CDU: Goslar verliert beim Wohnungsbau den Anschluss
Die ersten Häuser auf dem Vienenburger Liethberg: Die CDU Goslar fordert weitere Neubaugebiete im Stadtgebiet. Foto: Epping (Archiv)
Die Goslarer CDU wirft der Stadtverwaltung zu wenig Tempo bei neuen Baugebieten vor. Sie warnt vor Abwanderung und fordert eine aktivere Wohnraumpolitik.
Goslar. Die CDU-Fraktion im Goslarer Rat fordert ein entschlosseneres Vorgehen bei der Entwicklung neuer Wohngebiete. Anlass sind aktuelle Baugebietsplanungen in Nachbarkommunen wie Schladen. Während dort neue Wohnflächen entstünden, verliere Goslar nach Ansicht der Christdemokraten wertvolle Zeit.
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Die Fraktion warnt davor, dass Interessenten auf andere Städte ausweichen könnten, wenn es in Goslar nicht ausreichend Bauflächen gebe.
CDU-Fraktionschef Norbert Schecke sieht insbesondere in den Ortsteilen Handlungsbedarf. In Jerstedt und Immenrode seien in der Vergangenheit Erwartungen geweckt worden, ohne dass daraus bislang konkrete Entwicklungen entstanden seien.
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Auch aus Hahndorf sowie den Vienenburger Ortsteilen gebe es Nachfragen nach neuen Baugrundstücken. Die Nachfrage nach Wohnraum sei weiterhin vorhanden – sowohl bei jungen Familien als auch bei Senioren.
CDU verweist auf Fliegerhorst als Vorbild
Als Beispiel für eine erfolgreiche Wohnraumentwicklung nennt die CDU das Wohngebiet auf dem ehemaligen Fliegerhorst. Dort habe sich gezeigt, dass neue Bauflächen in Goslar auf großes Interesse stoßen. Nach Angaben der Fraktion sei die Entwicklung so erfolgreich gewesen, dass ursprünglich vorgesehene Gewerbeflächen später in Wohnbauflächen umgewandelt worden seien.
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CDU-Geschäftsführer und Vorsitzender des Goslarer Finanzausschusses, Dr. Pascal Bothe, betont, dass neue Baugebiete nicht zwangsläufig zu einem Bevölkerungswachstum führen müssten. Sie seien jedoch notwendig, um den Rückgang der Einwohnerzahl zu bremsen und Menschen in der Stadt zu halten.
Wohnflächenbericht soll Entwicklung nicht bremsen
Die CDU begrüßt zwar den Wohnflächenbericht 2026, warnt jedoch davor, dessen Ergebnisse als Argument gegen weitere Baugebiete zu nutzen. Neben größeren Neubaugebieten seien auch kleinere Entwicklungen in den Ortsteilen wichtig. Sie könnten dazu beitragen, Infrastruktur zu sichern, jungen Familien eine Perspektive im Heimatort zu bieten und dörfliche Strukturen zu stärken.
Nach Einschätzung der Fraktion bestätigt der Bericht außerdem den steigenden Bedarf an kleineren und barrierearmen Wohnungen. Wenn ältere Menschen in passende Wohnungen umziehen könnten, würden Ein- und Zweifamilienhäuser frei, die wiederum Familien zur Verfügung stünden. „Aus so einem wohldosierten Prozess kann ein guter Mix entstehen“, sagt Schecke.
Blick auf die Nachbarkommunen
Besonders kritisch bewertet die CDU den Vergleich mit Schladen. Dort werde trotz schwieriger Rahmenbedingungen das Baugebiet „Harzblick“ entwickelt. Auch in Langelsheim, Bad Harzburg und Seesen würden neue Wohnbauprojekte vorangetrieben. Für die Christdemokraten ist das ein Zeichen dafür, dass Kommunen weiterhin aktiv in ihre Zukunft investieren.
Zugleich verweist die Fraktion darauf, dass der Wohnflächenbericht ausdrücklich den Erwerb geeigneter Flächen empfiehlt. Eine strategische Flächenbevorratung sei Voraussetzung dafür, künftig überhaupt neue Wohnangebote schaffen zu können.
Forderung an Verwaltung und Ratsmehrheit
Im aktuellen Wahlprogramm setzt sich die CDU für ein breites Wohnraumangebot ein – von der Bestandssanierung bis zu neuen Baugebieten. Dabei müssten jedoch Infrastruktur, Verkehr, Kinderbetreuung und Nahversorgung von Beginn an mitgeplant werden. „Wir müssen unsere Stadt vom Altbestand auch ins Moderne überführen, damit wir interessant bleiben“, sagt Bothe.
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