Was halten Goslarer Lehrerinnen von den neuen Rechenregeln?
In Grundschulen wird das schriftliche Dividieren abgeschafft. Die GZ hat Goslarer Lehrerinnen dazu befragt. Foto: Frank Leonhardt/dpa
Die Einführung der halbschriftlichen Division in Grundschulen wird von vielen Seiten kritisch gesehen Die GZ hat Goslarer Lehrkräfte nach ihrer Meinung gefragt.
Goslar. Die GZ hat sich bei verschiedenen Lehrkräften umgehört, was sie von der Abschaffung der schriftlichen Division in Grundschulen halten.
Mathe-Reform in Niedersachsen
Was bedeutet schriftliche und halbschriftliche Division?
Es gab mehr Kritik als Verständnis für die Reform. Die befragten Lehrerinnen befürchten sowohl für Schüler wie für Lehrkräfte negative Auswirkungen.

Claudia Kohl Foto: Privat
Laut Aussage von Claudia Kohl, Schulleiterin der Grundschule Oker, seien die Änderungen „sehr bedauerlich und schade". Sie meint, dadurch werde mehr Belastung auf die weiterführenden Schulen verteilt, die die Schülerinnen und Schüler nach der Grundschulzeit besuchen. Zu dem vorgesehenen Stoff komme dann noch die schriftliche Division ab Klasse 5 auf den Lehrplan.

Dr. Silke Köstler-Holste Foto: Heine
Diese Meinung teilt Dr. Silke Köstler-Holste, Direktorin des Ratsgymnasiums. Sie sieht durch die Mathereform ebenfalls zusätzliche Arbeit und Aufarbeitung auf die fünften Klassen zukommen.
Die Schülerinnen und Schüler dieses Jahrgangs müssten noch mehr zusätzlichen Stoff lernen. Andererseits habe sie aber auch Verständnis für die Idee, Grundschülerinnen und Grundschüler durch die Vereinfachung des Rechenverfahrens zu entlasten. Durch das halbschriftliche Dividieren sollen Fehlerquellen minimiert und der Lernfortschritt der Schüler und Schülerinnen gesteigert werden. Claudia Kohl meint hingegen, es sei kontraproduktiv und die Kinder könnten mit der richtigen Übung und Erklärung die schriftliche Division bereits in der Grundschule erlernen.
Ebenfalls in diese Richtung argumentiert Susanne Linh-Kitzling, Vorsitzende des Deutschen Philologenverbandes. Laut Medienberichten sieht sie die Gefahr, dass diese „Vereinfachung“ der Divisionsrechnung dazu führe, dass die kognitive Entwicklung der Schülerinnen und Schülern verflacht und leistungsstarke Kinder zurückgestuft werden.
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