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Umzugsaktion

GZ Plus IconMenschenkette befördert 2000 Bücher durch Bad Harzburgs Innenstadt

Eine lange Menschenkette zieht sich durch Bad Harzburg und gibt Bücher auch gleich stapelweise von Hand zu Hand.

Eine lange Menschenkette zieht sich durch Bad Harzburg und gibt Bücher auch gleich stapelweise von Hand zu Hand. Foto: Nachtweyh

Fast 70 Freiwillige bilden in der Innenstadt von Bad Harzburg eine gut 200 Meter lange Menschenkette, um Bücher zu befördern. Aber warum tun sie das?

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Von Berit Nachtweyh
Sonntag, 25.01.2026, 19:45 Uhr
Fast 70 freiwillige Helfer haben am Samstag per Menschenkette rund 2000 Bücher über eine Strecke von 230 Metern vom „Lesestübchen“ im Parkhof zur „Villa Buch“ in die Rudolf-Huch-Straße in Bad Harzburg transportiert. Initiatorin und „Villa Buch“-Betreiberin Katrin Pešic war selbst gespannt, wie viele Freiwillige sich wohl für die Aktion bei Minusgraden am Vormittag tatsächlich vor dem Parkhof einfinden würden. Es waren viele. Aber waren es auch genügend, um die Bücher wirklich wie geplant von Hand zu Hand gehen zu lassen?
Vor dem Parkhof begrüßt Initiatorin Katrin Pešic (Mitte) die vielen Teilnehmer der "Bücherkette".

Vor dem Parkhof begrüßt Initiatorin Katrin Pešic (Mitte) die vielen Teilnehmer der Transportaktion. Foto: Nachtweyh

Die Idee mit der „Bücherkette“ hatte Pešics Nachbar Michael Bartsch, der mit seinem Mann Sven das Gründerzeitmuseum „Villa Charlotte“ in der Rudolf-Huch-Straße betreibt. Beide packten am Samstag selbst mit an und hatten außerdem Punsch und Glühwein vorbereitet, damit sich die Helfer nach getaner Arbeit aufwärmen konnten. Doch erst einmal musste die Arbeit geleistet werden.

Bestand weitergereicht

Vom Parkhof zog sich die Transport-Kette durch die Bummelallee, über die Weiße Brücke und die Rudolf-Huch-Straße hinunter – bis kurz vor die „Villa Buch“. Nachdem an den Abständen zwischen den einzelnen Menschen immer mal wieder etwas „nachjustiert“ wurde, war die Kette am Ende nur rund 20 Meter zu kurz, um die Bücher wirklich von Hand zu Hand bis ins Haus bringen zu können. Den Rest des Weges musste der Lesestoff dann in großen Sammeltaschen zurücklegen.
Start ist direkt vor dem ehemaligen „Lesestübchen“ im Untergeschoss des Parkhofs.

Start ist direkt vor dem ehemaligen „Lesestübchen“ im Untergeschoss des Parkhofs. Foto: Nachtweyh

Doch warum eigentlich die ganze Aktion? Weil die Secondhand-Buchhandlung „Lesestübchen“ nach 21 Jahren schließt und deren Inhaberinnen Karin Krömer und Heike Wächter den Großteil ihres Bestandes an die „Villa Buch“ abgeben wollten.
Die Teilnehmer der Bücher-Menschenkette trotzen der Kälte. 

Die Teilnehmer der Bücher-Menschenkette trotzen der Kälte. Foto: Nachtweyh

„Ich bin dankbar, die Geschichte des Lesestübchens weiterschreiben zu dürfen“, sagt Katrin Pešic, die ihre „Villa Buch“ im vorigen Jahr eröffnet hatte. Und dankbar war sie am Samstagmittag auch den vielen Helfern, die den ungewöhnlichen Buch-Umzug ermöglicht hatten. Nach einer guten halben Stunde war die Arbeit getan und die „Bücherkette“ konnte sich auflösen.

Danke an die Helfer

Als Dankeschön für alle Teilnehmer hatte Familie Pešic zum Abschluss einen Imbiss vorbereitet, außerdem durfte sich jeder Helfer aus dem nun noch umfangreicheren Sortiment zwei Bücher aussuchen. Manch einer hatte schon während der Transportkette das ein oder andere Wunsch-Buch für sich entdeckt.

Blick in die „Villa Buch“, die Katrin Pešic im vorigen Jahr eröffnet hat. 

Blick in die „Villa Buch“, die Katrin Pešic im vorigen Jahr eröffnet hat. Foto: Nachtweyh

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