Zähl Pixel
Mathereform in Grundschulen

GZ Plus IconWas halten Goslarer Lehrerinnen von den neuen Rechenregeln?

Kind kratzt sich am Kopf vor einer Tafel mit handschriftlichen Rechenaufgaben und einer Zeichnung einer Lupe

In Grundschulen wird das schriftliche Dividieren abgeschafft. Die GZ hat Goslarer Lehrerinnen dazu befragt. Foto: Frank Leonhardt/dpa

Die Einführung der halbschriftlichen Division in Grundschulen wird von vielen Seiten kritisch gesehen Die GZ hat Goslarer Lehrkräfte nach ihrer Meinung gefragt.

Von Victoria Winter, Marie Zajons und Maria Solga Dienstag, 20.01.2026, 14:00 Uhr

Goslar. Die GZ hat sich bei verschiedenen Lehrkräften umgehört, was sie von der Abschaffung der schriftlichen Division in Grundschulen halten.

Es gab mehr Kritik als Verständnis für die Reform. Die befragten Lehrerinnen befürchten sowohl für Schüler wie für Lehrkräfte negative Auswirkungen.

Frau mit schulterlangem, gewelltem Haar trägt bunte Perlenkette und schwarze Kleidung vor grünem Pflanzenhintergrund

Claudia Kohl Foto: Privat

Laut Aussage von Claudia Kohl, Schulleiterin der Grundschule Oker, seien die Änderungen „sehr bedauerlich und schade". Sie meint, dadurch werde mehr Belastung auf die weiterführenden Schulen verteilt, die die Schülerinnen und Schüler nach der Grundschulzeit besuchen. Zu dem vorgesehenen Stoff komme dann noch die schriftliche Division ab Klasse 5 auf den Lehrplan.

Frau mit schulterlangem, gewelltem Haar trägt ein hellbraunes Hemd mit grünem und pinkem Paisley-Muster und steht vor einem Fenster

Dr. Silke Köstler-Holste Foto: Heine

Diese Meinung teilt Dr. Silke Köstler-Holste, Direktorin des Ratsgymnasiums. Sie sieht durch die Mathereform ebenfalls zusätzliche Arbeit und Aufarbeitung auf die fünften Klassen zukommen.

Die Schülerinnen und Schüler dieses Jahrgangs müssten noch mehr zusätzlichen Stoff lernen. Andererseits habe sie aber auch Verständnis für die Idee, Grundschülerinnen und Grundschüler durch die Vereinfachung des Rechenverfahrens zu entlasten. Durch das halbschriftliche Dividieren sollen Fehlerquellen minimiert und der Lernfortschritt der Schüler und Schülerinnen gesteigert werden. Claudia Kohl meint hingegen, es sei kontraproduktiv und die Kinder könnten mit der richtigen Übung und Erklärung die schriftliche Division bereits in der Grundschule erlernen.

Ebenfalls in diese Richtung argumentiert Susanne Linh-Kitzling, Vorsitzende des Deutschen Philologenverbandes. Laut Medienberichten sieht sie die Gefahr, dass diese „Vereinfachung“ der Divisionsrechnung dazu führe, dass die kognitive Entwicklung der Schülerinnen und Schülern verflacht und leistungsstarke Kinder zurückgestuft werden.

Die Redaktion empfiehlt
Weitere Themen aus der Region