Zu klein, zu feucht, marode: Goslars schwierige Baustellen
Wie geht es bei der Goetheschule weiter? Wanddurchbrüche im Bestand sind unstrittig. Ein Neubau auf dem Parkplatz Bolzenstraße nebenan polarisiert. Foto: Heine
Zu wenig Platz für große Klassen, wechselndes Klima und der Denkmalschutz: So unterschiedlich können bauliche Probleme mitten in Goslars Innenstadt sein.
Geheime Unterlagen
Ein Anbau für die Goetheschule in Goslar kommt frühestens 2031
Bei der Goetheschule stehen aktuell (nur) die eigentlich unstrittigen Wanddurchbrüche im Altbau und der Umbau des Dachgeschosses im Neubau mit neuer Raumaufteilung auf der Tagesordnung. Der Grundsatzbeschluss soll unter anderem die für eine Entwurfsplanung benötigten 75.000 Euro im Haushalt bereitstellen. „Das wird der Schule grundsätzlich helfen“, sagte GGM-Leiter Oliver Heinrich. Michael Ohse (Linke) bat trotzdem darum, noch nicht über die Frage abzustimmen, und kündigte für Anfang nächster Woche einen Änderungsantrag von CDU, Grüner Partei 42, Linken sowie den fraktionslosen Hennig Wehrmann (Bürgerliste) und Niklas Prause an: „Wir wollen den Beschluss anreichern.“
Nächste Runde am 3. Dezember
Am Mittwoch, 3. Dezember, berät der Ausschuss für Bildung, Familie und Soziales ab 17 Uhr im Kulturmarktplatz nicht nur über Wanddurchbrüche, sondern diskutiert erstmals öffentlich auch über Optionen für einen Anbau. Die GZ hatte die bislang geheim gehaltenen Varianten in der Vorwoche vorgestellt. Renate Lucksch, Vorsitzende des Fachgremiums, fühlte im GGM-Ausschuss schon einmal zu Durchbrüchen und neuen Brandschutztreppen im Welterbe vor: „Wann ist das realisierbar?“. GGM-Vize Daniel Gintaut ließ sich nicht auf eine Zeitspanne oder ein Datum festnageln, kündigte aber schon ein Bauen im laufenden Betrieb an: „Das ist nichts, was in den Sommerferien mal eben durchläuft.“ Ein neues Brandschutzkonzept werde ohnehin fällig. Was im Umkehrschluss aber nicht heiße, dass die Goetheschule nicht sicher sei: „Eine Gefährdung liegt nicht vor.“Konflikt um marodes Denkmal
Taubenturm-Streit in Goslar spitzt sich weiter zu
Ebenfalls geschoben, aber auf die nächste GGM-Sitzung im neuen Jahr wurde ein Wehrmann-Antrag zum Taubenturm, der ein umfassendes Sanierungskonzept mit konkretem Zeitplan für die Umsetzung fordert. Die Botschaft lautete: „Wir sind dran und werden das so machen.“ Aber noch seien einige Dinge zu klären. Später ließ Gintaut aber auch durchklingen, dass eine Instandsetzung zwar nötig sei, aber kein akuter Handlungsbedarf vorliege.
Klima-Problem im Archiv
Und was passiert im Stadtarchiv? Dort werden für die nächste Woche die bestellten Wärmepumpen zum Einbau erwartet. Ein Reagieren ist nötig, weil das Archiv wie berichtet die für seine (wertvollen) Bestände erforderlichen Klimaparameter – eine konstante Temperatur und eine relative Luftfeuchtigkeit – nicht stabil und verlässlich halten kann. Trotz regelmäßiger Wartungen und Instandhaltungen kam es wiederholt zu Störungen, Funktintenausfällen und zeitweisen Leistungseinbußen. Ergo: „Die Betriebssicherheit ist signifikant beeinträchtigt.“ Abhilfe schufen mobile (Zusatz-)Anlagen.Ortstermin nach Bürgerprotest
Schnelle Hilfe gefragt: Goslars Stadtarchiv hat ein Klima-Problem
GGM-Chef Heinrich machte wenig Hoffnung auf Erfolg, sollte die Stadt bei den Planern Regressforderungen stellen. Die erst sieben bis acht Jahre alte Anlage sei für eine maximale Außenluft-Temperatur von 32 Grad Celsius geplant worden. Im Sommer sei es aber bisweilen deutlich heißer gewesen. „Das hätte man doch damals schon wissen können“, gab die Grüne Sabine Seifarth zu bedenken. Ja, aber gültige Normen und gesetzlich Vorgaben erlaubten kein anderes Vorgehen. Heinrichs lapidares Fazit: „Wirklichkeit trifft auf Norm.“
Nichts im Protokoll zu finden
Was Seifarth ebenso wenig verstand wie die SPD, die einen Antrag gestellt habe für etwas, was sowieso passiere. Weil nur die Genossen zustimmten, fiel er durch. Anschließend musste Heinrich Abbitte bei Wehrmann leisten. Eine Information seinerseits zum Archivklima hat es im Ausschuss offenkundig – anders als behauptet – nie gegeben. In Protokollen und beim Abhören habe sich nichts finden lassen. Das habe er nicht gedacht, sagte Heinrich: „Ich war voller Überzeugung und habe mich wahrscheinlich geirrt.“
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