Zähl Pixel
Engagieren, einfach mal probieren

GZ Plus IconDiese Vereine im Harz setzen auf Natur und Gemeinschaft

Großer Fels mit der goldfarbenen Inschrift 'STEIN UND MENSCH' neben einer abstrakten Steinskulptur in einer grünen Parklandschaft

Der Harzklub-Zweigverein Wolfshagen kümmert sich unter anderem um die Wanderwege. Dazu gehört auch der Premium-Spazierwanderweg „Spur der Steine“. Foto: Privat

Ob Wanderwege pflegen, Radtouren organisieren oder Bildungsangebote: Beim Harzklub und bei den Landfrauen lebt das Ehrenamt von Gemeinschaft und Naturverbundenheit.

author
Von Ronja Heinemann
Sonntag, 15.03.2026, 04:00 Uhr

Nordharz. Ob auf Wanderwegen im Harz oder bei gemeinsamen Radtouren und Bildungsangeboten: Ehrenamtliches Engagement hat im Landkreis Goslar viele Gesichter. Sichtbar wird das beim Harzklub-Zweigverein Wolfshagen und bei den Landfrauen im Kreisverband Goslar. Beide Organisationen verbinden Gemeinschaft, Natur und ehrenamtliche Arbeit und zeigen, wie vielfältig Engagement im ländlichen Raum sein kann.

Beim Harzklub-Zweigverein in Wolfshagen steht wie bei allen anderen Zweigvereinen die Natur im Mittelpunkt. Viele Mitglieder sind vor allem aus Freude an gemeinsamen Aktivitäten dabei. „Unter unseren Mitgliedern befinden sich überwiegend Personen, die aus Spaß an gemeinsamen Unternehmungen – insbesondere an Wanderungen rund um Wolfshagen und im gesamten Harz – teilnehmen“, erklärt der Vorsitzende Jörg Klingebiel. Dazu kommen Vorträge über Naturschutz, Bergbaugeschichte oder regionale Themen sowie gesellige Treffen.

Pflege von Wanderwegen

Doch der Verein lebt nicht nur vom gemeinsamen Wandern. Ein Teil der Mitglieder engagiert sich aktiv für die Infrastruktur rund um die Wanderwege. „Es gibt auch aktive Mitglieder, die sich um die Unterhaltung und Pflege der Wanderwege, Hütten, Sitzgruppen und Ruhebänke kümmern“, sagt Klingebiel. Rund 150 Kilometer Wanderwege in und um Wolfshagen werden von den Ehrenamtlichen gepflegt. Dazu gehört unter anderem, Wege auszuschildern, Sitzbänke zu reparieren oder freizuschneiden, wenn Sträucher und Büsche die Wege überwuchern.

Ein wichtiger Treffpunkt ist zudem die vereinseigene Schäderbaude. Sie ist von Mai bis Oktober sonntags geöffnet und lädt Wanderer zur Einkehr ein. Ehrenamtliche sorgen dort für das leibliche Wohl der Gäste. „Neben Gegrilltem und kalten Getränken gibt es auch Kaffee und Kuchen“, erzählt Klingebiel. Auch diese Arbeit wird komplett freiwillig organisiert.

Der Verein zählt aktuell rund 250 Mitglieder aus Wolfshagen und der Umgebung, aber auch aus weiter entfernten Orten. „Der Großteil der Mitglieder verbindet die Liebe zur Natur, zur Heimat und zur Geselligkeit“, sagt Klingebiel.

Dabei können sich Interessierte ganz unkompliziert einbringen. Vorkenntnisse seien nicht erforderlich. „Wichtig ist vor allem der Spaß an der Arbeit und am gemeinsamen Schaffen“, betont der Vorsitzende. Auch projektbezogen könne man mithelfen: „Gerade bei Arbeiten an Bänken, Hütten oder Wegen sind helfende Hände immer gerne gesehen.“

Der Harzklub möchte zudem wieder stärker Kinder und Jugendliche einbinden. Aktuell wird eine Kinder- und Jugendgruppe reaktiviert. Kinder ab acht Jahren sollen dort spielerisch den Umgang mit Natur, Flora und Fauna kennenlernen. Wer Interesse an der Arbeit des Vereins hat, kann sich an den Vorsitzenden unter Mail joerg.klingebiel@web.de wenden.

Breites Spektrum

Auch die Landfrauen im Kreisverband Goslar setzen stark auf Gemeinschaft und Aktivitäten in der Natur. Rad- und Wandertouren gehören ebenso zum Programm wie Ausflüge, Reisen oder kreative Workshops. „Unser Angebot reicht von Freizeitaktivitäten über Bildungsangebote bis hin zu gesellschaftlichem Engagement“, erklärt Inken Schellmann, stellvertretende Vorsitzende der Landfrauen.
Grüner Kürbis als Vase mit verschiedenen getrockneten Blumen und roten Beeren auf einem Steinboden

Die Landfrauen bieten unter anderem kreative Workshops an. Foto: Leifeld (Archiv)

Das Spektrum ist breit: Kino- und Theaterbesuche, Kochkurse, kreative Workshops, Sportangebote wie Yoga oder Betriebsbesichtigungen gehören genauso dazu wie Grill- oder Cocktailabende, Erntedankfeiern und Weihnachtsveranstaltungen. Gleichzeitig spielen Bildung und Information eine wichtige Rolle. Seminare, Kurse und Vorträge beschäftigen sich mit verschiedenen Themen.

Dabei richtet sich der Verband längst nicht mehr nur an Frauen aus der Landwirtschaft. „Wir sprechen Frauen aus allen Berufsgruppen an – man muss keinen landwirtschaftlichen Betrieb haben“, betont Schellmann. Auch beim Alter gebe es keine Grenzen.

Der Kreisverband Goslar umfasst fünf Ortsvereine – unter anderem in Goslar, Bad Harzburg, Langelsheim, Lutter und Seesen. Seit 2024 gibt es zudem eine Gruppe der „Jungen Landfrauen“, die sich besonders an berufstätige Frauen richtet. Sie treffen sich einmal im Monat abends zu verschiedenen Themen.

Festival in Wolfshagen

Wer sich für die Landfrauen interessiert, kann ganz unkompliziert hineinschnuppern. In vielen Ortsvereinen sei es sogar möglich, ein Jahr lang ohne Mitgliedschaft teilzunehmen, um den Verein kennenzulernen. Mehr Infos unter www.kreislandfrauen-goslar.com.

So unterschiedlich die beiden Organisationen auf den ersten Blick wirken mögen, so viele Gemeinsamkeiten haben sie: Beide bringen Menschen zusammen, fördern das Miteinander im ländlichen Raum und leben von ehrenamtlichem Engagement. Beim Harzklub steht dabei vor allem die Pflege der Wanderlandschaft im Vordergrund, während die Landfrauen mit einem breiten Bildungs- und Freizeitprogramm gesellschaftliche Themen aufgreifen.

Dass sich Engagement lohnt, zeigt sich auch in Wolfshagen in diesem Jahr. Am 20. September veranstaltet der Harzklub ein großes Wander-, Kultur- und Musikfestival an der Festhalle. Geplant sind mehrere geführte Wanderungen, ein Gottesdienst mit Gospelchor sowie Auftritte verschiedener Musik- und Kulturgruppen.

Für Klingebiel ist klar: Ehrenamt lebt davon, dass Menschen mitmachen. „Eine Mitgliedschaft und Mitarbeit ist nahezu für jeden möglich“, sagt er.

Die Redaktion empfiehlt
Weitere Themen aus der Region