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Drei Kranichsee-Häuser und „Njord“

GZ Plus IconVerkauf: Hahnenkleer Hotels sind einzeln oder im Paket zu haben

Gasthaus mit traditioneller Architektur, mehreren geparkten Autos davor und einem Schild.

Untereinander durch Wege verbunden und direkt am Orsteingang gelegen: Die Hotels am Kranichsee bestehen aus den drei Häusern „Diana“, „Seerose“ und „Jagdhof“. Foto: Sowa

Was ist da los? Der Hamburger Eigentümer Christoph Schmidt bietet die Hahnenkleer Hotels am Kranichsee und das „Njord“ auf dem Markt zum Verkauf an.

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Von Frank Heine
Donnerstag, 05.03.2026, 04:00 Uhr
Wer will ein Hotel in Hahnenklee kaufen? Oder vielleicht sogar mehr? Der Hamburger IT-Unternehmer Christoph Schmidt bietet seine drei Häuser am Kranichsee – „Seerose“, „Jagdhof“ und „Diana“ – sowie das „Njord“ über eine Braunschweiger Immobilien-Gesellschaft auf dem Markt an. „Ohne großen Zeitdruck“, wie er versichert, aber schon mit der erklärten Absicht zu verkaufen.

Harzer Besitz bindet viel Zeit

Ob im Paket oder einzeln: Schmidt spricht von einer „strategischen Überlegung“, sich von den Immobilien direkt am Ortseingang trennen zu wollen. Er habe die direkt durch Wege miteinander verbundenen Grundstücke zusammenofferiert, weil größere Einheiten für Investoren interessanter seien. Eine Kaufsumme nennt er nicht. Zu den Gründen: Die Hahnenkleer Hotels binden demnach enorm viel Zeit – und er sei eben auch nicht in der Nähe oder gar vor Ort. „Ich betreue beruflich viele Projekte und habe auch eine junge Familie“, gewährt der Hanseat Einblicke. Die Häuser seien gut aufgestellt, das Geschäft laufe normal weiter. Heißt also: Abwarten, was passiert. Und wann es passiert.
Hotelgebäude mit Glasfront und Schriftzug 'Njord HOTEL' vor blauem Himmel und Bäumen

2008 komplettsaniert: Das Hotel „Njord“ ist schon seit 2019 im Besitz von Christoph Schmidt. Foto: Sowa

Wyszkowski schon wieder weg

Zuletzt hatte Kranichsee-Direktor Frank Wyszkowski, der seit Mitte Juni 2025 an der Spitze der drei Häuser stand, zusammen mit seinem 16-köpfigen Team im November eine Offensive bei Veranstaltungen und Modernisierung ausgerufen. Etage für Etage sollten die 55 Zimmer renoviert werden. Für den Wellnessbereich waren unter anderem ein neues Dampfbad und Infrarotkabinen angesagt. Wyszkowski ist aber seit Ende Januar auch nicht mehr an Bord, was allerdings laut Schmidt nichts mit der aktuellen Verkaufsabsicht zu tun hat.

„Etablierte Hotelstandorte“

Die Kranichsee-Hotels werden als „renommierte, etablierte Hotelstandorte in sehr guter Lage direkt am See“ angeboten, die eine Kombination aus klassischem Hotelbetrieb, Ferienappartments und Gastronomie ermöglichen. Die Rede ist auch von „kontinuierlichen Modernisierungen und erheblichen Investitionen“. Das Hotel „Njord“ mit seinen 24 Zimmern und 54 Betten sei nach der Komplettsanierung 2008 anschließend bis heute für zirka drei Millionen Euro laufend modernisiert und instandgehalten worden.

Viel Bewegung in der Szene

Das „Njord“ hatte der Branchen-Quereinsteiger Schmidt, der mit seiner Firma CS Technik als Lösungsanbieter für individuelle Informationstechnik und Telefonanlagen unterwegs ist, schon 2019 von der dänischen Besitzerfamilie Henriksen gekauft. Die Kranichsee-Häuser hatte er zum 1. November 2023 von der Familie Böhacker erworben. Die Hahnenkleer Hotel-Szene bleibt also in Bewegung: Zuletzt hatte die Insolvenz des „Hahnenkleer Hofs“ für Aufsehen gesorgt. Dort war Gilbert Oberhuber im November 2025 zunächst als Pächter eingestiegen. Bei „Njord“ und Kranichsee-Hotels hatte er vor gut zwei Jahren einen ersten Anlauf im Kurort als Direktor und Berater unternommen. Jetzt führt er dort Regie, wo lange Goslars Altoberbürgermeisterin Marta Lattemann-Meyer das Sagen hatte. Beim Neujahrsempfang des Ortsrates am 23. Januar stellte sich Oberhuber den Hahnenkleern und Bockswiesern schon in neuer Gastgeberrolle vor.

Warten auf den „Waldgarten“

Am Ende der Lautenthaler Straße wartet zudem das Naturhotel „Waldgarten“ auf den Start der Hochbauarbeiten. Die Goslarer Familie Prien, die das Altstadt-Romantikhotel „Alte Münze“ betreibt, will im Jahr 2028 mit dem Vier-Sterne-Plus-Haus mit 120 Zimmern und Suiten, Wellnessbereich, Außenpool, Restaurant sowie einer Tiefgarage an den Start gehen. Der Abriss der „Waldgarten“-Ruine mit ihren 60 Zimmern ist lange abgeschlossen. Bei kalkulierten 35 Millionen Euro liegt das Gesamtinvestment, zu dem wie berichtet auch das Land Niedersachsen 7,5 Millionen Förder-Euro beiträgt. Der „Walpurgishof“, den Ex-Hotelier und Ratsherr Axel Bender vor seinem Ruhestand und Umzug nach Goslar zu neuem Glanz geführt hatte, segelt schon seit Juli 2023 unter Schweizer Somnoo-Flagge. Dort gab Ex-„Njord“-Direktor Jan Roterberg von Mai 2023 bis September 2024 ein Gastspiel als Chef, ehe Eigengewächs Denise Filice übernahm und bis heute in der Verantwortung steht.

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