Einsatzkräften der Freiwilligen Feuerwehr Braunlage aus ihrer misslichen Lage befreit werden. Doch warum passiert das immer wieder, und das nicht nur in Braunlage? Vor einem Jahr beispielsweise sorgte ein 54-jähriger Paketfahrer bundesweit für Schlagzeilen, weil er mit seinem Lieferwagen fast in den Edersee gefahren wäre und an einem Abhang feststeckte.

Das Foto zeigt einen roten Wagen auf einem Waldweg.

Schild schlägt Navi: Auf diese kurze Formel bringt es Förster Harald Laubner. Wenn ein Verkehrszeichen die Durchfahrt verbietet, darf auch nicht durchgefahren werden, wenn das Navi es anzeigt. Foto: Eggers

So richtig erklären, kann sich das niemand, warum Autofahrer wegen ihres Navis auf Strecken unterwegs sind, die eigentlich nicht dafür gedacht sind. Und so ein großes Problem sei das in Braunlage auch nicht mehr, teilt die Polizei auf Anfrage mit. Die neuen Navigationsgeräte würden diese Fehler vielleicht nicht mehr anzeigen, heißt es.
Das Foto zeigt ein Schild in einer tiefverscchneiten Landschaft, das noch einmal darauf hinweist, dass die Durchfahrt verboten ist.

Vor fünf Jahren waren auf der Straße zum Wurmberg so viele „fehlgeleitete“ Autofahrer unterwegs, dass die Behörden auf Schildern davor warnten. Foto: Eggers

Vor fünf Jahren war es allerdings sehr viel heftiger. Da haben die Behörden auf der Straße zum Wurmberg gar ein Schild aufgestellt, mit dem Hinweis an die Autofahrer ihrem Navi nicht zu trauen, weil vergleichsweise viele Fahrzeuge auf der sogenannten Nato-Straße unterwegs waren. Nato deshalb, weil die Straße zum „North Tower“ führte, den der US-Geheimdienst zwischen 1972 und 1994 nutzte. Unverständnis ernteten seinerzeit vor allem ein damals 23-jähriger Motorradfahrer aus Hessen und ein damals 31-Jähriger aus Meppen. Beide waren mit ihren Straßenmaschinen auf der Monsterroller-Strecke auf den Wurmberg gefahren. Dabei hat sich der 23-Jährige aus dem Landkreis Bad Schwalbach kurz vor dem Gipfel bei seiner Suzuki an einem größeren Stein die Ölwanne aufgerissen. Die Folge: Motoröl gelangte ins Erdreich. Auch die beiden hätten damals angegeben, über ihr Navi auf der Strecke gelandet zu sein. Doch vor allem auch viele Autos der Marke Audi waren seinerzeit über die Nato-Straße auf den Wurmberg gefahren, erinnert sich Förster Harald Laubner. Das Navigationssystem dieser Marke habe besonders häufig die Nato-Straße als Weg zum Wurmberg-Skigebiet angezeigt.

Strafen ab 50 Euro aufwärts

„Wir haben dann auf der Straße einen Poller installiert, sodass die Verkehrsteilnehmer nicht mehr einfach so zum Wurmberg hinauf fahren konnten, und seit dem ist Ruhe“, berichtet Harald Laubner. Hinter den Brockenwegschanzen ist seitdem Schluss, wer weiter fahren möchte, beispielsweise Versorgungsfahrzeuge für die Gastronomie auf dem Wurmberg, benötigt einen Code, damit der Poller im Boden versinkt.

Polizei und Förster Laubner betonen aber in diesem Zusammenhang: „Schild schlägt Navi.“ Wenn ein Verkehrszeichen die Durchfahrt verbietet, darf auch nicht durchgefahren werden, selbst wenn das Navi es anzeigt. Und wer dennoch in den Waldweg hineinfährt, müsse mit Strafen von 50 Euro an rechnen.

„Wir haben aber Autofahrer festgestellt, die nur ein paar Meter über diese Wege fahren, weil sie von ihrem Navigationssystem fälschlicherweise dort entlanggeführt werden“, sagt die Polizei. Wenn die Urlauber oder Tagesgäste ihren Irrtum bemerkten, würden sie in der Regel wieder umdrehen und auf die öffentlichen Straßen zurückkehren, erklären die Beamten. Das funktioniere halt nur nicht, wenn so wie jetzt Schnee liegt und diese Autofahrer sich festfahren. Ein Punkt, der für eine sehr viel höhere Dunkelziffer spreche.

Die Redaktion empfiehlt
Weitere Themen aus der Region