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Schwierige Immobilie

GZ Plus IconWelche Pläne gibt es für das leerstehende Rathaus in St. Andreasberg?

Das ehemalige Rathaus an der Dr.-Willi-Bergmann-Straße in St. Andreasberg steht schon länger zum Verkauf.

Das ehemalige Rathaus an der Dr.-Willi-Bergmann-Straße in St. Andreasberg steht schon länger zum Verkauf. Jetzt soll ein Projektbüro Ideen entwickeln. Foto: Jung

Ein Projektbüro für „schwierige Immobilien“ soll Pläne fürs ehemalige Rathaus in St. Andreasberg entwerfen, das bisher niemand kaufen wollte. Diese Ideen gibt es bereits.

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Von Berit Nachtweyh
Mittwoch, 21.01.2026, 10:00 Uhr
Seit drei Jahren versucht die Stadt Braunlage das ehemalige Rathaus in St. Andreasberg zu verkaufen. Nach dem Umzug des Bürgerbüros ins Kurhaus wurde der frühere Verwaltungssitz in der Ortsmitte nicht mehr für seinen ursprünglichen Zweck benötigt – und steht leer. Doch zustande gekommen ist der Verkauf bislang nicht. Die Immobilie im Herzen der Bergstadt erwies sich für alle Interessenten als zu teuer, vor allem als zu sanierungsaufwendig. Deshalb soll sich nun ein Büro für „herausfordernde Immobillien“ der Sache annehmen. Oliver Pleiner und Sebastian Langosch von der Firma Triaos stellten ihre Ideen am Montag dem Ausschuss für Bau, Verkehr, Umwelt, Wirtschaft und Tourismus vor.

Die Wirtschaftsförderung des Landkreises Goslar (Wirego) hatte die beiden Projektentwickler, die ihren Firmensitz in Wittenberge haben, während der Real-Estate-Messe in Hannover im vorigen Frühjahr auf das leerstehende Rathaus in St. Andreasberg aufmerksam gemacht. Nach einer Besichtigung des Objekts im Sommer und weiteren Gesprächen bot die Firma der Stadt an, über eine sogenannte Anhandgabe ein Projekt für das Gebäude-Ensemble zu entwickeln. Das heißt, die Entwickler entwerfen Pläne, mit denen dann Investoren für das Vorhaben gesucht werden. „Mit einer Anhandgabe können wir als Stadt nicht so viel falsch machen“, sagte Bürgermeister Wolfgang Langer am Montag, zumal sich die Veräußerung des Gebäudes bisher als sehr schwierig erwiesen habe.

Eckhaus einbeziehen

Welche Ideen haben Oliver Pleiner und Sebastian Langosch fürs alte Rathaus? Zwölf Ferienwohnungen könnten im ehemaligen Verwaltungssitz entstehen, wenn auch das Dachgeschoss ausgebaut werden kann. Die Rathausscheune soll verstärkt gastronomisch genutzt werden, auch das angrenzende gelbe Eckhaus möchten die Planer für Gastronomie oder Wellness ins Ensemble integrieren. Die Anhandgabe für das Objekt soll laut Vertrag bis Ende 2026 laufen, während dieser Zeit muss die Vermietung für Veranstaltungen wie Kunsthandwerkermärkte, Ausstellungen oder für das Filmteam vom „Harten Brocken“ weiter möglich sein. Ein anderweitiger Verkauf an Dritte durch die Stadt ist in diesem Zeitraum allerdings ausgeschlossen.
Für Veranstaltungen wie die Nationalpark-Ausstellung „Natur-Mensch“ soll die Rathausscheune bis Jahresende weiter genutzt werden können.

Für Veranstaltungen wie die Nationalpark-Ausstellung „Natur-Mensch“ soll die Rathausscheune bis Jahresende weiter genutzt werden können. Foto: Archiv/Schlegel

Begeisterung hatten die Pläne der beiden Triaos-Geschäftsführer bei den Ausschussmitgliedern am Montag nicht gerade ausgelöst. Im Gegenteil: „Von Ferienwohnungen in der Innenstadt halte ich gar nichts“, sagte Karl-Heinz Plosteiner, stellvertretender Ausschussvorsitzender und Ortsvorsteher von St. Andreasberg. Auch der Bürgermeister würde sich wünschen, dass noch einige fest zu vermietende Wohnungen in das Konzept eingearbeitet werden könnten. Vor allem an großen Wohnungen für Familien, so ab 120 Quadratmetern, würde es in der Bergstadt mangeln.

Unter Denkmalschutz

Aller Skepsis zum Trotz wurde die Beschlussvorlage am Ende einstimmig befürwortet: Der Rat der Stadt soll nächste Woche den Anhandgabevertrag mit der Firma Triaos unter den genannten Bedingungen beschließen. Die Politik war sich einig: Ehe das unter Denkmalschutz stehende Rathausgebäude mitten im Ort zusehends verfällt, könnte man auf diesem Wege zumindest nach einer tragfähigen, nachhaltigen Nutzung für das Objekt suchen.

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