Zähl Pixel
Jahreshauptversammlung

GZ Plus IconWildemanner Feuerwehr warnt vor Gefahr durch Silvesterbatterien

Eine abgeschossene Silvesterböller-Batterie brennt.

Wildemanns ehemaliger Ortsbrandmeister Michael Habekost macht auf die Gefahr von vermeintlich abgekühlten Silvesterböllern aufmerksam. Foto: Zinken/dpa (Symbolfoto)

Die Wildemanner Feuerwehr mahnt nach Vorfällen zum Jahreswechsel zu mehr Vorsicht mit Silvesterbatterien. Auch sonst rücken die Ehrenamtlichen zu fordenden Einsätzen aus.

author
Von Corinna Knoke
Dienstag, 10.02.2026, 04:00 Uhr

Wildemann. Zwei Vorfälle an Neujahr 2025 und 2026 waren für die Feuerwehr Wildemann Anlass für eine eindringliche Warnung vor der unterschätzten Gefahr von Silvesterbatterien. Bei der Jahreshauptversammlung machte der ehemalige Ortsbrandmeister Michael Habekost deutlich, welches Risiko selbst von längst abgebrannten Feuerwerkskörpern ausgehen kann. Zugleich war die Versammlung die erste unter der Leitung von Martin Urlaub als neuem Ortsbrandmeister.

Michael Habekost hatte sein Amt aus persönlichen Gründen zum Jahreswechsel niedergelegt. Ganz zurückziehen wird er sich aber nicht: Gerade in der Übergangszeit will er Martin Urlaub und dessen Stellvertreter Thorben Arnecke weiterhin mit Rat und Tat unterstützen. Urlaub dankte seinem Vorgänger ausdrücklich und verabschiedete ihn mit einem großen Präsentkorb. Habekost sei es immer wichtig gewesen, so lange nach Lösungen zu suchen, bis sie auch bei schwierigen Themen gefunden waren, sagte sein Nachfolger. Viel Herzblut habe dieser insbesondere in den Wachenanbau gesteckt – ein Projekt mit einem Volumen von mehr als einer halben Million Euro, das die Wehr während der Corona-Zeit zusätzlich forderte.

Resthitze der Batterie zerstört Papiertonne

Obwohl er nicht mehr Ortsbrandmeister ist, ließ es sich Habekost nicht nehmen, das Einsatzjahr 2025 Revue passieren zu lassen. Die Feuerwehr Wildemann rückte zu 23 Einsätzen aus, die glücklicherweise überwiegend glimpflich verliefen. Doch wie Habekost betonte, wisse man bei einem Alarm nie, was einen wirklich erwarte. Bestimmte Stichworte sorgten bei den Ehrenamtlichen sofort für ein ungutes Gefühl.

Im vorigen Jahr rückt die Wildemanner Feuerwehr aus, weil nach einem Sturm ein Baum auf die L515 gefallen ist.

Im vorigen Jahr rückt die Wildemanner Feuerwehr unter anderem aus, weil nach einem Sturm ein Baum auf die L515 gefallen ist. Foto: Feuerwehr

Habekost nannte ein Beispiel: Das Jahr 2025 war noch keine zwei Stunden alt, als die Feuerwehr zu einem Carportbrand in der Seesener Straße alarmiert wurde. Auch hier seien die Gedanken zunächst düster gewesen, erklärte Habekost. Carports seien oft direkt mit Wohnhäusern verbunden, ein Brand könne schnell übergreifen. Am Ende stellte sich heraus, dass eine Feuerwerksbatterie zu nah an einer Papiertonne gestanden hatte. Die Resthitze reichte aus, um die Tonne vollständig zu zerstören.

Brisant: Ein nahezu identischer Vorfall ereignete sich am Neujahrstag 2026 erneut, doch diesmal ohne Feuerwehreinsatz. Eine vermeintlich kalte Silvesterbatterie war laut Habekost in einem Schuppen auf eine Mülltonne gestellt worden. Am nächsten Tag war von der Tonne kaum noch etwas übrig. Vor diesem Hintergrund appellierte Habekost eindringlich, Silvesterbatterien mindestens 24 Stunden nach dem Abbrennen im Freien an einem geschützten Ort stehen zu lassen.

Psychisch belastende Einsätze

Der ehemalige Ortsbrandmeister erinnerte zudem an einen Verkehrsunfall im September auf der Bundesstraße 242 in Richtung Bad Grund. Alarmiert wurde die Wildemanner Feuerwehr mit dem Stichwort „Unfall mit eingeklemmter Person“. „In solchen Momenten spielen sich schnell Horrorszenarien im Kopf ab“, meinte Habekost. Glücklicherweise konnten sich die Insassen selbst befreien und die Feuerwehr musste keine Verletzten retten.

Dass Einsätze nicht nur körperlich, sondern auch psychisch belastend sein können, betonte Kreisbrandmeister Udo Löprich in seinen Grußworten. Er dankte den Wildemanner Kräften für ihr Engagement und wünschte ihnen, stets gesund von den Einsätzen zurückzukehren. Eine positive Nachricht hatte Stadtbrandmeister Markus Finck im Gepäck: Der bereits vor längerer Zeit bestellte Mannschaftstransportwagen könnte noch im ersten Quartal dieses Jahres in Wildemann zur Verfügung stehen.

Gruppenfoto mit zehn Feuerwehrleuten. Michael Habekost erhält zu seinem Abschied einen Präsentkorb. Der neue Ortsbrandmeister Martin Urlaub (r.) und Stadtbrandmeister Markus Finck (2.v.r.) befördern und ehren die Wildemanner Feuerwehrleute. 

Michael Habekost erhält zu seinem Abschied einen Präsentkorb. Der neue Ortsbrandmeister Martin Urlaub (r.) und Stadtbrandmeister Markus Finck (2.v.r.) befördern und ehren die Wildemanner Feuerwehrleute. Foto: Knoke

Neben den Einsätzen legt die Feuerwehr in Wildemann großen Wert auf gemeinschaftliche Aktionen im Ort. Das zeigte sich zuletzt beim Wintermarkt an der Wache, den Alexander Ehrenberg (SPD), Vorsitzender des Feuerwehrausschusses und stellvertretender Bürgermeister, besonders hervorhob. Diese Veranstaltung habe sich im dritten Jahr fest etabliert. Auch 2026 soll am 12. Dezember der Wintermarkt stattfinden und am 8. August der Tag der offenen Tür.

Jugendfeuerwehr bereitet Sorgen

Dorfsheriff Jörg Bartels unterstrich die gute Zusammenarbeit zwischen Polizei und Feuerwehr, während Ortsratsmitglied Michel Hus (CDU) die Grüße der Bergstadt Wildemann überbrachte. Er sprach den 39 Mitgliedern der Einsatzabteilung ebenfalls seinen Dank für ihr ehrenamtliches Engagement aus.

BEFÖRDERUNGEN UND EHRUNGEN

Beförderungen: Stephanie Hus von der Feuerwehrfrau zur Oberfeuerwehrfrau, Tobias Mai vom Feuerwehrmann zum Oberfeuerwehrmann, Pascal Mai und Tobias Nösel vom Hauptfeuerwehrmann zum Brandmeister, Thorben Arnecke vom Brandmeister zum Oberbrandmeister und Martin Urlaub vom Brandinspektor zum Oberbrandinspektor

Ehrungen: Christian Krüger und Kai Lehmann für 25 Dienstjahre

Sorgen bereitet in Wildemann weiterhin die Situation der Jugendfeuerwehr. Tobias Nösel berichtete von lediglich vier aktiven Jugendlichen im Alter zwischen 13 und 16 Jahren. Vier Austritte, vor allem aus mangelndem Interesse, hätten die Gruppe geschwächt. Alle bisherigen Versuche, Nachwuchs zu gewinnen, seien erfolglos geblieben. Der Jugendfeuerwehrwart, der an dem Abend seinen 23. Geburtstag feierte, rührte in der Versammlung kräftig die Werbetrommel.

Die Redaktion empfiehlt
Weitere Themen aus der Region