Goslar erklärt die Geschichte des Fliegerhorstes direkt vor Ort
Mitarbeiter der Stadtverwaltung und der Arbeitskreis Fliegerhorst haben die neue Infostele an der Fliegerhorst-Bushaltestelle besucht. Foto: Stadt Goslar
Am Ex-Fliegerhorst informiert eine neue Stele über die Geschichte des Geländes. Sie erläutert die Entwicklung seit 1927 und verweist per QR-Code auf weitere Inhalte.
Goslar. Der ehemalige Fliegerhorst im Norden Jürgenohls erhält einen neuen Erinnerungsort: Mit einer Informationsstele an der Bushaltestelle „Fliegerhorst“ in der Marienburger Straße macht die Stadt die wechselvolle Geschichte des Geländes künftig für Einwohner und Besucher sichtbar.
Die neue Stele informiert nicht nur über die Entstehung des Flughafens und dessen militärische Nutzung, sondern ordnet auch die Entwicklung des Areals nach dem Zweiten Weltkrieg ein. Sie ist Teil eines größeren Projekts zur Erinnerungskultur, an dem Historiker, Ehrenamtliche, Verwaltung und Politik gemeinsam gearbeitet haben.
Ein Stück Goslarer Geschichte wird sichtbar
Wer künftig an der Bushaltestelle „Fliegerhorst“ wartet oder dort vorbeikommt, kann sich direkt vor Ort über die Historie des Geländes informieren. Die zweisprachige Stele – in deutscher und englischer Sprache – zeichnet die Geschichte des Areals von den Anfängen bis in die Gegenwart nach. Sie informiert über die Entstehung des Goslarer Flughafens im Jahr 1927, die spätere militärische Nutzung als Fliegerhorst sowie die militärische und zivile Entwicklung nach 1945. Historische Fotografien, ein Lageplan und eine schematische Darstellung verdeutlichen zudem die räumlichen Zusammenhänge zwischen dem ehemaligen Fliegerhorst, dem Stadtteil Jürgenohl und der historischen Altstadt.
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Gestalterisch fügt sich die Informationstafel laut Auskunft der Stadt in das bereits bestehende Goslarer Stelensystem ein. Über einen QR-Code gelangen Interessierte auf eine eigens eingerichtete Internetseite. Dort stehen vertiefende Informationen zur Geschichte des Fliegerhorstes sowie zu den Themen Konversion und Zwangsarbeit zur Verfügung. Außerdem enthält die Seite eine ausführliche Chronik des Geländes.
Mehrjährige Arbeit von Ehrenamtlichen und Experten
Die Inhalte der Stele und der begleitenden Internetpräsenz wurden von einem Redaktionsteam innerhalb der Arbeitsgruppe Fliegerhorst erarbeitet. Zu diesem gehörten Dr. Donald Giesecke, Günter Piegsa, Dr. Friedhart Knolle, Frank Jacobs und Oliver Turk.
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Begleitet wurde die Arbeit von den städtischen Mitarbeitern Dr. Jan Habermann und Dr. Falk Lauterbach, die ebenfalls redaktionell mitwirkten.
Bevor die Inhalte veröffentlicht wurden, durchliefen sie mehrere Abstimmungsrunden. Zunächst befasste sich die Arbeitsgruppe Fliegerhorst mit den Texten, anschließend wurden sie in der Arbeitsgruppe Erinnerungskultur diskutiert. Schließlich beschloss der Rat der Stadt Goslar im April vergangenen Jahres die endgültige Fassung.
Projektleiter Dr. Falk Lauterbach dankte bei der Vorstellung der Stele allen Beteiligten für ihr ehrenamtliches Engagement und ihren fachlichen Beitrag.
Politischer Auftrag aus dem Stadtrat
Die Idee für die Informationsstele entstand nicht zufällig. Sie geht auf einen politischen Auftrag des Rates zurück. Ziel war es, die historische Bedeutung des ehemaligen Fliegerhorstes angemessen darzustellen und die wechselvolle Geschichte des Geländes dauerhaft sichtbar zu machen.
Zu diesem Zweck gründete die Stadt bereits im Jahr 2022 die Arbeitsgruppe Fliegerhorst. In ihr arbeiten Vertreter verschiedener Vereine, Initiativen und Interessengruppen zusammen. Gemeinsam suchen sie nach einer geeigneten Form, die Geschichte des Areals nachhaltig zu vermitteln.
Dabei standen zunächst mehrere Konzepte zur Diskussion. Unter anderem wurden ein historischer Rundweg, ein Dokumentationsort mit Aussichtsplattform sowie ein bronzenes Reliefmodell geprüft. Nach intensiven Beratungen sprach sich die Arbeitsgruppe jedoch für einen zentralen Informationspunkt mit ergänzender Internetpräsenz aus. Diesen Vorschlag übernahm anschließend der Goslarer Rat.
Erinnerungskultur dauerhaft verankern
Mit der neuen Informationsstele setzt die Stadt Goslar nach eigenen Angaben einen weiteren Baustein ihrer erinnerungskulturellen Arbeit um. Das Projekt soll dazu beitragen, die Geschichte des ehemaligen Fliegerhorstes auch für kommende Generationen nachvollziehbar zu machen und das historische Bewusstsein für einen bedeutenden Teil der Stadtgeschichte zu stärken.
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