Adidas vor Einstieg in den Harz: Padel-Tennis in Hahnenklee
Wartet auf eine bessere Zukunft: Für das Kurmittelhaus liegen jetzt offenkundig konkrete Pläne auf dem Tisch. Foto: Sowa (Archiv)
Geheime Pläne für Hahnenklee: Sportartikel-Hersteller Adidas will demnach eine Halle für Padel-Tennis bauen. Auch fürs Kurmittelhaus gibt es jetzt konkrete Vorschläge.
Hahnenklee. Das neue Jahr startet spannend für die Hahnenkleer und Bockswieser. Voraussichtlich ab Ende Januar sollen und dürfen sie in einer Einwohnerbefragung wie berichtet kundtun, ob sie weiterhin als einziger Goslarer Stadtteil auch über 2026 hinaus einen eigenen Ortsrat haben wollen. Sie dürfen sich aber auch auf inzwischen konkrete Pläne zumindest für das Kurmittelhaus und den Tennisplatz auf der anderen Seite der Lautenthaler Straße freuen.
Erster Aufschlag im Ortsrat
Wie das? Wenn der aktuelle Ortsrat am Mittwoch um 17 Uhr im Saal des Kurhauses zusammenkommt, der auf öffentlichen Einladungen jetzt nicht mehr nach Paul Lincke benannt ist, steht auf der öffentlichen Tagesordnung neben den Beratungen zum Goslarer Haushalt und der Wahl eines neuen Vize-Ortsbürgermeisters auch eben jene Ortsrat-Zukunft. Nach nicht offiziell bestätigten GZ-Informationen geht es aber anschließend hinter geschlossener Tür über die Investitionen im Herzen des Kurorts. Es dürfte sich nicht um böswillige Geheimniskrämerei handeln, wenn Ortspolitik und Stadtverwaltung in dieser Runde zuerst über die Pläne sprechen. Demnach wäre der Neujahrsempfang des Ortsrates, zu dem am Freitag, 23. Januar, um 18 Uhr erneut in den „Hahnenkleer Hof“, aber unter dem neuen Besitzer eingeladen ist, eine willkommene Gelegenheit, um nicht nur die zweite Preisträgerin für den Goldenen Ton bekanntzugeben, sondern auch die Vorstellungen für Kurmittelhaus und Tennisplatz vorzustellen.Bürgerbefragung Ende Januar geplant
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Indoor-Spiele im Kurmittelhaus
So soll im Kurmittelhaus – wie schon lange überlegt – tatsächlich ein Indoor-Spielangebot realisiert werden. Und zwar unabhängig davon, dass dieser Tage in Goslar an der Okerstraße im ehemaligen Toom-Baumarkt Investor Muhammed-Ali Celik seine neue 3000 Quadratmeter große „Pixel-Mania“-Indoor-Spielwelt endgültig an den Start bringen will. Die Stadt verträgt beide Angebote, heißt es, zumal die Tourismushochburg Hahnenklee eine andere Klientel und andere Perspektiven haben sollte. Die Konkurrenz sitzt anderswo – frei nach dem Motto: „Gebaut wird, wenn nicht in Hahnenklee, dann anderswo im Harz. Dem Vernehmen nach geht es um ein Rundumkomplett-Paket für alle Altersgruppen, das neben Kletter-, Spiel- und Erlebnisangeboten wohl auch noch einen Jugendraum für den Nachwuchs im Ort realisieren kann.
Ein Foto aus längst vergangenen Zeiten: Seit 2008 sind Bad und Kurmittelhaus ungenutzt. Foto: Kusian-Müller (Archiv)
Für das alte Hallenbad, das seit 2008 trockenliegt, bleibt kein Platz mehr. Inzwischen scheint auch alles auf die Hahnenklee-Tourismus-Gesellschaft (HTG) oder eine neu zu gründende Tochter als Betreiber hinauszulaufen, nachdem eigentlich ein Privatinvestor gewünscht war. Aber bei der HTG wird 2026 und 2027 auch Kapital frei, weil zum einen Verpflichtungen für den Erlebnis-Bocksberg auslaufen. Zum anderen sind dann die in den 1980er und 1990er Jahren gebauten Kurimmobilien, um deren Zukunft es geht, tatsächlich abgezahlt und die Kredite getilgt.
Adidas steigt im Harz ein
Der Einstieg des Sportartikel-Herstellers Adidas im Kurort dürfte dagegen überraschen. Der große Name war nach GZ-Informationen ursprünglich auch im Topf für Kur- und Kurmittelhaus, hat sich aber inzwischen auf den früheren Tennisplatz und jetzigen Hunde-Freilaufplatz eingeschossen. Das Areal ist demnach ideal für eine Padel-Tennis-Halle mit drei Courts. Padel ist ein vom Tennis abgeleitetes Rückschlagspiel spanischen und südamerikanischen Ursprungs, das auch Squash-Elemente aufweist und sich offenkundig in Deutschland, Österreich und der Schweiz zu einer Trend-Sportart ausweitet. Die Felder sind kleiner, die Schläger ohne Bespannung und kürzer.Einstieg in die neue Phase
So weit vorab. Was Politik und Verwaltung den Hahnenkleern wann auch immer auftischen, dürfte Appetit auf mehr machen. Seit Jahren wird über das Projekt diskutiert – spätestens seit einer Bürger-Infoveranstaltung in der Adventszeit 2022 und dem späteren Einsetzen jener Lenkungsgruppe. Bei der Bürgerinfo hatte seinerzeit
Kristin Seydewitz von der GLC Glücksburg Consulting eine Analyse vorgestellt, die sich eingehender mit dem Indoor-Angebot für Hahnenklee befasste. Das Kurmittelhaus sollte sich eben nicht in eine Standard-Kletterhalle verwandeln. Zwar soll es eine bis zu neun Meter hohe Kletterwand über zwei Etagen geben, aber auch wechselnde Parkoure, die etwa an die Fernsehshow „Ninja Warrior Germany“ erinnern. Die GLC ging davon aus, dass im Schnitt 77.000 Besucher pro Jahr beim Hahnenkleer Indoorklettern möglich wären. Neben deren Machbarkeitsstudie lagen auch Expertisen von Ackers-Morese aus Braunschweig sowie der WOB Consult aus Wolfsburg vor. Jetzt soll es an die konkrete Planung und Umsetzung gehen.
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